Namibia/Südafrika 2017/18 - Teil 17
Mittwoch, 27. Dezember 2017,
Herrschaften und Oukies!
Heute Morgen waren wir bereits um 9 schon wieder auf der Piste.
Während ich das Frühstück zubereitete, packte der Monsieur le Chauffeur den Hilux. Der Rest unserer Lebensmittel kam in die beiden Kühlboxen.
Zunächst fuhren wir auf gut ausgebauter Teerstraße von Karasburg nach Grünau. Von Grünau ging es dann wieder auf den bekannten Schotterpisten in Richtung des Fish River Canyons.
Da wir den Canyon bereits im Jahre 2014 ausführlich von allen Seiten besichtigt hatten, verzichteten wir auf einen Besuch und querten nur den Gondwana Canyon Park.
In der Naute Kristall Kellerei, einem Ableger der Kristall Kellerei von Omaruru, wollten wir unsere Vorräte an Wein und Grappa auffüllen. So war der Plan....
Trotz gegenteiliger Auskunft war dort leider geschlossen. So werden unsere Vorräte des Matisa-Grappas zu Hause nur noch in homöopathischen Dosen ausgegeben, denn Omaruru und der Stammsitz des Unternehmens steht in diesem Jahr nicht auf unser Reiseroute.
Da nächste Ziel, das wir ansteuerten, war der Naute-Damm. Dort sind wir beim letzten Mal leider nur vorbei gefahren. Heute nahmen wir uns die Zeit und fuhren bis ganz hinauf. Oben sind tolle Picknick-Plätze angelegt und es gibt den obligatorischen Braai-Plaas (Grillplatz).
Dann ging es weiter auf der C 12 in Richtung Norden bis zur asphaltierten B 4, dort fuhren wir nach wenigen Kilometern wieder ab.
Nächster Programmpunkt war das legendäre Seeheim-Hotel, dass wir letztes Mal ebenfalls, bedingt durch eine Umleitung wegen Straßenbauarbeiten, auslassen mussten.
Unten am meist trockenen Fisch-Fluß liegt, wie eine Trutzburg gebaut, diese Unterkunft, die natürlich ebenfalls ursprünglich von den deutschen Schutztruppen gebaut wurde.
Der Ort war mal ein echter Verkehrsknotenpunkt, denn hier führte die Bahnlinie von Keetmanhoop nach Lüderitz vorbei und auch die Anschluß-Strecke nach Südafrika startete hier.
Es gab nicht nur einen Bahnhof, sowie 2 Hotels, sondern auch Geschäfte eine Bank und sogar ein Bordell. Kurzum, Seeheim war sozusagen eine Stadt von Welt.
Alles was davon noch übrig geblieben ist, ist das heutige Seeheim-Hotel - und selbst das liegt auch noch abseits der heutigen B 4, der Verbindungsstraße von Keetmanshoop nach Lüderitz.
Wenn man es nicht weiß, niemals käme man auf die Idee hier nach einem Hotel zu suchen. Hoch oben, von der Randstufe, schraubt sich die Piste nach unten.
Als erstes sieht man einen Turm und dann erscheint nach und nach das ganze burgähnliche Anwesen.
Karte und GPS verzeichnen beide eine Tankstelle in Seeheim. Und richtig: es gibt tatsächlich eine Stelle zum Tanken.
Von der Terrasse des Hotels konnte ich 2 miteinander verbundene Fässer auf einem Gestell ausmachen. Daran montiert ist ein Schlauch mit Zapfhahn.
Daneben ist auf einem Granitstein eine Zapfsäule gemalt und darüber steht Diesel. Also, eine Stelle zum Diesel tanken! Nicht mehr und nicht weniger!
Vom trockenen Flußbett des Fish Rivers trottete ein Jungbulle herauf und marschierte einmal quer über den Hotelparkplatz nach Hause, Richtung seines Stalls.
Wir nahmen hier unseren Mittagsimbiss zu uns. Als der Monsieur le Chauffeur zum zahlen ins Haus ging....
.... packte die Bedienung hier auch gleich die Gelegenheit beim Schopfe und fragte nach einer Mitfahrgelegenheit nach Germany.
Wir fuhren jetzt unten am Fish River entlang zurück zur B 4, der wir weiter in Richtung Westen folgten.
Die Fahrt führt über Goageb und ist recht eintönig, bis Aus waren wir mal wieder froh über unsere mitgebrachte Musik im Auto.
Von Seeheim bis Aus sind es noch etliche Kilometer, für die wir gut 2 Stunden brauchten.
Am frühen Nachmittag kamen wir dann im kleinen Ort Aus an, der ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region ist.
Hier trifft die M 118/C 13 von Rosh Pina im Süden auf die B 4, die westlich nach Lüderitz und östlich nach Keetmanshoop führt. Die M 35/C 13 führt weiter nach Helmeringhausen und Maltahöhe im Norden.
An der Tankstelle herrschte gerade großes Gedränge durch mehrere Touristen mit 4x4 Fahrzeugen.
Uns lockte jedoch mehr die Terrasse vom Bahnhof Hotel, wo man wunderschön sitzen und aus der umfangreichen Menükarte auswählen kann.
Hotel und Ortschaft waren uns noch aus 2014 in guter Erinnerung geblieben. Zunächst füllten wir im bestens sortierten Shop an der PUMA-Tankstelle unsere Vorräte auf.
Hier befindet sich die zentrale Schaltstelle des ganzen Ortes und darüber hinaus. Touristen-Informationen, Abschleppunternehmen, Car-Wash, Shop, Bankfiliale, Camping, Zimmer usw. usw. befinden sich hier, unter einem Dach.
Zur Kaffeezeit kehrten wir wieder im Bahnhof-Hotel ein. Wir wussten, dass es hier selbstgemachte Kuchen gibt - und Internet.
Und so saßen, kaum verwunderlich, eine halbe Legion an Touristen aus aller Herren Länder hier beisammen und versuchten sich einzuloggen.
Unser Tagesziel war anschließend schnell erreicht, denn dazu mussten wir nur noch einmal quer durch den Ort fahren und hinten an der Kirche wieder raus - ohne noch einmal auf die B 4 zurück zu fahren. Gut, wenn man sich auskennt.
Klein Aus Vista liegt direkt am Eingang des Gondwana Sperrgebiet Rand Park, nur 2 Kilometer westlich von Aus. Von hier aus sind viele Hauptattraktionen der Region recht gut zu erreichen.
Die “wilden” Pferde der Namib bei Garub und der Kameldornbaumwald am Koichab Rivier.
Die ehemalige Diamantensiedlung Kolmanskoppe ist nach etwa 100 Kilometern Fahrt auf Asphaltstrasse erreicht und der Hafenort Lüderitz nach rund 120 Kilometern.
Da wir Lüderitz bereits 2014 besucht hatten, wollen wir hier in Klein Aus Vista unseren schönen Bungalow und die wundervolle Umgebung 2 Tage ganz in Ruhe genießen.
Gäste des Gondwana Sperrgebiet Rand Parks haben die Wahl zwischen vier Unterkünften: das Desert Horse Inn, die Eagles Nest Chalets inmitten der Natur, eine Gruppenunterkunft in der Geisterschlucht für Selbstversorger und einen Campingplatz.
Nur wenige Gäste können hier in den Chalets der Eagles Nest Lodge, die zu Gondwana gehört, untergebracht werden - daher ist eine rechtzeitige Buchung unbedingt zu empfehlen.
Die Häuser sind alle sehr schön, aber von der Lage und der Ausstattung doch ein wenig unterschiedlich.
Direkt am Anfang gruppieren sich einige Hauschen im Tal. Von hier aus hat man ein bisschen weniger Aussicht in die Ebene, dafür kann man das Leben in den Felswände im Hintergrund beobachten.
"Mountain View", "The Wall" und "The Cave" liegen relativ zur Weite der Landschaft direkt nebeneinander. "The Rock" liegt sehr schön am Hang und hat eine kleine, steile Auffahrt zum Parkplatz.
Dann folgt ein Stück weiter "The Boulder", wo zwei Einheiten durch einen dicken Felsen getrennt sind.
"Desert Vista" ist das nächste Chalet in 100 Meter Entfernung, hier fährt dann glücklicherweise nur noch einer vorbei: der Bewohner vom "Eagles View", dem neusten und größten Haus in der Sammlung.
Von allen Häusern hat man einen großartigen Blick auf die endlosen Weiten der Namibwüste und besonders zum Sonnenuntergang kann man hier sitzen und sich die wunderbaren Farben der Landschaft mit einem Sundowner in der Hand ansehen.
Jedes der Chalets wurde aus Naturstein rund um einen mächtigen Granitfels erbaut. Von der Terrasse hat man einen wirklich atemberaubenden Blick auf den Gondwana Sperrgebiet Rand Park in absoluter Ruhe und Stille.
Es gibt einen Grill (Braai) und direkt am Haus einen Parkplatz.
Wir bezogen das Chalet namens Desert Vista, fast am Ende des Weges. Es liegt auch recht entfernt zum nächsten Nachbarn. Im Hintergrund erhebt sich eine steile Felswand, in der allerlei Tiere leben.
Wenn man am Tag dort sitzt und beobachtet, dann bekommt man einige Besucher.
Direkt vor dem Chalet befindet sich eine kleine Schale mit Wasser, von der vor allem Vögel und Insekten angezogen werden, die sich so gut beobachten lassen.
Das Zimmer ist sehr großzügig, auf mehreren Ebenen angelegt. Die Rahmen der Türen und Fenster sind aus den alte Eisenbahnschwellen, auf denen noch "Krupp 1906" steht, gefertigt.
Ein riesiger Felsblock bildet die hintere Wand des Raumes, davor stehen die Betten mit Aussicht auf die Ebene.
Es gibt eine Küche mit Kühlschrank (Minibar) und Spüle, einen Esstisch, der komplett für 2 Personen gedeckt war, und eine Sitzecke mit offenem Kamin.
Mit einer halbhohen Mauer ist dieser Teil vom Schlafbereich abgetrennt, in einem abgestorbenen Köcherbaum warten ein paar Rotweinflaschen auf Verkostung.
Es gibt viel Platz für die Koffer, einen Schrank und einen Schreibtisch. Alles wird mit Solarenergie betrieben - Kamera, Handy und Laptop lassen sich aber aufladen.
Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und lekker Slaap!
Angie und der Monsieur le Chauffeur & der Hasenbär











