Two And a Half Men: So reich sind die Stars wirklich. Vermögen, Millionen-Gagen und das große Ranking der Kult-Sitcom.
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Two And a Half Men: So reich sind die Stars wirklich. Vermögen, Millionen-Gagen und das große Ranking der Kult-Sitcom.
Ego-Probleme und der moderne Showrunner - Warum "Dot and Bubble" ein Symptom eines größeren Problems ist
Liebe Sommerkinder, ich möchte euch eine Geschichte erzählen, die Geschichte heißt: "Der Aufstieg des Showrunners." Über lange Zeit der Fernsehgeschichte hinweg, gab es diese Position im Grunde eigentlich gar nicht. Ja, es gab den Erfinder einer Fernsehserie und einen Produzenten, der das Sagen über alle anderen hatte und der große Boss war, und es gab den Leiter der Writer's Room, aber diese waren oft nicht die selbe Person. Aber dann passierten die 1990er - Fernsehen wurde mehr als nur ein Snack für zwischendurch, und der individuelle Stil der Schreiberlinge machte plötzlich eine Fernsehserie zu etwas ganz besonderen, und daher wurde klar, dass man sie einfach machen lassen konnte und sollte, wenn man mit Fernsehen Erfolg haben wollte. Und so entstander Showrunner, wie wir ihn heute kennen: Der Oberboss über Serienproduktionen, der über die gesamte Produktion die Oberherrschaft hat. Und das war auch gut so.
Doch dann kam der Tag, an dem der Showrunner begann zu denken, dass er alles machen kann, was er immer schon machen wollte, weil es seine Show ist und sie sowieso erfolgreich genug ist, und er daher keine Verpflichtung seinem Publikum gegenüber mehr hat, das zu tun, was dieses von ihm erwartet. Oder ihr, was das angeht. Denn auch Frauen begannen so zu denken. Und das war nicht gut so.
Und das bringt uns in die Gegenwart und zur Frage: Haben Showrunner ihrem Publikum gegenüber eine Verpflichtung und wenn ja wie sieht diese aus? Oder anders ausgedrückt: Wie groß ist die Verpflichtung dem Publikum gegenüber?
Nehmen wir einzelne Autoren, die an narrativen Reihen schreiben. Sie sind im Grunde diejenigen, die jeden Aspekt ihrer Reihe bestimmen. Würde man zumindest meinen. Aber im 21. Jahrhundert haben sich zunehmend Stimmen erhoben, die anderer Meinung waren, die der Meinung waren, dass das Publikum sehr wohl ein Anrecht darauf hat mitzubestimmen, was in diesen Reihen passiert. Die schlichte Wahrheit ist aber, dass das nicht der Fall sein sollte bzw. sowieso automatisch der Fall ist. Wenn den Lesern Entwicklungen und Ideen nicht gefallen, dann wird der Autor oder die Autorin das früher oder später bemerken, weil die Verkaufszahlen zurückgehen und die Reviews schlechter werden. Dann wird es eine Kurskorrektur geben. Wenn nicht, dann sind die Verkaufszahlen nach wie vor gut genug, und dann ist es egal was ein einzelner Leser denkt. Und das sollte es auch sein, denn im Grunde geht es Autoren darum die Geschichte zu erzählen, die sie erzählen wollten. Kann sein, dass sie erfolgreiche Romanreihen dazu missbrauchen Buchideen, die sie anders nicht unterbringen oder entwickeln konnten, umzusetzen, und man sich des Gefühls nicht erwehren kann, dass das Ergebnis nicht ganz zusammenpasst, letztlich war es aber ihr gutes Recht das zu tun. Ihr könnt das lesen oder auch nicht, ihr könnt es mögen oder auch nicht. Kein Autor ist verpflichtet das zu Schreiben, was die Leser ihm anschaffen. Jeder, der den kreativen Prozess kennt, weiß, dass diese Idee sowieso illusionär ist. Das Gleiche gilt für Enden, vielleicht war das nicht das Ende, das ihr wolltet, aber es war das Ende, was der Autor wollte und für passend und richtig gehalten hat, und ihr habt das zu akzeptieren. Das gilt für die Verfasser von Romanen, Mangas und Graphic Novels gleichermaßen.
Schwieriger wird es aber, sobald mehrere Köche den Brei zusammenrühren wollen. Etwa im Fall von Auftragswerken, Franchises oder Reihen mit verschiedenen Autoren. Ein gutes Beispiel dafür sind Superheldencomics bei Marvel und DC. Ein neuer Autor sollte etwas schreiben, das zu der Reihe, die er übernimmt, passt, immerhin gibt es diese und ihre Leser länger als den Vertrag, den er unterschrieben hat. Zugleich macht es aber nur Sinn einen neuen Autor unter Vertrag zu nehmen, wenn dieser auch eine Storyidee für die Reihe hat, die er übernimmt. Und das heißt heutzutage leider oft, dass man etwas Radikales mit einem etablierten Titel macht, was insofern ein Problem ist, da derjenige, der dem Autor dann nachfolgt, meistens alles ignoriert was davor passiert ist und stattdessen etwas ganz anderes mit dem Titel macht. Und so gibt es keine Konsequenzen mehr, und jeder Autor versucht den Vorgänger zu übertreffen, indem er etwas noch radikaleres als sein Vorgänger macht, denn so gewinnt man heutzutage Leser. Während alteingesessene Fans einfach nur die Abenteuer einer gewissen Gruppe Charaktere lesen wollen, beißen neue Leser nur an, wenn etwas Aufsehenerregendes passiert. Und genau unter dieser Vorgabe vergibt der aktuelle Chef-Redakteur von Marvel Comics seine Titel, und bei DC geht es sogar noch schlimmer zu. Leidtragende davon sind die Leser, die nur die Wahl haben entweder für immer aufzuhören ihre Lieblingstitel zu lesen oder sich damit abzufinden, dass es nie wieder sinnige nette und der Grundidee entsprechende moderene Runs ihrer Lieblingscomics geben wird. Kein Wunder also, dass die Retro-Titel in den letzten Jahren so beliebt wurden: Mini-Serien, die in der Vergangenheit spielen und zu einem gewissen genauen Zeitpunkt der Kontinuität verlorene Abenteuer erzählen, die zum Stil der damaligen Zeit passen. Diese Hefte kaufen alteinegesessene Fans mit Vorliebe, aus gutem Grund.
Jetzt würde man meinen, dass Fernsehserien über diesem Problem stehen. Immerhin laufen die wenigsten von denen jahrzehnte lang. Und wenn man näher hinsieht, dann merkt man, dass die Problemstellung dort eine vollkommen andere ist. Es geht eben nicht darum neue Zuseher zu gewinnen, nein, es geht darum eine Plattform zu haben um sich selbst in Szene zu setzen, und das geht am Besten mit einer erfolgreichen Serie. Und oft geht es einfach nur darum einem Erfolgsprodukt den eigenen Stempel aufzudrücken um es damit in den eigenen Augen besser zu machen. Das ist letztlich eine Ego-Sache und läuft auf das selbe hinaus, was GRR Martin neulich über Adaptionen gesagt hat: Jemand denkt er weiß besser als die Leute, die es bisher gemacht haben, wie etwas zu sein hat und ändert alles, was geändert werden kann, und was rauskommt ist dann nicht besser als das, was zuvor da war, sondern meistens schlechter. Nicht umsonst heißt es "Never change a running system".
Das heißt nicht, dass alles immer ein Einheitsbrei sein muss und jede Staffel die gleiche Story wie die vorhergehende erzählen soll. Das heißt nur, dass wir uns inhaltiche und stilistische Koherenz von narrativen Erzählungen erwarten können sollten. Immerhin sprechen wir hier von Serien, die ja bereits Erfolg hatten, und dafür gibt es Gründe. Wenn man hingeht und alles daran ändert, nur um sein eigenes Ego zu bestätigen, dann hat man nicht begriffen was eigentlich von einem erwartet wird. Und erneut: Ich spreche hier nicht von Enden. Niemand ist verpflichtet einer Fernsehserie das Ende zu geben, was sich die Fans einbilden. Jeder Showrunner darf eine Serie so beenden wie er oder sie es für am Besten hält, weil die Geschichte eben so endet, wie sie immer hätte enden sollen (in der Theorie).
Nein, es geht um Leute wie Charlie Brooker, Russel T. Davies, Caroline Dries oder Eric Wallace, die denken, dass es eine gute Idee ist eine Erfolgsserie dazu zu nutzen einfach das zu machen, was sie wollen, einfach weil sie es können und darüber vergessen, was die Serie, die sie schreiben, erfolgreich gemacht hat. Jetzt ist es natürlich eine Sache eine Staffel "Black Mirror" zu machen, die nach eineinhalb Folgen das eigene Grundkonzept vergisst und stattdessen zu einer Staffel "Outer Limits" wird, sollen sie halt, wenn sie glauben. Eine andere ist es seine Serie wie "Batwoman" auf Grund des Ausstiegs der Hauptdarstellerin vollkommen neu in Staffel 2 zu erfinden und dabei so gut wie alles aus Ego-Gründen falsch zu machen. Und wieder eine andere ist es die beliebste Superhelden-Serie der Welt durch dumme Ideen und Vorstellung kaputt zu schreiben während man mitten in einer Pandemie steckt, der man als neuer Showrunner nicht gewachsen ist. Und RTDs Disney+ "Who" ist eben wieder was anderes: Wenn man sowieso nur 8 Folgen zur Verfügung hat um eine Story zu erzählen, sollte man vielleicht nicht vor allem auf Experimental Folgen setzen und zwei Doctor Light-Episoden hintereinander machen, vor allem wenn der Schwachpunkt der aktuellen Staffel sowieso der nicht vorhandende Charakter und Darsteller des Doctors ist (keine Ahnung was der treibt anstatt "Doctor Who" zu drehen). Aber ich schätze, wenn man erfolgreich genug ist, kann man sich eben leisten. Offenbar ist es zu viel verlangt sowieso schon verkürzte Staffeln einfach dazu zu nutzen die Story, die man erzählen will, zu erzählen und sich auf die Interaktion zwischen den angbelichen Hauptfiguren zu konzentrieren.
Allen ist aber nun mal eines gemeinsam: Das Ego des Showrunners bzw. der Showrunnerin ist größer als deren Bedürfnis einfach nur eine gute Serie für die Fans abzuliefern. Das kann daran liegen, dass man eine schwierige Nachfolge antritt und sich beweisen will, dass man ehrlich meint Dinge zu verbessern, weil man sie vorher nicht mochte, oder einfach daran, dass man seine Ideen sonst nirgendwo anders umsetzen kann und das Format nimmt, das Erfolg hat, um es zu tun. In Wahrheit sollte man nichts davon tun, zumindest nicht öfter als einmal pro Staffel in einer einzelnen Folge, besonders in Zeiten, wo die normale Länge einer Staffel inzwischen 6 bis 8 Folgen umspannt.
Anders gesagt: Ich wünschte die Showrunner von Heute würden sich daran erinnern, dass sie nicht für sich selbst schreiben, sondern für andere. Deswegen sind sie ja Showrunner und keine einsamen Schriftsteller im stillen Kämmerlein. Ja, Änderungen sind manchmal nötig und manchmal auch gut. Und ja, nichts spricht gegen eine gute verrückte Experimental-Folge hier und da. Wir wollen ja gutes Fernsehen sehen. Aber man sollte einfach seine eigenen Grenzen kennen und akzeptieren. Besonders, wenn man in dem, was man tut, nicht so gut ist wie man denkt. Man muss nicht auf die Hater hören, sollte sogar nicht auf sie hören, aber man sollte auch nicht nur auf die Ja-Sager und Schmeichler hören, sondern ab und zu mal auf die Leute, denen man seinen Erfolg zu verdanken hat, diejenigen, die seit Tag 1 da waren, und die meinen: "Danke, aber nein danke, ich will einfach mal wieder das sehen, weswegen ich diese Serie eigentlich ansehe."
Nur leider hört darauf heutzutage so gut wie keiner mehr.
https://vm.tiktok.com/ZMYAXtyaD/
Bei der Auswahl der Serien hatte ich nicht so viel Glück😅
Rezension zu Dota - Dragon's Blood
Eines vorweg: Ich bin kein Kenner von ‘Dota 2’, ich hab mal in der Vergangenheit ein paar Runden gespielt, aber das war es schon. Deshalb kann ich schlecht beurteilen, ob ‘Dota- Dragon's Blood’ eine gute Videospiel-Adaption ist. Sie ist bei mir hauptsächlich deshalb auf die Watchlist gelandet, weil mir die Arbeiten des koreanischen Animationsstudios Studio Mir gefallen.
Und optisch sieht die Serie sehr gut aus, hat aber recht wenig Ähnlichkeit mit dem Game. Mich stört es wenig, keine Ahnung, wie Dota-Spieler das sehen. Die Bewegungen sind flüssig, Kampfszenen sind gut inszeniert und Blut fließt in realistischen Maßen. Auch der Animationsstil richtet sich passend an ein eher erwachsenes Publikum und ähnelt einigen früheren Werken von Studio Mir. Gerade bei den Figuren habe ich ein wenig das Gefühl, dass sie alte Vorlagen aus ‘Voltron - Legendary Defenders of the Universe’ hervorgezogen haben, um Zeit und Geld zu sparen. Insbesondere Darion erinnert mich sehr an Takashi Shirogane.
Etwas überrascht hat mich dann doch, wie erwachsen die Handlung war. Ich habe jetzt auch nicht wirklich auf die Altersfreigabe geachtet, deswegen kam insbesondere die Menge an Gewalt unerwartet für mich.
Zur Story an sich: Ich gebe zu, ich war etwas überfordert mit der Handlung. Es gibt so einige Fraktionen und jeder hatte so seine eigene Geschichte, Probleme und Beweggründe. Da durchzublicken, fiel mir etwas schwer. Trotzdem war ich von Anfang bis zum Ende gefesselt und wollte wissen, wo die Reise hingeht. Lediglich vom Finale war ich ein wenig enttäuscht, der finale Kampf war etwas zu kurz.
Auch bei den Charakteren muss ich ein wenig kritisieren, hier bleibt man doch ein wenig eindimensional. Darion ist der typische Held, der mit seinem Schicksal hadert. Und auch wenn Mirana nicht die klassische “Prinzessin in Nöten” ist, fehlt mir bei ihr die Leidenschaft. Sie kam mir ein wenig zu kühl vor. Auch ihre Beziehung zu Darion kam mir ein wenig zu gewollt hervor, insbesondere von Miranas Seite aus.
Die Elfin Fymryn war einfach nur nervig, ihre übereilten und teilweise sehr dummen Entscheidungen haben zwar die Handlung teilweise erst in Gang gesetzt. Wenn hier und da mal ein anderer Charakter aber dafür verantwortlich gewesen wäre, ergäbe es ein wenig Abwechslung.
Ansonsten gab es eine große Anhäufung von Antagonisten. Wir haben da Drachen, einen Dämon, eine Göttin und einen rachsüchtigen Zauberer. Und tatsächlich sind sie der handlungstreibende Teil von ‘Dota - Dragon's Blood’ und die Protagonisten lediglich Schachfiguren, die von ihnen munter durch die Gegend geschoben werden. Per se nichts Schlechtes, aber ich hoffe, dass in den kommenden Staffeln die Helden mal etwas aktiver werden.
Fazit: Unabhängig vom Game, ist ‘Dota - Dragon's Blood’ eine Fantasy-Animationsserie für Erwachsene mit einer äußerst komplexen Handlung. Die Hauptfiguren sind mir persönlich noch ein wenig zu blass, dafür überzeugen die Bösewichte. Studio Mir liefert wieder eine tolle Arbeit ab und ich gebe dem ganzen eine 7 von 10.
Ich habe 'The Witcher: Blood Origin' beendet.
Dass die Nachricht über Henry Cavills Ausscheiden aus der ‘The Witcher’-Serie zeitlich eng zur Veröffentlichung des Spin-offs ‘The Witcher:
So, was soll ich über die erste Staffel von Riverdale schreiben, außer dass gefühlt jedes Vorurteil bestätigt wird, das es über eine amerikanische Kleinstadt gibt. Geheimnisse, Verschwörungen, Lügen und Intrigen und mitten drin ein Mord, dass sind die Grundzutaten für ‘Riverdale’. Für den extra Schuss an Drama fokussieren wir uns auf einen Haufen Highschool-Schüler und damit es nicht zu sehr nach einem ‘OC California’ und Konsorten Abklatsch mit einer gewissen Prise ‘Desperate Housewives’ aussieht, hauchen wir der Serie etwas mehr Düsterkeit ein und verlegen das Ganze vom sonnigen Kalifornien in den Norden. Dem jüngeren Zielpublikum fällt das vielleicht nicht auf, aber jeder Millennial wird schon einmal etwas Vergleichbares gesehen haben. Das Rad erfindet ‘Riverdale’ definitiv nicht neu.
Fangen wir doch mal mit der Ausgangssituation an. Jason Blossom, der Inbegriff des perfekten, amerikanischen Teenagers, fällt bei einem Ausflug mit seiner Zwillingsschwester Cheryl in den Fluß und erst Tage später taucht seine Leiche auf. Aber der Football-Captain ist nicht ertrunken, sondern wurde erschossen und Verletzungen deuteten darauf hin, dass er vor seinem Tod gefesselt und gefangen gehalten wurde.
Die Suche nach dem Mörder geht los und eine Gruppe von Freunden um das Blondchen Betty Cooper stellt eigene Ermittlungen an. Dabei kommen so einige dunkle Geheimnisse ans Licht, die insbesondere die Erwachsenen nicht gut dastehen lassen. Prinzipiell ist es erschreckend, wie die Eltern in ‘Riverdale’ teilweise ihre Kinder behandeln, sie manipulieren oder unter Druck setzen. Die ganze Stadt gehört eigentlich zur Therapie. Und gerade das macht die Serie so amüsant. Nicht die Story, sondern die Charaktere mit ihren Verhaltensweisen und Problemen sind so oft unfreiwillig merkwürdig. Es vergeht keine Folge, wo ich mir nicht dachte: 'Wtf, warum macht Person X das jetzt?’
Ansonsten ist die Story meist ein einziges Durcheinander. Eine Menge Handlungsstränge werden wie auf einer To-do-Liste abgehakt und haben auf das weitere Geschehen keinen Einfluss. Da wird sich in einer Folge gestritten, in der nächsten sind alle wieder Freunde und anders herum. Prinzipiell fehlt mir die Chemie zwischen den Paaren. Die einzig halbwegs glaubhafte Paarung sind Betty und Veronica.
Die Nebenfiguren der Serie sind kurz da und verschwinden, ohne irgendeine Bedeutung für das Gesamtwerk zu haben. Einige tauchen hin und wieder auf, fühlen sich aber überflüssig für das Geschehen an. Die Serienmacher haben wenig Feingefühl für ihre Nebenfiguren, die lediglich für noch ein bisschen mehr Drama dienen. Hier könnte man ein wenig kürzen und man hätte einen Film, der besser funktioniert.
Auch wenn hierzulande ‘Riverdale’ als reine Netflix Serie erscheint, ist die Serie eigentlich vom US-Sender The CW und wer den kennt, weiß eigentlich, was ihn erwartet. Perfekt aussehende Menschen, von Kopf bis Fuß, dazu eine makellose amerikanische Kleinstadt und schon ist das Grundgerüst fertig. Klar gibt es Außenseiter und etwas weniger der Schönheitsnorm entsprechende Personen, aber den Durchschnittsamerikaner wird man hier nicht sehen. Stattdessen wird jedes Klischee ganz unironisch aufgefahren, das es über Amerikaner gibt. Diese werden auch keineswegs hinterfragt oder kritisiert, nein, sie sind scheinbar gottgegeben und damit richtig. Klar gibt es auch den typischen “Außenseiter” mit Jughead, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt und dessen Vater ein Gangmitglied ist. Aber selbst bei ihm ist das Aussehen und Styling einfach zu perfekt. Eigentlich kann man den ganzen Cast auch für ein umfangreiches Modeshooting hernehmen.
Also, werde ich mir Staffel 2 ansehen?
Ja, ich denke schon, wenn auch nicht sofort, einfach nur weil sie dann doch recht unterhaltsam ist. Man kann sich herrlich lustig über die Figuren machen und man kann den nächsten Skandal kaum abwarten. Das einzige, was mich ein wenig abschreckt, sind die 20 Folgen. Schon 13 davon waren ein wenig langatmig. Ich werde ‘Riverdale’ dennoch eine Chance geben, wenn auch nicht sofort, einfach weil die Serie so ein schöner No-Brainer ist.
Alles wie immer oder wohl eher doch nicht? - Was und Covid in unseren Serien gekostet hat
Seit einem Jahr wütet die Pandemie und es ist kein Ende in Sicht. Trotzdem muss das Leben irgendwie weiter gehen, und nach dem ersten Lockdown, bei dem wirklich noch alles zugesperrt wurde, haben die weiteren in Hollywood mitunter nur für ein müdes Stirnrunzeln gesorgt - gedreht wurde trotzdem weiter, weil ja eine Menge Geld im Spiel ist.
Das hat gute und schlechte Seiten, dadurch, dass Filme und Serien weiterhin gedreht werden, haben wir zumindest irgendetwas in unserem Leben, das uns eventuell halbwegs einen Grund zum Leben liefern könnte, wenn man es denn jemals sehen darf, was leider oft genug nicht der Fall ist; man muss sich nur ansehen was Warner mit dem europäischen Markt anstellt.
Was wir dann im Endeffekt allerdings zu sehen bekommen, ist aber letztlich oft nicht mehr das, was es eigentlich hätte sein sollten. Die Pandemie hat nicht nur für Drehunterbrechungen und Verschiebungen gesorgt sondern auch für neue Health and Saftey--Konzepte, die nicht nur immer wieder für weitere Verzögerungen sorgen, sondern auch den Ablauf von Dreharbeiten ändern. Gewisse Dinge sind nicht mehr so einfach möglich wie vor der Pandemie oder gar nicht mehr erlaubt, und werden deswegen nicht mehr gemacht, oder nur noch sehr selten, oder es wird mit technischen Tricks herumgeschummelt. Und ja, als Zuseher merkt man das, oft ist es nur, dass einem etwas im Hinterkopf seltsam erscheint, bis man dafür eine Erklärung erhält, aber oft ist es einfach nur unübersehbar.
Zum Beispiel ist da natürlich die Verfügbarkeit von Darstellern. Die Pandemie trägt oft seltsame Früchte, sie hat uns nicht nur das Ende von “Black Lightning“ beschert, sondern offenbar auch eine vorübergehend anders besetzte Jennifer Pierce. Warum auch immer. Kat Dennings hat in der letzten Folge von “WandaVision” ja auch durch Abwesenheit geglänzt, was aber angeblich nicht an Covid liegt, da sie angeblich schon vorher zu wenig zur Verfügung stand und das der Grund ist warum sie erst ab Folge 4 vorkommt und zwischedurch bei Folgen ganz oder fast ganz ausgesetzt hat. Trotzdem ist ihr aprupter Abgang vermutlich eher auf die Drehunterbrechung zu schieben als auf sonst etwas. Und apropos Abwesenheit: “Supernatural” sollte eigentlich ein fanfreundlicheres Finale haben und einen auf “Vampire Diaries” machen und diverse ehemalige Figuren im Finale zurückbringen, was aber dann nicht möglich war, da zu viele Schauspieler nicht mehr in einer Szene zusammen sein dürfen, und natürlich alle extra nach Vancouver hätten reisen müssen und vierzehn Tage Quarantäne über sich ergehen hätten lassen müssen nur um mehr oder weniger stumm oder mit nur wenigen Sätzen in einer einzelnen Szene herumzustehen.
“WandaVision” ist aber nicht nur Darcy verloren gegangen, sondern auch eine ganze Folge und ein ganzer Subplot fürs Finale, in der sich ein gewisses Tier mit großen Ohren als Dämon herausgestellt hätte, den Monica und Jimmy bekämpft hätten, während sich Wanda mit Agatha und Vision mit Weiß-Vision herumschlägt. Zeit und Budget gingen aus, weswegen das verworfen werden musste - ohne die monatelange Drehuntebrechung wäre das nicht der Fall gewesen, und wer weiß vielleicht hätten wir Doctor Strange ohne Covid sogar wirklich im Finale zu sehen bekommen.
Ein weiteres Problem ist physischer Kontakt. Shows wie “Riverdale” können natürlich nicht auf das Küssen verzichten, denn dann wären sie praktisch tot. Allerdings gibt es nun äußerst komplizierte Bedinungen um Küsse herum. Das ist der Grund warum wir zum Beispiel das verheiratete Paar Lois und Clark in “Superman & Lois” bisher noch nie küssen gesehen haben, sie haben durch Umarmungen und Halb-Umarmungen und entsprechende Körpersprache und Szenen mit Andeutungen aber trotzdem einen Weg gefunden uns diese Beziehung als intim zu verkaufen. Sohnemann Jordan hingegen durfte im Pilotfilm seine Love Interest Sarah sehr wohl küssen, weil dieser Kuss essentiell für die Handlung der Folge war.
Und hier stoßen wir auf das Problem, nämlich die Frage was essentiell für den Inhalt von etwas ist und was nicht. Prinzipiell lautet die Anweisung von Oben PDA soweit wie möglich zu reduzieren und zu vermindern - sprich man ersetzt Küsse mit Umarmungen, Umarmungen mit Händchen halten, oder verzichtet ganz auf Körperkontakt, wenn es nicht sein muss. Aber wenn dann Grant Gustin in einem Interview sagt, dass er bisher in dieser Staffel niemand geküsst hat, denn schrillen doch die Alarmglocken, denn immerhin war Iris monatelang im Spiegeluniversum gefangen und wurde erst diese Woche daraus befreit und aufgrund der Umstände gab es bisher keinen Westallen Wiedervereinigungs-Kuss, aber soll das jetzt etwa heißen, dass es gar keinen gibt?! Und soll das ebenfalls heißen, dass es in der 6. Staffel von “Legends of Tomorrow” keinen Avalance Wiedevereinigungs-Kuss gibt? Ist es nicht essentiell lange voneinder getrennten Paaren, die sich nach Monaten zum ersten Mal wieder sehen, zu erlauben einander zumindest ein Mal zu küssen? Wenn Jordan Kent Sara Cushing küssen darf, dann wird doch wohl Barry seine seit Monaten von ihm getrennte Frau küssen dürfen, oder nicht?! Und Ava wird Sara nicht nur wieder in die Arme schließen sondern auch küssen dürfen, oder nicht?
Nun, was “Legends” angeht, hab ich dafür keine Antwort, und was den “Flash” betrifft ... es gibt zwar immer noch die Chance auf Archivmaterial, aber offenbar - nope - kriegen wir keinen Westallen Wiedervereinigungs-Kuss in dieser Staffel. Natürlich könnte das immer noch storyinterne Gründe haben - vielleicht gibt es Gründe warum Westallen-PDA nicht möglich ist, und vielleicht wird das sogar thematisiert werden, aber um ehrlich zu sein mache ich mir da keine große Hoffnung. Natürlich ist es möglich, dass es tatsächliche medizinische Gründe gibt warum sch Candice und Grant nicht küssen dürfen, solange sie nicht geimpft wurden, aber die Wahrheit ist wohl eher, dass sich das Produktionsteam von “The Flash” einfach keine Mühe mehr gibt. Die ersten Folgen der neuen Staffel deuten darauf hin, dass diese Serie nicht einmal versucht zu verbergen, dass sich die Dinge hinter den Kulissen geändert haben. Ja, wir haben bisher gerade mal die erste Folge, die mit den neuen Bestimmungen gedreht wurde plus ein paar Szenen die sie für die Folge davor nachgedreht haben, gesehen, aber keinen konnte entgehen wie seltsam manche dieser Szenen gewirkt haben, und eine Serie wie “The Flash”, in der PDA zwischen den Charakteren - und hierbei meine ich vor allem auch familäre und freundschlafliche Momente nicht nur romantische - bisher so wichtig war und die nun mit einem Schlag plötzlich fast vollkommen darauf verzichtet, und das auch indem die entsprechenden Charaktere einfack keine Szenen oder Möglichkeiten mehr dazu bekommen, kann durch so etwas ziemlich großen Schaden nehmen. Vielleicht pendelt sich das alles wieder ein, aber das Unterschied zu “Superman & Lois” zeigt, dass man das alles sehr wohl verschleiern kann, wenn man will, da die Kents ihre Zuneigung offen zeigen dürfen.
Es kommt also offensichtlich immer darauf an welches Team hinter einer Produktion steht und wie es damit umgeht. Actionszenen sind natürlich auch viel schwieriger geworden als zuvor - Archivmaterial wird damit wichtiger sein als jemals zuvor, während neue Serien und Filme dieses Problem umgehen müssen.
Das wahre Problem ist aber die Frage wie lange das so weitergehen soll. “Supergirl” etwa ist in seiner letzten Staffel. Heißt dass es wird keine bis kaum mehr Dansen-Szenen geben? Wiliams Romanze mit Kara wird erst recht nicht in Schwung kommen, weil sie sich nicht küssen dürfen, und falls es stattdessen ein Karamel-Happy End geben sollte, dürfen sich nicht einmal Melissa und Chris, die im echten Leben verheiratet sind, so verhalten wie sie sich zu Hause verhalten würden, da sie ja am Set sind und sich auch echte Paare an die allgemeinen Regeln halten müssen?
Und wer sagt, dass sich das alles nächste Staffel bessert? Die Pandemie wird nicht verschwinden, die Impfgeschwindigkeit macht keinen Mut, und wer sagt, dass sich alle Darsteller impfen lassen wollen? Wenn Staffel 8 “The Flash” beenden sollte und Staffel 7 “Legends” abschließen sollte, könnte uns in diesen Staffel genausowenig Westallen bzw. Avalance PDA erwarten wie in den aktuellen Staffeln, und wozu hätte man dann eine Staffel vollkommen darauf verzichtet?
Natürlich sage ich nicht, dass man unvorsichtig sein sollte, allerdings geben einem manche Entscheidungen hinter den Kulissen schon zu denken, wenn man sie mit ähnlichen Produktionen vergleicht, in denen andere getroffen wurden.
Aber im Grunde müssen wir das alles schlucken, Wir können es nicht ändern. Wir könnten höchstens zu schauen aufhören, und was hätten wir davon? Eine halbe Auflösung ist besser als keine, und seltsame neue Folgen besser als gar keine. Irgendwie zumindest.
Wir können nur hoffen, dass die Dinge besser werden, sich hinter den Kulissen einspielen, und nicht zu viele Unterbrechungen und Verschiebungen zu vielen zu großen Änderungen führen, und akzeptieren, dass wir eben leider auch in unserer Unterhaltung in Zukunft weiterhin auf einiges verzichten werden müssen.