Geschafft
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Geschafft
"Lasst euch niemals einreden dass ihr nicht gut genug seid. Ihr seid genau richtig so wie ihr seid. Daran dürft ihr niemals zweifeln."
- Eine Lehrerin zu ihrer vierten Klasse
Solche Dinge sollten viel öfter in Schulen vermittelt werden.
( via @sternzeit )
Daß ein System falsch ist, merkt man erst, wenn man nicht mehr angepaßt ist.
,,Schüler; Zur Schule, Über die Schule, Gegen die Schule’‘ (Hrg. Brigitte Hassio)
Bulimielernen
Sonnenstrahlen berieseln ihr müdes Gesicht Jemand drückt ihr einen Ellenbogen in die Rippen Sie schließt die Augen Zuerst ist alles dunkel, dann blanko, dann liniert Schmerzensausgleich Name, Datum, jetzt nur nicht schreien, außen schreiben Ihre Augen öffnen sich Jemand drückt ihr einen Ellenbogen in die Rippen Sie muss würgen, schließt die Augen Tinte kriecht ihre Kehle hoch, entflieht panisch ihrem Mund, tanzt einen Totentanz über den Bogen, krümmt sich zu Wörtern, die sie selbst nicht versteht und bahnt sich ihren Weg durch die chlorfrei gebleichte Hölle Jemand drückt ihr einen Ellenbogen in die Rippen Sie hats nicht faustdick hinter den Ohren, versteht nicht was Mephisto ihr da zuflüstert "Wenn du nicht irrst, kommst du nicht zu Verstand!" doch sie irrt und irrt durch Goethes Verslabyrinth, verliert den Verstand, stürzt in die Hexenküche, greift nach dem nächstbesten Wundermittel, alles taub Schließlich öffnen sich ihre Augen Jemand drückt ihr einen Ellenbogen in die Rippen Sie wird von dem Bus auf die Straße gespuckt, als hätte dieser sie schon einmal durchgekaut und wolle jetzt den bitteren Geschmack ihrer Verzweiflung loswerden In dem bunten Taschenmeer aus Schülern droht sie unterzugehen, doch sie schwimmt über den grauen Teer, schleppt sich die Treppen hoch, fällt auf ihren Stuhl Ihre Rippen schmerzen Mit hastigen Blicken überfliegt sie den Dramenauszug Stilistische Mittel stürzen sich auf ihren Klausurbogen, Gesprächsanteile werden von ihrer Feder in Einzelheiten zerfetzt, die Beziehungen der Akteure werden bis aufs kleinste Detail offengelegt Sie schließt den Bogen, ihre Augen, verlässt den Prüfungsraum Worüber hat sie gerade geschrieben?
SCHOOL STORY:
So our math teacher just told us to get some help after the whole class failed a test but she also said that we won't find it in school.
Like what the fuck, I know that our school system sucks but why does our teacher who is supposed to teach us refuse to help?
Why do I go to school anyway?
Was G8 erreichen sollte: Heben des Bildungsniveaus, besserer Anschluss des Nachwuchses an den Europäischen Arbeitsmarkt
Was es erreicht hat: Wenn ich das jetzt noch mache habe ich vielleicht noch zwei Stunden um menschlichen Grundbedürfnissen nachzugehen, Ja, ich bin schon in der elften Klasse, nein, ich bin gerade erst sechzehn geworden,
Was soll ich nur schreiben zu Sturm und Drang? Wo misch ich mich ein? Wo schau ich hin? Ich habe zu tun, mit Paradigmen und Menschenbild, mit Diffusion und endoplasmatischen Retikulum, mit Satz von Bayes und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Mein Kopf ist gefüllt, mit Wissen über Goethe und Schiller und ich hab das Gefühl, jeden Tag wird es schlimmer. Was nützen alle binomischen Formeln, alle Klausuren und Projektarbeiten? Ein Wissen muss sein, das sehe ich ein, aber anwendbar sollte es doch sein. Ich frage, wo bleiben für mich meine wertvollen Zeiten? Zeit um mich wohl zu fühlen, zu genießen die Natur, die Freude am Leben. Denn ein Leben hier auf Erden ist mir doch nur ein einziges Mal gegeben. Es ist doch auch wichtig, Rücksicht zu nehmen, auf die, die nicht immer aufrecht gehen. Eine Hand zu reichen, wenn jemand sie braucht. Sonne zu schenken und nicht nur an sich zu denken! Mein Wunsch nur für mich allein, ich muss diese Abiturprüfungen schaffen! Und will wieder glücklich sein. Ich möchte gesund bleiben, ein Leben lang! Was soll ich nur schreiben zu Sturm und Drang?
Mein Sturm und Drang -
Im Rahmen des Deutschunterrichts der 11. Klasse erhielten wir die Aufgabe, in unseren zweiwöchigen Ferien ein Gedicht zu schreiben. Thema sollte sein, “schau hin, misch dich ein“. Schreibe über eine Thematik, die dich berührt. Und das alles im Rahmen des Sturm und Drang. Diese Literaturepoche hat mir immer gefallen. Ich habe mich mit den Dichterinnen und Dichtern identifizieren können. Doch die Schule hat es mir versaut. In meinem Kurs schrieben alle über die Themen, die sie berührten. Klimawandel, Weltkriege, Welthunger, Artenaussterben. Ich schrieb darüber, wie sehr es mich ankotzte, dieses Gedicht zu schreiben. Mit einer offensichtlichen Kritik an den Unterricht meiner Deutschlehrerin. Ich präsentierte, wie ich auf diese Zeilen gekommen bin. Dass ich schockiert war, über diese Aufgabenstellung während der Klausurenphase. Dass LehrerInnen wirklich nach einer fünfstündigen Matheklausur nachfragen, warum die Mitarbeit so schleppend ist. Dass ich mich am Wochenende vor einen vollen Schreibtisch gesetzt habe und nur aufgestanden bin, um eine Mahlzeit zu mir zunehmen. Dass ich spät ins Bett gegangen bin, weil ich so viel lernen musste. Dass ich nach einem vollen Stundenplan weiter zur Nachhilfe gerannt bin. Dass sich mein Pferd in der Woche so verletzt hatte, dass das Lernen für mich ausfiel, weil ich diesem Tier helfen musste. Dass meine Matheteste der absolute Horror sind. Dass mir in dieser Zeit, in der ich dort nur rumgesessen habe, wertvolle Lebenszeit geraubt wurde, in der ich schon wieder dieses Gedicht hätte schreiben können. Dass die Dinge, die ich sonst als angenehm empfand, plötzlich zur Belastung wurden. Dass mein ganzer Körper nur noch schmerzte. Das Gedicht wurde von der besagten Lehrerin mit einer 3 abgestempelt. Ihr habe die Lyrik gefehlt. Mein Abitur habe ich inzwischen geschafft.
Entwicklung
Es hat keinen Sinn Menschen wie Maschinen perfektionieren und auf den gleichen Stand bringen zu wollen. Regelmäßig angepasste Updates durchzuführen, die einander nur noch gleicher machen nur um dann zu erwarten, dass sie funktionieren.
Das beste Beispiel für sinnlose und stumpfe Abhandlung von Menschen ist unser heutiges Schulsystem oder sollte ich sagen das Schulsystem der letzten hundert Jahre? In unserem Bildungssystem wird jungen, wachsenden Menschen perfekt vorgelebt, dass Individualität und Kreativität so gut wie nichts wert ist. Sie werden zu einem grauen, funktionierenden Schwarm ausgebildet, der zu gehorchen hat und nichts hinterfragen soll. Alles was dir dein Lehrer sagt, ist die einige Wahrheit und eigenständiges Denken wird mit Ausgrenzung bestraft.
Dabei ist es doch eigentlich so einfach sich selbst weiter zu entwickeln. Vor allem in der heutigen Zeit, in der uns das Internet und somit alle Informationen innerhalb weniger Sekunden auf einem Bildschirm zur Verfügung stehen können. Wecke ich also beispielsweise das Interesse für die Fotografie in mir, setze ich mich vor meinen Rechner und lasse mich inspirieren. Danach schnappe ich mir meine Kamera und fange an mich auszuprobieren. Und so funktioniert das mit allem. Wenn mich etwas wirklich interessiert, werde ich auch einen Weg finden, mir Wissen darüber anzueignen.
Das Problem an unserem Schul- und Bildungssystem ist einfach das fehlende Interesse. Junge Menschen werden zu Dingen gezwungen auf die sie keinerlei Lust haben, quälen sich nebenbei in der wichtigsten Zeit ihrer Entwicklung mit der Frage, wer oder was sie sind und sein wollen. Wen wundert es dann noch, dass Jugendliche mit dem Gedanken spielen sich umzubringen, ihren Kummer in Alkohol ertränken oder mit Anfang 20 ausgebrannt sind? Diese Jugendlichen werden dann zu unzufriedenen Erwachsenen und damit ist wirklich niemandem geholfen außer den Konzernen, die von unserer Unzufriedenheit profitieren.
Ich glaube fest daran, dass jeder von uns eine Leidenschaft hat und aus einem bestimmten Grund auf diesem Planeten ist. Es liegt an uns diese zu finden und dem nachzugehen was man liebt und ein Leben zu führen, von dem wir am Ende behaupten können, dass es unser eigenes war.