Das Geschehene kann nur noch in seiner Notwendigkeit begriffen werden; das Künftige dagegen muß von einer Wertung aus begrüßt und gestaltet werden. […] Denn wir wollen und können uns nicht auf die sogenannte ‚Entwicklung‘ verlassen, wie mir wohl jeder zugeben wird, der mit mir auf diesen Seiten die Geschichte der letzten vier Jahrzehnte [ca. 1900-1940] verfolgt hat! Hinzu kommt ja, daß jede geschichtliche Entwicklung innerhalb eines Strukturganzen erfolgt, in dem und an dem sie sich vollzieht und daher aus dem Ganzen heraus immer wieder neue Formen der Anpassung gewinnen kann. Es kann sich bei uns aber nur um die Frage der Existenzberechtigung dieses Strukturganzen handeln; und aus diesem Grund muß die Zielvorstellung eines anderen, neuen Strukturganzen unser geistiger Richtpunkt sein. Während man also bisher meistens fragte: ‚Was wird werden?‘, müssen wir bald sagen können: ‚Das soll sein‘, und solange wir das nicht genau und gut begründet können, sollten wir unseren Schnabel halten!
Willy Huhn















