Juli 2019
Urlaub?
“Ich würde gerne mal ohne Technik verreisen” sagt einer der Freunde, mit denen ich in Urlaub bin. “Einfach nur eine analoge Kamera und ein Zelt, so ungefähr”
Alle Anwesenden stimmen zu, inklusive mir. Dann lache ich ein wenig.
Die komplette Reise wird per Google Maps navigiert und geplant.
Als Erstes wird im Haus das WLAN installiert und als zu lahm befunden. Wir sind in einem Dorf direkt am Meer. Das WLAN wird sich auch nicht erholen, weil wir ständig Bilder in die Google-Fotos Cloud synchronisieren.
Meine Freunde suchen (und kaufen) am ersten Urlaubstag für den Bildschirm im einen Schlafzimmer einen Google Chrome Cast, damit sie Netflix auf den Bildschirm streamen können. Im Laufe des Urlaubs machen wir das genau einmal. Wir schieben es auf das schlechte Internet. Eigentlich ist es aber viel zu schön hier, um den Abend vor Netflix zu verbringen.
Vor dem Abendessen sitzen wir trotzdem oft vor dem Handy bzw. an der Nintendo Switch, die mitgebracht wurde.
Meine Freundin sitzt sehr viel an ihrem Chromebook, um College-Aufgaben noch fertig zu bekommen. Das Gerät ist ein Browser in Laptop-Form und Google Docs schmiert ihr ständig ab. Sie ist deswegen unglaublich frustriert. Verständlich, die Entspannung, die sie hätte, wenn sie das Ding weglegen könnte, sitzt ihr im Nacken.
Hier ist ein Bild von diesem Chromebook auf dem höchsten Punkt der Insel. Wer heranzoomt, sieht, dass wir dort kein Internet hatten. Große Überraschung.
Chromebook auf dem höchsten Punkt der Isle of Wight. Foto: Elliot Cook
Während sie an dem Ding frustriert, spalten wir Feuersteine für Andenken. Wir sind alle etwa 20 und genießen das Wühlen in der Erde.
Feuersteine zertrümmern macht mehr Spaß als Chromebook. Foto: Simone Dahmen
Wir sind uns alle einig, dass wir noch einmal zusammen wegfahren sollten. Ich schlage ein Cottage auf einer schottischen Insel vor. Ohne WLAN.
(Simone Dahmen)















