23.01.2023
Barfußschuhe sind Klausuraufsichtsschuhe
Klausuraufsichten in unserem Audimax sind mit viel Treppensteigen auf Parkettfußboden verbunden, wobei man sehr schnell lernt, dass geeignetes Schuhwerk hier im Vorteil ist: Absätze oder feste Sohlen sind laut und damit hat man bei jedem Schritt das Gefühl, die armen Studis komplett aus dem Konzept zu bringen. Turnschuhe neigen hingegen bisweilen zum Quietschen und das ist eine noch unerfreulichere Störung der Arbeitsruhe. Kolleginnen berichten zudem, dass das ewige Treppensteigen auf Pumps auch ohne akustische Betrachtung eher wenig Spaß macht.
Als optimal hingegen erweisen sich meine chinesischen Barfußschuhe, die ich seit einigen Jahren fast immer trage und beim ersten Paar daher die stabile Gummisohle nach “nur” zwei Jahren durchgelaufen habe. Mit den Schuhen schleiche ich wie eine Raubkatze durch den Raum und kann dadurch häufig und geräuschlos meine Beobachtungsposition im Raumhintergrund ändern. Nicht, dass das bei den heutigen sehr erstaunlich disziplinierten Studis irgendwie nötig wäre, aber umso weniger möchte ich, dass mein Überwachungsdruck darüber hinaus auch noch akustisch unnötig stört.
Leider hilft auch das geeignetste Schuhwerk nicht beim viel lästigeren Problem, das unser Audimax ebenfalls mit sehr vielen größeren Hörsälen gemeinsam hat: Man kann die abwechselnd kurzen und langen Stufen einfach nicht elegant herabschreiten oder gar hinunterschweben und humpelt stattdessen wie ein betrunkener Pirat durch die Gänge. Immerhin sind die Stufen alle einheitlich hoch, man soll sich ja über die kleinen Dinge freuen. Und dass man die ganzen Fragen nicht selber beantworten muss, gehört auch zu den erfreulichen Effekten des Älterwerdens.
Ob so eine Klausuraufsicht eine sterbenslangweilige Tätigkeit ist, wollt Ihr wissen?
(Gregor Meyer)











