Leo als Teamleiter
(Und wie er seinen Job in BiD wieder richtig gut macht)
Warum ich Leo für einen guten Teamleiter halte, habe ich hier schon einmal ausgeführt. Leo macht über alle Filme hinweg eine sehr gute Entwicklung durch und BiD zeigt für mich mal wieder, wie weit er gekommen ist und was für einen guten Job er als Chef macht.
In BiD finde ich besonders interessant, wie unterschiedlich er mit all seinen Teammitgliedern umgeht und dass er bei allen von ihnen weiß, worauf sie am besten reagieren.
Esther
"Ich bin dein Chef. Rede gefälligst mit mir."
Der auffälligste Vorgesetzten-Moment im ganzen Film. Das kommt, nachdem Leo ihr gefolgt ist, als sie ohne ein weiteres Wort aus dem Präsidium abgehauen ist. Er lässt nicht den Chef raushängen, als sie geht oder während sie zusammen im Auto sitzen. Er gibt ihr so lange Zeit, von sich aus mit ihm zu reden, bis es nicht mehr geht, weil sie vor dem Haus von jemandem stehen, der ihnen vielleicht gefährlich werden könnte. Ab da muss Leo sich durchsetzen und er schafft das auf eine Art, auf die Esther gut anspringt - oder zumindest so gut, wie es den Umständen entsprechend geht. Jedenfalls sagt sie ihm die Wahrheit und schickt ihn nicht weg, was davon zeugt, dass sie Leo doch vertraut.
Dann ist da der Moment mit Katja. "Mein Chef." "Meiner auch." Aber trotzdem verliert Esther in dem Moment kein schlechtes Wort über Leo. Denn auch wenn Leo vielleicht manchmal genauso ein Erbsenzähler sein kann wie Katjas Chef, ist er trotzdem für Esther da. Ja, er erinnert sie daran, dass sie kurz vorm Diszi steht, aber er steht auch für sie ein, als Michel Louis Esther erkennt und ihr blöd kommen will. "Hey. Sie sprechen hier über unsere Kollegin." Er nimmt hier sein Team in Schutz, was einen guten Vorgesetzten auch ausmacht.
Pia
"Wir hatten eine Abmachung. Du gehst da regelmäßig hin, dann kannst du hier ohne Pause weitermachen. Wenn du's nicht machst, dann fährst du gegen ne Wand."
Erstmal finde ich das "Wir" interessant, was für mich heißt, dass Leo an dieser Abmachung beteiligt war. Zu dem Zeitpunkt muss er aber zumindest noch krank geschrieben, wenn nicht sogar im Krankenhaus oder in Reha gewesen sein. Trotzdem hat er sich von dort aus für Pia eingesetzt, weil er wusste, dass sie mit einer längeren Dienstbefreiung nicht gut klargekommen wäre. Gleichzeitig macht er hier aber auch ganz klar, dass Pia sich an ihren Teil der Abmachung halten muss, bleibt aber immer noch sanft dabei, ohne ihr Konsequenzen anzudrohen. Da ist kein "sonst schicke ich dich nach Hause", sondern nur der Fokus darauf, dass Pia sich durch ihr Verhalten selbst schadet. Gleichzeitig lässt er das Thema fallen, sobald Adam dazu kommt, was für mich schön zeigt, dass Leo ihr Gespräch und Pias Probleme als vertraulich ansieht und sie nicht ungefragt mit dem Rest des Teams teilt.
Dann gibt es die Szene mit den beiden nachts im Büro. Leo fragt, ob Pia es heute schon angehört hat. Als Pia ihm sagt, dass sie es jeden Tag versucht, meint Leo "Das braucht einfach Zeit." Auch hier kommen keine Vorwürfe, sondern Leo ist einfach für sie da, ohne sie zu drängen, und bleibt bei ihr, während Pia sich die Aufnahme anhört. Eine kleine Geste, die von der Vertrautheit zwischen ihnen zeugt und auch, dass Leo genau weiß, was sie in dem Moment braucht und wie er ihr am besten helfen kann.
Adam
"Piano, ja?"
Zwischen den beiden gibt es für mich in diesem Film nicht so viele Interaktionen, wo Leo als Teamleiter mit Adam spricht. Wenn Adam fragt, wie es ihm geht, wirkt es immer eher auf einer freundschaftlichen Ebene. Hier, als sie in die Kneipe kommen und Adam Dartspielen möchte, wirkt es aber schon wie eine Anweisung - als ganz kleiner Hinweis, den Adam auch ohne große Worte versteht und an den er sich auch hält. Das finde ich wirklich schön, weil Leo Adam machen lässt und Adam erlaubt, einen eigenen Ermittlungsweg zu wählen, aber gleichzeitig dafür sorgt, dass Adam nicht über die Stränge schlägt.














