15. Juni 2020
VG Wort: Web-Portal mit Teilzeitvertrag
Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) „verwaltet die Tantiemen aus Zweitverwertungsrechten an Sprachwerken“ und sorgt unter anderem dafür, dass auch Autorinnen und Autoren für ihre Online-Texte Geld bekommen. (Woher das Geld kommt, steht unter anderem hier, Kurzfassung: Abgaben auf Kopier- und Abspielgeräte.)
Auch meine täglichen Blog-Texte kann ich dafür anmelden und bekomme jährlich einige tausend Euro ausgezahlt. Der technische Weg dorthin ist allerdings mit Komplikationen und Aufwand gepflastert.
Vor allem anderen musste ich mich bei der VG Wort registrieren, um Zugriff auf die Online-Plattform zu erhalten. Damit die VG Wort nun zählen kann, wie viele Zugriffe auf einen Post erfolgen, muss ich den Text mit einem Zählpixel („Zählmarke“) versehen. Diese Zählpixel lade ich Hunderter-weise von der Online-Plattform der VG Wort herunter, speichere sie als Excel-Datei auf meinem Rechner und kopiere für jeden Text ein neues Pixel aus der Tabelle. (Um den Überblick zu bewahren, markiere ich die Zeilen mit den bereits verwendeten Pixeln gelb.)
Ich habe mir von Anfang an angewöhnt, die zugehörige URL immer gleich auf der VG-Wort-Plattform einzutragen, um das nicht zu vergessen. Dazu logge ich mich gleich nach Veröffentlichung des Posts auf der Plattform ein, übertrage einen langen Einmal-Code für dieses eine Pixel („Identifikationscode“) in ein Formular und klicke auf „Webbereich anlegen“ (mittlerweile denke ich über die eigenartigen Bezeichnungen auf der Plattform nicht mehr nach, doch anfangs kostete es mich viel Mühe, den Ablauf zu lernen), und damit öffnet sich ein Feld, in das ich die URL eintragen kann. Als Back-up trage ich sie auch in meiner eigenen Tabelle beim Zählpixel ein.
Einmal im Jahr bekomme ich von der VG Wort den Hinweis auf die Blog-Posts, die die Mindest-Zugriffszahl für eine Vergütung erreicht haben. Dann trage ich in ein weiteres Formular der Plattform unter anderem die Überschrift und den gesamten Text des Blog-Posts ein (der Vorgang heißt „Melden“). Und im Herbst gibt es dann die „Ausschüttung“: Geld.
Seit Anfang des Jahres stehe ich sehr früh auf, um wegen eines orthopädischen Leidens vor der Arbeit therapeutische Turnübungen zu absolvieren. Davor veröffentliche ich den täglichen Blog-Post – doch das Eintragen auf der Online-Plattform geht so früh nicht. Jeden Morgen heißt es: „Das Meldeportal der VG WORT steht aufgrund von Wartungsarbeiten aktuell nicht zur Verfügung.“
Nach meinen Übungen, gegen 7 Uhr, ist es meist wieder zu erreichen, aber nicht immer. Mir fällt kein anderes Portal, keine andere Website ein, die täglich für Wartungsarbeiten offline genommen wird.
Als ich in der Techniktagebuch-Redaktion davon erzähle, unter anderem um mich zu vergewissern, dass ich nicht vielleicht grundsätzlich irgendetwas falsch mache (tue ich nicht), erfahre ich, dass es für das Weblog-CMS WordPress Plug-ins gibt, die unter anderem das Verwalten der Zählpixel übernehmen. Das Eintragen und Melden der Texte müsste ich aber weiterhin selbst erledigen.
(die Kaltmamsell)









