Ein Plädoyer für den Velohelm
Ich geb's zu: Ich mag ihn nicht besonders, den Velohelm. Grundsätzlich. Beim Biken, was ich leidenschaftlich gerne tue, ist es etwas anderes. Da gehört er einfach dazu. Wie auch das Fully (das vorne und hinten gedämpfte Bike), das im dunklen Keller jeweils ungeduldig auf seinen Einsatz wartet. Helm aufgesetzt und losgestrampelt über Waldwege und Trails. Doch sobald ich mit meinem klapprigen City Bike, natürlich ganz in pink und mit Körbchen, in der Stadt unterwegs bin, zögere ich beim Griff nach dem Velohelm. In den Ausgang schleppen mag ich ihn schliesslich nicht – und auch der Lunch am See macht mit Sonnenbrille sehr viel mehr Spass, als mit dem gefühlt überflüssigen Helm.
So war's zumindest noch bis vor Kurzem. Doch diese Einstellung hat sich radikal geändert, seit eine Freundin auf dem Heimweg vom Ausgang in den frühen Morgenstunden mit dem Velo gestürzt ist. Wie's passiert ist, weiss man nicht. Gefunden wurde sie von einem Autofahrer. So steht es auch im Fahndungsaufruf der Polizei. Nun liegt sie mit einer schweren Kopfverletzung im künstlichen Koma. Seit mehr als einer Woche.
Und genau deswegen schreibe ich hier nun ein Plädoyer für den Velohelm. Er mag uns oftmals überflüssig erscheinen, sich unstylish anfühlen oder uns die Frisur ruinieren. Doch im richtigen Moment hat er die Chance unser Schutzengel zu sein.
Es gibt übrigens auch sehr stylishe Velohelme. Im Retro Look von Yakkay, zum Beispiel (siehe Bilder). Aktuell bin ich noch mit einem «konventionellen», konservativen Helm von Alpina unterwegs. Für meinem Geburtstag in ein paar Wochen steht dieser Velohelm von Bern (oder dieser) zuoberst auf meiner Wunschliste.
Für *** // Unsere Gedanken sind bei dir und deiner Familie. Wir beten für dich. Wir schicken dir viel Licht und Wärme, gute Vibes, Zuversicht, Urvertrauen, Durchhaltevermögen, Kampfgeist. Und einen Engel, der über dich wacht. Werde bald wieder gesund!