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18. Dezember 2015
Bei mir piept’s
18. Dezember 2015, morgens um 2:43 Uhr: Ich werde durch ein merkwürdiges Piepgeräusch geweckt. Zunächst beschließe ich, es nicht gehört, sondern geträumt zu haben, und versuche, wieder einzuschlafen. Doch so alle drei Minuten piept es wieder. Ich eile schlaftrunken in den Flur und lausche. Alles ist still. Ich will schon wieder ins Bett abdrehen, da nervt wieder der Pieps. Ich schiele zur Decke hoch: Es könnte der Rauchmelder sein, weil vielleicht seine Batterie gerade dabei ist, leer zu werden? Aber welcher, der im Flur oder der in der Küche? Oder doch im Gästezimmer?
Ich klettere auf einen Schemel und halte mein Ohr an den Rauchmelder an der Flurdecke.
Piep!
Nein, dieser Rauchmelder ist unschuldig. Außerdem: Für ein Rauchmelder-Gepiepse scheint mir der Pieps zu schwach. Ich fummele im Flur in meiner Jackentasche nach dem Smartphone und lausche angestrengt. Der nächste Pieps klingt verhalten und scheint nicht dem Smartphone in meiner Hand zu entfleuchen.
Im Wohnzimmer kontrolliere ich das iPad. Es hat noch genügend Strom.
Mittlerweile bin ich hellwach und mein Adrenalinspiegel wartet gereizt auf den nächste Pieps.
Piep!
Ich stürze in die Fernsehecke, wo das Handy meiner Frau liegt.
Bestimmt ist es die Kakaotalk-App auf ihrem Handy! Kakaotalk ist die koreanische Antwort auf Whatsapp und hat weltweit 200 Mio. Benutzer. Meine Frau erhält öfters Kakaotalk-Messages aus Korea. Der Zeitunterschied zu Korea beträgt sieben Stunden, was die nächtliche Belästigung erklären könnte. Allerdings klingt der Kakaotalk-Pieps normalerweise wie ein gequetschtes „Quak-quak“.
Auch hier Fehlanzeige. Mittlerweile verspüre ich Durst und gehe in die Küche, um ein Glas Wasser zu trinken.
Piep!
Diesmal lauter als alle bisherigen. Ich halte die Luft an und warte auf den nächsten Pieps.
Da, ganz eindeutig von rechts. Und was sehe ich? Die Tür von unserem Gefrierschrank ist nicht ganz geschlossen. Wenn es dem Gefrierschrank innen zu warm wird, piepst er halt.
Ich muss mal den Gefrierschrankhersteller fragen, ob er eine Handymelodie für das Gerät hat (oder heißt es Gefrierschrankmelodie?) – zwecks Unterscheidung in meinem häuslichen Piepkonzert.
(Gomobu68)