25. August 2023
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann föhnen sie noch heute
Der Föhn der Liebsten wird am Kabel heißer als dort, wo die Luft austritt: Ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Kabel vom vielen Hin- und Herbiegen mürbe geworden ist und nun wohl eine Litze nach der anderen bricht. Der Widerstand im Kabel erhöht sich, und es wird heiß.
Wie schon so oft, wird in mir der Ehrgeiz geweckt, die "Luftbrause" umgehend zu reparieren. Aber ich ahne auch bereits, was auf mich zukommt: Derlei Geräte sind häufig mit – wie ich sie nenne – Arschloch-Schrauben zugeschraubt, Schrauben mit sternförmiger Vertiefung mit einem Gnubbel in der Mitte, einem Schlitz mit Steg, fünfzackiger Sterne und so weiter. Heute sind es zwei Schrauben mit 3-gezacktem Schlitz, auch Tri-Wing genannt.
Vor vielen Jahren habe ich mal ein Sortiment Schraubereinsätze ("Bits") gekauft, in dem sowas alles drin ist.
Schrauberbits für alle möglichen Eventualitäten
Dummerweise sind die Schrauben in dem Föhn aber so tief versenkt, dass ich sie mit einem Schraubenzieher, der so einen Sechskantaufsatz für die Bits hat, nicht erreiche. Ich gucke erst mal bei Amazon. Von dort würde man mir bis morgen ein Schraubenzieher-Set liefern. Kostet aber auch 20 Euro.
Als Nächstes suche ich nach einem alten Schraubenzieher, den ich nicht mehr (unbedingt ...) brauche und nehme einen passenden Schraubereinsatz aus dem Kasten. Dann schleife ich alles blank (ZInk und Chrom muss ab) und aktiviere mein WIG-Schweißgerät. Innerhalb kurzer Zeit ist der Bit an den Schraubenzieher geschweißt. Jetzt nur noch die Schweißpunkte rundschleifen, und schon kann die Reparatur losgehen.
An einen Schraubenzieher angeschweißter Schrauberbit mit Y-Schraube (oder Tri-Wing)
Das Kabel kürze ich um 30 cm. Damit ist es immer noch lang genug. Ich finde auch die Stelle, wo das Kabel gebrochen ist. Schon ist der Föhn wieder heile, und eine kleine Schlacht im Kampf gegen die Unreparierbarkeit gewonnen.
(Markus Winninghoff)











