#teamginalisa
Ich frag' mich, wie die ganzen Feministen sich jetzt fühlen, die vor ein paar Monaten noch überall #teamginalisa durch die Gegend gebrüllt haben.
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#teamginalisa
Ich frag' mich, wie die ganzen Feministen sich jetzt fühlen, die vor ein paar Monaten noch überall #teamginalisa durch die Gegend gebrüllt haben.
I wanna break someone’s fucking neck. Gina-Lisa was found guilty for false accusation...WHY DOES THIS WOMAN NOT GET JUSTICE FOR WHAT HAPPENED TO HER?!?! THERE’S LITERALLY A FUCKING VIDEO!!!!! and now one of the guys plays the victim, talking about how he lost his job and has to deal with so much hate and how he’s such a poor little puppy. There was another woman confirming that what happened to Gina-Lisa happened to her as well and Gina is the bad one in all of this?!?!?! HOW DOES THAT MAKE SENSE?! I literally wanna punch someone in the face right now
Allemagne : 1 200 femmes auraient été agressées à Cologne, certaines par plusieurs hommes
Allemagne : 1 200 femmes auraient été agressées à Cologne, certaines par plusieurs hommes
Fuite d’un document de la police sur le jour de l’an à Cologne : 2000 hommes ont agressé 1200 femmes :
“La police évalue à 2 000 le nombre d’agresseurs à Cologne et Hambourg la nuit de la Saint-Sylvestre. Jusqu’à présent, les faits ont été rarement jugés.”
En réalité, que les agressions aient été commises par un individu ou un groupe, il y a eu peu de condamnations. Pourtant, ces dernières…
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"Non, c'est non !" - L’Allemagne bouleverse sa définition légale du viol
“Non, c’est non !” – L’Allemagne bouleverse sa définition légale du viol
#Cologne #Allemagne – Une loi pour « mieux protéger les femmes ».
Sept mois après les agressions de Cologne, le législateur allemand va combler les lacunes du code pénal. Une agression sexuelle sera définie par l’absence de consentement, et plus seulement par la contrainte :
« Tout acte sexuel commis contre la volonté identifiable d’une autre personne » devrait devenir une infraction pénale.
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CC BY-NC-SA 4.0 by Theresa Kalmer
Das Problem ist doch, dass ich überhaupt in die Lage versetzt werde, widersprechen zu müssen. Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der Menschen der Auffassung sind, meinen Körper als Objekt ihrer sexuellen Begierde einfach benutzen können. Ich will gefragt werden. Ich will es gut finden, was mit meinem Körper geschieht. Ich will, dass Handlungen und vor allem sexuelle Handlungen konsensual ablaufen. Ich will einverstanden sein.
Geht’s noch? – Deutschland diskutiert über den Fall Gina-Lisa Lohfink und Theresa reicht es, denn ein „Nein“ ist schon viel zu spät!
TW: Am 7. Juli 2016 entscheidet der Bundestag über die Reform des Sexualstrafrechts.- Doch brauchen wir tatsächlich eine Reformierung?
Am 7. Juli wird im Deutschen Bundestag unter Tagesordnungspunkt 5 die zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs einer Änderung des Strafgesetzes – zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung beraten, den, von der Fraktion DIE LINKE eingebrachten Entwurfs einer … zur Änderung des Sexualstrafrechts, des von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Verbesserung des Schutzes vor sexueller Misshandlung und V*rg*w*lt*g*ng. Darüber wird anschließend der Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz eine Beschlussempfehlung abgeben, und die Abgeordneten werden das neue Gesetz beschließen.
Schon bei der ersten Lesung am 28. April waren sich Redner*innen aller Fraktionen einig, dass der strafrechtliche Schutz der sexuellen Selbstbestimmung dem Grundsatz „Nein heißt Nein“ folgen solle.
Auf der Seite des Deutschen Bundestages können die schon veröffentlichten Gesetzesentwürfe nachgelesen werden: http://www.bundestag.de/dokumente/tagesordnungen/tagesordnung-183/295952
Die Debatte im Bundestag kann am 7. Juli per Livestream von 11-12 Uhr verfolgt werden: http://www.bundestag.de/tv
Der Änderungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD zu dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Strafgesetzbuchs – Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung liegt seit gestern Abend vor und kann hier nachgelesen werden: http://blog.wawzyniak.de/wp-content/uploads/2016/07/186236-%C3%84A-Koa-sexuelle-Selbstbestimmung.pdf
“Die Koalition hat ihr umstrittenes Vorhaben nachgebessert, sexuelle Übergriffe aus Personengruppen heraus gesondert unter Strafe zu stellen und das Ausweisungsrecht bei Ausländer*innen nach entsprechenden Taten zu verschärfen.
Im entsprechenden Änderungsantrag, der am Mittwoch im Rechtsausschuss beschlossen werden soll, heißt es nun, strafbar mache sich nur, „wer eine Straftat dadurch fördert, dass er sich an einer Personengruppe beteiligt, die eine andere Person zur Begehung einer Straftat an ihr bedrängt“ und aus dieser Gruppe heraus sexuelle Nötigungen oder Belästigungen begangen werden.
Der Entwurf stellt nun klar, dass Täter*innen „mindestens billigend in Kauf nehmen, dass aus der Gruppe heraus Straftaten begangen werden“. Bloße Ansammlungen von Menschen seien nicht erfasst, weshalb sich niemand strafbar mache, der etwa in einer überfüllten U-Bahn mitfahre, in der ein*e Täter*in sexuell übergriffig werde.”(Quelle: Tagesspiegel)
Anfang des Jahres, nach Bekanntwerden der Verbrechen in der Silvesternacht, waren wundersameweise plötzlich alle aufgerüttelt und sich einig, dass sexualisierte Gewalt nicht straflos bleiben darf. Unter anderem wurde die Reform unseres völlig veralteten Sexualstrafrechts endlich aus der Schublade geholt, wo sie zuvor verstaubte, obwohl Betroffene, Betroffenenorganisationen, Fachverbände, NGOs und Aktivist*innen seit langer Zeit auf die erforderliche Beseitigung der Schutzlücke pochten.
Inzwischen ist einige Zeit vergangen, und den Verfechter*innen des Rechtes auf sexuelle Selbstbestimmung schlägt wieder ein starker Wind entgegen. Den Verfechter*innen eines gerechten Sexualstrafrechtes wird wieder offen mit Hass begegnet, sie werden öffentlich verhöhnt und diffamiert.
Zur Erinnerung: Die Debatte zur Verschärfung des Sexualstrafrechts ist kein Krieg zwischen den Geschlechtern. Es geht um consentculture oder rapeculture. Wir wollen in einer Welt leben, in der “Nein” als “Nein” gilt, in der Täter*innen angemessen bestraft und das Verbrechen verachtet wird, anstatt weiterhin Täter*innen zu schützen und Betroffene allein lassen. Betroffene sollen keine Angst mehr davor haben, Sexualstraftaten zur Anzeige zu bringen, ihnen soll zugehört werden. Wie bei jedem anderen Verbrechen, soll den Betroffenen zunächst geglaubt werden, anstatt von vornherein ihre Aussagen in Frage zu stellen.
Vergessen wir nicht, dass die Verschärfung des Sexualstrafrechts kein Akt des guten Willens oder der Barmherzigkeit seitens des Bundestages ist. Vielmehr ist die seit Jahren ausstehende Ratifizierung der Istanbul-Konvention erforderlich, die bereits vor fünf Jahren unterzeichnet wurde, deren Ratifizierung vom Europarat zwischenzeitlich angemahnt wurde:
Bereits am 11. Mai 2011 beschloss der Europarat die Istanbul-Konvention. Diese Übereinkunft richtet sich gegen Gewalt an Frauen. Neben Prävention und Opferschutz setzt sie auf die Strafverfolgung der Täter*innen. Deutschland hat das Abkommen bis heute nicht ratifiziert.
Die Istanbul-Konvention verpflichtet die Staaten unter anderem dazu, Gesetze zu verabschieden, nach denen Gewalt gegen Frauen bestraft wird. Wo es entsprechende gesetzliche Vorgaben nicht gibt, müssen sie laut Konvention eingeführt werden. Ebenso soll dafür gesorgt werden, dass Strafverfolgung tatsächlich stattfindet.
Damit Betroffene sexualisierter Gewalt besser durch das Strafrecht geschützt werden, muss unmissverständlich gelten: Wer sich beim Sex über den Willen anderer hinwegsetzt, macht sich der V*rg*w*lt*g*ng schuldig.
Konsent bedeutet: nur “ja” heisst “ja”. Alles andere ist nicht einvernehmlich.
Es ist passiert
Wenn weiße (vermutlich) heterosexuelle und damit privilegierte ältere Herren Gina-Lisa Lohfink der Lüge bezichtigen und sie verhöhnen, dann freue ich mich für diese älteren Herren. Weil sie vermutlich bisher in ihrem Leben kein Opfer einer Vergewaltigung wurden und es wahrscheinlich auch nicht mehr werden. Sonst würden sie wahrscheinlich anders sprechen.
Die Tatsache, dass es weniger angezeigte Vergewaltigungen gibt, als uns die Brigitte weismachen möchte, wie Herr Fischer schreibt, liegt an Menschen wie, nunja, Herr Fischer.
Angenommen, mir wäre das auch passiert, ein bisschen anders, aber sehr ähnlich und ich hätte nein gesagt, aber die beteiligten Männer hätten nicht aufgehört und ich hätte dann weiter machen lassen, aus Gründen, aber nicht weil ich das gewollt hätte. Was wäre geschehen, hätte ich das angezeigt? Wäre das Gleiche passiert wie bei Gina-Lisa oder nicht, weil ich kein Trash-TV-Starlet bin, mit gemachten Brüsten? Hätte mir der/die RichterIn geglaubt, die Staatsanwaltschaft? Denn ich hätte ja angeblich nein gesagt, aber weiter machen lassen. Hätten das die von mir beschuldigten Männer nicht auch gesagt? Sie hat ja weiter machen lassen. Sie hat vielleicht nein gesagt, aber eher nicht (wenn nicht gefilmt wurde, steht ja Aussage gegen Aussage, zwei gegen eine) aber sie hat ja weiter machen lassen (ich schreibe weitermachen lassen, denn der Sexualakt wäre so ähnlich gewesen, wie in dem Video von Gina-Lisa, nämlich passiv, empfangend, daliegend, eben nicht engagiert bei der Sache). Was wäre passiert, hätte ich das angezeigt, nachdem ich mir lange noch danach und immer noch wieder einmal die Schuld gegeben hätte an dieser Sache.
Wäre ich kein richtiges Opfer gewesen, weil ich nicht ahnungslos auf dem Nachhauseweg in einem dunklen Park überfallen worden wäre? Sondern weil ich betrunken gewesen wäre und ich bei einem ausgelassenen Abend diese Männer kennengelernt hätte und ich doch hätte wissen müssen, dass es der Fall sein hätte können, dass mein Zustand hätte ausgenutzt werden können, indem ich mich schließlich befunden hätte? Weil ich mir nichts gedacht hätte, als ich sie in die Wohnung begleitet hätte, sie mir noch mehr zu trinken gegeben hätten, obwohl man das doch wissen müsste, auch wenn niemand zuvor über Sex auch nur ein Wort verloren hätte. Weil es doch zwischen Männern und Frauen eine un- und ausgesprochene Vereinbarung der sexuellen Möglichkeit gibt (bei Gina-Lisa gab es anscheinend bereits vorher nach Angaben am vorherigen Abend Geschlechtsverkehr mit einem der Herren, aber das bedingt nicht unbedingt ein Einvernehmen am Folgetag).
Der betroffene Pardis F. beklagt nun, dass sein Leben ruiniert ist. Natürlich, denn hätte Gina-Lisa die beiden nicht der Vergewaltigung beschuldigt, wäre in dem Film alleine sie verlacht und verurteilt worden, als Schlampe, die sich eben hat filmen lassen. Weil sich Schlampen beim Sex filmen lassen. Ein zutreffendes Frauenbild, dass so immer wieder durch alle Gesellschaftsschichten kolportiert wird. Wenn solche Videos entstehen, wer ist dann die Dumme? Das Mädchen, die Frau (oder aber auch das männliche Opfer). Wer fickt, ist es nicht. Es ist der oder diejenige, der/die gefickt wird. Der Gefickte ist das Opfer, so heißt es in der Popkultur, im Rap, in der Umgangssprache der Jugendlichen.
Übrigens: Hätten er und Sebastian C. das Filmchen nicht versucht zu verkaufen, oder nicht zumindest an seine Freunde verschickt, wäre das wohl gar nicht passiert. Das am Rande. Er empört sich darüber, dass Gina-Lisas Karriere nicht zerstört wurde und dass sie nach wie vor Angebote erhalte.
Dass der Schuss nun nach hinten losging und die beiden Männer das nicht antizipieren konnten – zeugt das nun von schlichter Dummheit oder von absoluter Arroganz? Nämlich dass sie als Männer ja gar nicht zur Zielscheibe der Gesellschaft werden können, wenn es um Imageschädigung durch Sex geht, das aber nun doch passiert ist. Das ist ein Paradebeispiel des indirekten Victim Blamings.
Und da greift wieder dieser ausgelutschte Aussage, bei der es mir hochkommt und ob deren Erwähnung ich so dermaßen angeödet bin, weil ich sie seit meiner frühesten Präpubertätsjahre hören muss, dass ich es am Liebsten lassen würde, wenn sie nicht immer noch der Wahrheit entsprechen würde: Männer sind tolle Hechte, Frauen Schlampen (oder eben die Gefickten; ich entschuldige mich für diese Vulgarität).
Frauen und Mädchen werden beschuldigt für das, was ihnen passiert. Das fängt bei den Eltern an, die ihren Töchtern verbieten, kurze Röcke zu tragen, das hört auf bei einem Richter, der eine Kolumne für eine große Wochenzeitschrift schreibt und der vage andeutet, dass es nicht verwunderlich ist, wenn eine Frau die mit dem Vorzeigen-von-dicken-Silikonbrüsten als Sexobjekt gesehen wird.
Angenommen, mir wäre das auch passiert, ein bisschen anders, aber sehr ähnlich und ich hätte nein gesagt, aber die beteiligten Männer hätten nicht aufgehört und ich hätte dann weiter machen lassen, aus Gründen, aber nicht weil ich das wollte. Was wäre geschehen, hätte ich das angezeigt? Wäre das Gleiche passiert wie bei Gina-Lisa oder nicht, weil ich kein Trash-TV-Starlet bin mit gemachten Brüsten?
Hätte mir der/die RichterIn geglaubt, die Staatsanwaltschaft? Denn ich hätte ja angeblich nein gesagt, aber weiter machen lassen. Hätten das die von mir beschuldigten Männer nicht auch gesagt? Sie hat ja weiter machen lassen. Sie hat vielleicht nein gesagt, aber eher nicht (wenn nicht gefilmt wurde, steht ja Aussage gegen Aussage, sogar zwei gegen eine) aber sie hat ja weiter machen lassen. Wäre ich kein richtiges Opfer, weil ich nicht ahnungslos (und am besten noch nüchtern) auf dem Nachhauseweg in einem dunklen Park überfallen worden wäre, sondern weil ich betrunken gewesen wäre und ich doch hätte wissen müssen, dass es der Fall sein könnte, dass das ausgenutzt wird? Hätten nicht alle um mich herum insgeheim von mir gedacht, ich wäre eine Schlampe? Sex mit Fremden und dann auch noch mit zwei Männern!
Das sind Szenarien, die durchaus vorstellbar sind. Man muss nur diesen aktuellen Fall der Gina-Lisa Lohfink anschauen. Und hier gibt es ja sogar noch ein Video, dass dieses Nein aufgezeichnet hat. Welche Frau möchte unter solchen Umständen eine Anzeige machen? Wenn selbst eine Videoaufnahme, in der eine Frau mehrmals „Hör auf“ sagt, der Falschbeschuldigung bezeichnet wird. Was habe ich als Frau für eine Chance vor Gericht, wenn ich nein sage, der Geschlechtsverkehr dennoch weitergeht und zwei Männer etwas anderes behaupten als ich?
Der Stanford-Student und erfolgreiche Schwimmer Brock Turner hätte es doch dann auch wissen müssen, dass er eventuell zu einem Vergewaltiger werden könnte, wenn er Alkohol trinkt. Stattdessen wird er von seinem Vater als Opfer bezeichnet, [whose] life has been deeply altered forever [...]. He will never be his happy go lucky self with that easy going personality and welcoming smile. His every waking minute is consumed with worry, anxiety, fear and depression. [...] His life will never be the one that he dreamed about and worked so hard to achieve[...] Das Opfer hingegen, wurde von Turners Anwalt gefragt, ob es sich als ein Party Animal bezeichnet habe und warum sie überhaupt auf die Party gegangen sei. Vielleicht, weil sie es wollte, im Krankenhaus aufzuwachen, mit welken Blättern und Dreck in ihren Haaren, vom Boden neben den Mülltonnen, auf dem sie wenige Stunden zuvor lag, unter Brock Turner, der behauptete, sie hätte das so gewollt, weil sie seinen Rücken getätschelt hätte. Turner hat übrigens sechs Monate bekommen.
Und ferner, sollte es nicht eine Voraussetzung sein, beim Geschlechtsverkehr für einen Augenblick innezuhalten und sein Gegenüber zu fragen, ob alles in Ordnung ist, wenn dieses mehrmals hintereinander „Hör auf!“ sagt? Die Bemühungen verschiedener US-Colleges, nonkonsensualen Sex zwischen den Studierenden zu verhindern, werden oft noch belächelt und kritisiert. Dabei ist es doch selbstverständlich, jemanden zu fragen, ob er oder sie einen sexuellen Verkehr auch wirklich möchte. Das gebührt der Respekt vor seinem Mitmenschen, gleich welchen Geschlechts. Das Argument, dass die erotische Stimmung und Leidenschaft verloren gehen würde, würde man jemanden während des Aktes fragen, ob er auch einverstanden ist damit, was man da gerade macht, ist für mich hinfällig. Bei einem sexuellen Akt sollte man auf sein Gegenüber eingehen, egal, ob es sich dabei um einen One-Night-Stand handelt oder um den geliebten Ehepartner. Das hat etwas mit Moral zu tun.
In dem besagten Clip, in dem Gina-Lisa „Hör auf“ sagt, wird nicht innegehalten. Es wird weitergemacht und das macht mich traurig.
Jeder Mensch, der halbwegs Empathie verspürt und nicht nur im Vermögen ist, seine eigenen Erlebnisse als Richtschnur zu verwenden, wird der Meinung sein, dass die Dunkelziffer der Vergewaltigungsopfer um ein Vielfaches höher ist, als die tatsächliche Anzahl der angezeigten Vergewaltigungen. Fernab dessen spielt jedoch auch noch die Rolle des Alkohols und dessen Einfluss auf die Entscheidungsfähigkeit eine wichtige Rolle. Auch diesem generellen Problem, das Alkohol in unserer Gesellschaft ist, wird zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, ein Artikel diskutiert diese Thematik.
Übrigens: Niemand spricht Männern ab, dass sie Opfer von Gewalt welcher Art auch immer sind und werden. Es geht nicht um das Schlechtmachen der Männer per se, wie man oft von Männern hört, die Menschen wie mich, die sich darüber äußern, als Feminazis beschimpfen. Es geht nicht um Männerhass. Es ging nie um Männerhass. Männer sind in diesem System nicht nur Täter, sondern auch die Opfer. Es ist ein System das wirkt und zum Thema hat dies die Dokumentation „The Mask You Live In”, die momentan auf Netflix zu sehen ist. „The Mask You Live In” fordert ein Umdenken in der Erziehung von Jungen und Mädchen. Vergewaltigungen entstehen durch einen Mangel an Liebe und Fürsorge und durch feste und unverrückbare Rollenbilder, wie sich Männer und Frauen angeblich zu verhalten hätten. Die sogenannten Bro-Codes von College-Fraternitäten, die zu uns aus den amerikanischen Staaten übergeschwappt sind, sind ein Beispiel eines Reglements, dass sowohl deren Mitglieder, als auch die daraus entstehenden Opfer außerhalb dieser Peergroups massiv und nachhaltig schädigt.
Fast jeder der Millennialgeneration kennt den Ausspruch „Bros before hoes“. Was in der Popkultur fest verankert ist und auch Frauen für sich zu adaptieren versuchen und dabei jedoch scheitern (”Sisters before misters”; Es ist hier vielleicht noch anzumerken, dass „mister“ eine Höflichkeitsanrede für den Mann ist und „hoe“ hingegen eine despektierliche Bezeichnung einer Prostituierten.), beschreibt eine fatale Wirkung, die diese harte Geschlechtertrennung mit sich bringt. In der bereits oben genannten Dokumentation spricht Dr. Michael Kimmel dazu Folgendes: Basically what you have on college campuses is young men desperate to prove their masculinity. [...] So you get both horizontal solidarity with your bros and hierarchy, men are superior to women. The most important dicta of the bro code.
Einige Minuten früher äußert sich Dr. Caroline Heldman: We raise boys to become men whose identity is based on rejecting the feminine and then we’re suprised when they don’t see women as being fully human. So we set them up. We set boys up to grow into men who disrespect women at a fundamental level, and then we wonder why we have the culture that we have.
Die Trennung Wir (bros) und die (hoes) lässt eine Feindseligkeit entstehen, die den Nährboden für Gewalt sowohl zwischen Männern als auch gegenüber Frauen schafft. Denn selbst wenn ein Mann diese Gewalt gegenüber Frauen ablehnt, so muss er den sozialen Ausschluss aus seiner Peergruppe erwarten, sollte er sich gegen diese Ansichten auflehnen. Das kann für diesen Mann unter Umständen schwerwiegende Probleme mit sich bringen, darunter auch den Verlust seiner Karriere, da viele und gar die meisten wirtschaftlichen Netzwerke genau auf dem Fundament dieser Bro-Mentalität, den Männerbünden, gebaut sind, die es nicht erst seit Neuestem gibt, sondern seit Jahrhunderten. Und so wird, wenn nicht aktiv verletzt, bewusst verschwiegen, was der Abwertung der Frauen logischerweise zuspielt.
Die Gewalt und der Hass, nicht nur den Frauen gegenüber, werden uns seit Generationen über die Erziehung mitgegeben. Klar, deutlich und absolut wahr beschreibt das Arno Gruen in seinem Buch „Der Verlust des Mitgefühls – über die Politik der Gleichgültigkeit“ Unsere Welt ist gezeichnet von Vernunft und Autorität. Empathie und der Ausdruck von Gefühlen werden entweder ins Lächerliche gezogen oder als (weibliche und daher zu unterlassende) Schwäche deklariert. Wir lernen (insbesondere die Jungen), unsere Gefühle zu unterdrücken. Etwas, was für uns als Menschen fatal ist, zeichnen wir uns doch durch eben diese Gefühle als Menschen überhaupt erst aus. Der daraus resultierende Schmerz und die Abgegrenztheit zu den eigenen Gefühlen, die dabei entsteht, finden ihren Ausdruck in Hass, Empathielosigkeit und Unverständnis.
Solange wir nicht verstehen wollen, dass es in Ordnung ist, Schwäche zu zeigen, dass es in Ordnung ist, nicht auszureichen und nicht zu können, werden wir in einer Welt des Hasses wohnen bleiben. Es ist schwierig, sich von diesen Mustern zu lösen, die man bereits als Kind erlernt hat. Es ist jedoch von essentieller Bedeutung, dass sich gegenwärtige und zukünftige Eltern und alle Mitmenschen bemühen, ihren Kindern ein würdiges Leben, nämlich dem Ausdruck der eigenen Gefühlswelt bestimmten, zu ermöglichen. Das mag wie eine Utopie klingen, aber die Hoffnung daran darf nicht sterben.
mit „rebel girl” als soundtrack verlasse ich nun die #teamginalisa demo. danke an alle, die noch ausharren können. 💖✊