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Unser Loblied auf Thomas DeMaizière ... Ausschnitt aus der ZDF Kabarettshow "Mann, Sieber!" vom 25.10.2016 Mehr Infos: www.mannsieber.de www.tobiasmann.de ww...
Fussballfunktionäre sind honorige Ehrenmänner und krasse Rapper! Ehrlich jetzt ;-) Parental Advisory: Explicit Content! Ausschnitt aus Mann, Sieber im ZDF vom 10.11.2015
Die Medien-Katastrophe
Der gestrige Tag hat erschreckend deutlich gezeigt, wie erbärmlich der deutsche News-Zirkus mit einer Tragödie umgeht, die nicht kompatibel mit den Mechanismen einer auf Totalausschlachtung von Sensationen programmierten Erregungsmaschine ist. Die existierenden (und selbstverständlich schockierenden) Fakten waren sehr schnell auserzählt, womit das Mediendrama seinen Anfang nahm. Im Nachgang wurden alle Sünden begangen, die man sich in diesem Zusammenhang vorstellen kann: Bilder traumatisierter Angehöriger, sinnleere Interviews mit Germanwings-Passagieren kurz vorm Boarding („Wie fühlt man sich da jetzt?“), Experten, die zu Spekulationen genötigt werden (und sich hie und da allzu gerne nötigen lassen „… aber das ist natürlich alles Spekulation!“), unzählige Schalten zu Korrespondenten, die nichts Neues berichten konnten (außer der überraschenden Enthüllung am Abend, dass es „nun dunkel wird“), immer wieder der - Entschuldigung für den Ausdruck - verfickte Börsenkurs, pietätlose Bilder aus der Stadt Haltern und, für mich der Gipfel der Sinnlosigkeit, Interviews mit Plane-Spottern auf der Aussichtsplattform am Frankfurter Flughafen, die Ihre Gedanken zum A320 äußern sollten. Am Abend dann zwei Sondersendungen, in denen das Kunststück vollbracht wurde, eben jene unwürdige Inhaltsleere dem staunenden Zuschauer nochmals in verdichteter Form zu präsentieren. Online wurde das Unglück standesgemäß mit nervösen Live-Tickern begleitet und die ein oder andere Website eröffnete sogar aus unerfindlichen Gründen ein Online-Kondolenzbuch, wo selbst des Zynismus unverdächtige Beobachter die Frage stellen könnten, ob man hier als Trittbrettfahrer einer Katastrophe Jagd auf Klicks macht. Im Printbereich, also eigentlich auf geduldigem Papier gedruckt, sieht es heute nicht viel besser aus. Erwartbare Grundsatzartikel, Spekulationen, Kommentare, die nicht Kommentierfähiges kommentieren und immer wieder der verzweifelte Versuch, mangels Neuigkeiten angrenzende Themengebiete zu konstruieren und Texte auszuwalzen. Alles in allem ein würdeloses Schauspiel. Das alles wurde für mich nur noch durch die Hardcore-Zyniker getoppt, die in Scharen auf Facebook und Twitter marodierten. Im Sekundentakt wurden Betroffenheitsäußerungen mit Bigotterie-Vorwürfen plattgemacht - nach der altbekannten Formel: „In Land Y sterben täglich X-mal so viele Menschen - und das interessiert dann 0!“ Dazu kann ich nur entgegnen: Je näher ein Unheil ist, desto betroffener fühlt man sich in der Regel. Das mag man bigott finden oder aber einfach auch menschlich. Hier nun unter dem Deckmantel der Abgeklärtheit und der globalen Weitsicht einen auf „Im Leben kommt man um. Deal with it!“ zu machen, ist aber schon ein bisschen anmaßend und legt eine moralische Verrohung frei, die nicht zuletzt auch durch die mediale Aufarbeitung vorangetrieben wird. Warum ich es mir allerdings angetan habe, heute in die BILD zu schauen, weiß ich selbst nicht so genau. Vielleicht ist es auch bei mir Sensationsgier - nicht bezogen auf das Unglück, sondern den ekelhaften Springer-Journalismus. Und ich wurde nicht enttäuscht. Bis hin zur leider unvermeidlichen, cognac-geschwängerten „Post von Wagner“, hat das Drecksblatt alle Register gezogen und "krönt" das Ganze mit einer schwarzen Kondolenzsseite, so als wolle man sich eine Art Ablass für die quietschbunte Geisterbahnfahrt durch ein schreckliches Unglück schaffen, die man auf den Seiten davor ins Blatt geschissen hat. Die ganze Angelegenheit ist auf so vielen Ebenen grausam, dass es mich noch sehr lange beschäftigen wird. Mein Mitgefühl ist bei den Angehörigen. Mögen Sie in ihrem unfassbaren Unglück von all dem Zirkus drumherum nicht so viel mitbekommen.
#tobyquote
Meine Nummer über Marketing, Medien und den Hornbach-Hammer ist nun auch auf Youtube verfügbar - viel Spaß! #puffpaffshappyhour #kabarett #comedy
Krankheitsbedingte Absage meiner Shows in Witten und Herscheid
Liebe Wittenerinnen und Wittener, liebe Herscheiderinnen und Herscheider, ich habe leider schlechte Nachrichten bezüglich der geplanten Auftritte im Saalbau Witten und in der Rammberghalle . Nachdem ich gestern Abend in Kiel schon gegen Husten und extreme Heiserkeit angespielt habe, liege ich heute mit meiner dicken Erkältung völlig flach. Schweren Herzens muss ich daher die Auftritte am 30. und 31.01. absagen. Es wird Ersatztermine geben, die wir in den nächsten Tagen hier und auf den Websites der Veranstalter bekannt geben werden. Gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit oder können zurückgegeben werden. Es tut mir unendlich leid und ich entschuldige mich in aller Form für die Umstände, die damit für Euch und die Veranstalter vor Ort verbunden sind. An dieser Stelle auch noch mal ein herzliches Dankeschön, an das bezaubernde Publikum gestern Abend im metro-Kino im Schloßhof, das mich in dieser schwierigen Situation durch das Programm getragen hat. Vielen Dank auch an André Liebmann für die tolle Betreuung. Ich hoffe, Ihr hattet dennoch Spaß. Ich auf jeden Fall. Ich komme wieder - versprochen! Euer hustender Toby
HUST! SCHNÜFF! KRÄCHZ! - Kinderkrankheiten, Dinosaurier und Globuli
Forscher haben ein riesiges Virus im ewigen Eis gefunden, das nach dem Auftauen in der Petrischale eine regelrechte Aprés Ski - Party mit ein paar ahnungslosen Amöben gefeiert hat. Für die armen Einzeller ist die Sause nicht gut ausgegangen. Man befürchtet nun, dass durch die Tauprozesse des Klimawandels früher oder später in tieferen Eisschichten Viren zum Vorschein kommen, die schon den Dinosauriern eine Rotznase verschafft haben. Als ob wir nicht schon genug mit den unverfrorenen Viren und Bakterien der Jetztzeit zu kämpfen haben, liegen wir also demnächst vielleicht mit Dinosauriergrippe und Mammutangina flach.
Bei der Vorstellung kribbelt mir als leidenschaftlichem Hypochonder jetzt schon der Rüssel - vor allem wenn man sieht, welch leichtes Spiel Krankheitserreger auch diesmal in der fünften Jahreszeit mit uns Narren hatten. Dank feuchter Helau-Rufe und fröhlichem Rundum-Bussibussi ist seit Aschermittwoch eigentlich jede Pappnase angeschlagen. Andererseits sind die viralen Gefahren aus dem Permafrostboden oder dem närrischen Treiben doch geradezu lächerlich gegen den bakteriellen Tsunami, der uns Eltern ganzjährig aus der Kita überrollt. Kerngesund gibt man die Kleinen ab, nur um sie als maximal infizierte Rhesusäffchen mit einem bunten Strauß an Kinderkrankheiten wieder abzuholen. Das Teuflische dabei - während das kindlich-frische Immunsystem kurz und heftig reagiert, stürzen sich die infantilen Erreger lustvoll auf die trägen und eingerosteten Abwehrkräfte der Eltern wie die Hunnen auf die Burgunden und veranstalten eine zweiwöchige Orgie, wahlweise in Stirn- und Nebenhöhlen oder Magen-Darm-Trakt. Das Gute daran: Seit ich Vater bin, ist meine Hypochondrie weitgehend geheilt, weil ich vor lauter Infektionen gar nicht mehr dazu komme, mir Krankheiten einzubilden. In der Apotheke bin ich seit drei Jahren regelmäßig Kunde des Monats und werde schon mit den Worten: „Das Übliche, Herr Mann?“ begrüßt. Nach dem Ringen um Prophylaxe und dem damit verbundenen erfolglosen Verzehr unzähliger Zinktabletten nebst Abschluss eines Umckalo-Abo kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich aus schierer Verzweiflung der Homöopathie zuwendet. Nach etlichen Enttäuschungen ist allerdings mein Glaube an die Morzartkugeln für Esoteriker derart erschüttert, dass ich fast schon zum Anti-Homöopathen, also zum Globulisierungsgegner avanciere.
Laut SPIEGEL ist es übrigens ganz simpel, als Mensch mit Nachwuchs gesund zu bleiben: Eltern sollten einfach ausreichend schlafen, Stress vermeiden, mehrmals wöchentlich Ausdauersport und Saunagänge machen und sich von hustenden, niesenden Subjekten fernhalten. Gut, das kommt letztlich der Abgabe der Kinder in ein Heim gleich, und da wir gedenken, unseren Sohn bei uns zu Hause wohnen zu lassen, müssen wir wohl auch weiterhin jede Erkrankung heldenhaft ertragen. Was bleibt ist die Gewissheit, dass auch ein Tyrannosaurus Rex heutzutage mindestens mit Scharlach aus der Kita herauswanden würde - und das ganz ohne Riesen-Virus aus dem Permafrostboden. Gesundheit!
Originaltext erschienen im März 2014 in der Allgemeinen Zeitung Mainz
Je suis Charlie
Hallo Ihr Lieben,
zunächst möchte ich Euch allen ein frohes, neues Jahr und alles Gute für 2015 wünschen. Bleibt fröhlich, glücklich und vor allem gesund!
Für die Satirewelt, zu der ich mich auch zählen darf, hat das Jahr allerdings katastrophal begonnen. Ich habe lange überlegt, wie ich mich hier zu den furchtbaren Ereignissen in Frankreich, dem feigen und verachtungswürdigen Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" äußern kann. Ich war und bin geschockt. Gestern fehlten mir die Worte. Heute versuche ich, sie zu finden, in dem ich meine Gefühlslage beschreibe: Zuallererst empfinde ich tiefes Mitgefühl und Solidarität vor allem mit den Familien und Freunden der Ermordeten, aber auch mit all den anderen Menschen in Frankreich, die jetzt noch unmittelbarer als wir hier in Deutschland mit der Tragödie umgehen müssen. Meine nächste Empfindung ist Abscheu und Verachtung für die Täter, Hohlköpfe mit einem irren Weltbild, die aus einer pseudoreligiösen Überzeugung heraus, den feigsten aller Wege gewählt haben, um ihre Sicht der Dinge deutlich zu machen. Die einzigen, die Kapital aus diesem Verbrechen schlagen werden, sind Extremisten aller Couleur. Erste Anzeichen zeigen sich jetzt schon. So empfinde ich als weiteres Gefühl Ekel, wenn die selbstgerechte „Das-wird-man-ja-wohl-sagen-dürfen“-Troika aus NPD, AfD und Pegida, sowie deren offene und verdeckte Fans nun diese Tat instrumentalisieren, um ihre kruden Thesen zu untermauern. So ist mein nächstes Gefühl denn auch Angst, was nun in der öffentlichen Debatte, in den Straßen, auf den Demos und in der Politik passiert. Wer jetzt Besonnenheit und Ratio gegen Fanatismus und tumbe Parolen tauscht, handelt verantwortungslos und arbeitet nicht gegen, sondern für das Ziel der Terroristen. Als letztes empfinde ich aber immer noch Hoffnung, dass es genug vernünftige Menschen gibt, die weiter daran arbeiten, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu schaffen. Für mich als Humorwerker heißt das, weiterhin die Meinungs- und Kunstfreiheit zu verteidigen, weiter zu spotten, ironisch zu kommentieren und die Mächtigen und Dummen (und Schnittmengen daraus) der Lächerlichkeit preiszugeben. Schließen möchte ich mit einem Zitat von Stéphane „Charb“ Charbonnier, der seit 2009 Herausgeber der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ war: „Das klingt jetzt sicherlich ein bisschen schwülstig, aber ich sterbe lieber aufrecht, als auf Knien zu leben."
Nikolaus, der Weihnachtsmann und ein Sack voller Lügen
In der Philosophie ist man, zuweilen sogar verzweifelt, auf der Suche nach DER einen Wahrheit. Eltern hingegen sind dieser Tage mindestens genauso verzweifelt auf der Suche nach DER einen Lüge. Wer genau kommt denn da nun von „drauß, vom Walde“ her? Und vor allem wann? Und aus was für einem Wald eigentlich? Fragen über Fragen, die dem zunehmend logisch denkenden Nachwuchs vor allem am Nikolaustag konsistent, schlüssig und zweifelsfrei beantwortet werden müssen.
Es ist aber auch zum Rentiermelken! Da tummeln sich im adventlichen Legendenbiotop zum Beispiel Nikolaus und Weihnachtsmann. Beide dick, beide bärtig, beide mit Sack, ansonsten kaum zu unterscheiden - sehr gefährlich, da zumindest einer von beiden ein V-Mann der Getränkeindustrie ist, der in die Vorweihnachtszeit eingeschleust wurde, um Kinder zum Konsum koffeinhaltiger Limonade zu verführen - ein Cola-Dealer-Pimp der mit derb-rotem Luden-Pelz im tiefer gelegtem Bling-Bling-LKW durch die Provinz cruised. Aber egal für welche Nikolausgestalt man sich als Familienlegende entscheidet - es hagelt zahlreiche Anschlussfragen, vor allem zu den ebenfalls zwielichtigen Randfiguren: Ein sadistischer Kinderzüchtiger namens Ruprecht und eine Gruppe fliegender Rentiere, angeführt von Rudolph, einem Paarhufer, dem die Folge übermäßigen Glühweinkonsums buchstäblich ins Gesicht geschrieben ist. Wie soll man das alles in eine schlüssige Geschichte packen? Und dann ist da ja noch die große Frage der Logistik: Wenn der Geschenkelieferant, nennen wir ihn Sankt Amazon, nun tatsächlich durch den Schornstein kommt, wie kommt er dann ins schlotlose Niedrigenergiehaus? Sollte man ob dieser fast unumschiffbaren Logikklippen nicht einfach Tacheles reden und heute, wenn man wieder notdürftig verkleidete Familienmitglieder auf die Kleinen loslässt, einfach sagen: „Ok, es gibt keinen Nikolaus und keinen Ruprecht. Das mit dem Bart und dem roten Umhang ist Opa Gerd – der Knecht daneben ist Onkel Gunter. Kein Grund zu weinen - Geschenke gibt es trotzdem!“ Das wäre zwar die Wahrheit – aber was wirft das für ein Bild auf die Verwandtschaft, wenn der eine seinen Sack zur Schau stellt, während der andere ganz unverhohlen seine Rute schwingt?
Scherz beiseite: Vielleicht erzählt man den Kindern am besten die Geschichte von einem Mehr-Generationen-Haus in der Nähe von Bielefeld. Da wohnen Nikolaus, Osterhase, Schnuller- und Zahnfee, Weihnachtsmann und Christkind und geben sich saisonal die Klinke in die Hand. Im Keller schuften Weihnachtswichtel mit miesen Werksverträgen, basteln Spielzeug zusammen und beladen damit den Rentierschlitten, bei dem in der Regel die Schenk…äh… Lenkzeit nicht eingehalten wird. Und Ruprecht? Der plant die Auslieferungsstrecke mit seinem Rutenplaner. Die Geschichte ist natürlich auch völliger Blödsinn, aber wenigstens irgendwie zeitgemäß. In diesem Sinne "Ho! Ho! Ho!"
War wohl ein wenig heiß gestern im unterhaus :-) Drei tolle Abende! Danke an alle, die da waren! #buehnenschweiss (hier: Unterhaus - Mainzer Forum Theater)
Sich „freuen wie ein Kind“ – eine überschätzte Redewendung?
Von Tobias Mann
Mein dreijähriger Sprössling Oskar freute sich buchstäblich wie ein Kind auf seinen ersten Flug mit einem richtigen Flugzeug. Im Vorfeld wurden so viele Wimmel- und Bilderbücher zum Thema Fliegerei studiert und begeistert auswendig gelernt, dass mein Sohn zwar kein Flugzeug reparieren, es aber zumindest hätte auftanken können. Die Aufregung vor dem Flug auf eine Urlaubsinsel, familienfreundlich geplant für 05.10 Uhr morgens, war so groß, dass an Schlaf fast nicht zu denken war. Der Kleine, sonst ein Morgenmuffel vor dem Herrn, ließ sich nach kurzem Nickerchen von 00.30 und 02.00 Uhr nachts problemlos wecken und rief dem Vater freudig erregt „Gehen wir jetzt mit dem Flugzeug fliegen?“ entgegen.
Als ich das bejahte begann er vor Freude zu zittern, eine Kontraktion seines kleinen Körpers, die ich sonst nur in Zusammenhang mit Schokoladeneis und Zoobesuchen kannte. Er sollte auf dem Weg zum Flughafen bis zum Gate noch dreimal ähnlich stark zittern, weil er sich ebenso oft versichern ließ, dass wir immer noch „mit dem Flugzeug fliegen gehen“. Wahrscheinlich fürchtete er, dass die allzu sprunghaften Eltern zwischenzeitlich beschlossen hatten, per Schiff überzusetzen, was angesichts eines Ziels westlich der afrikanischen Küste die Reisezeit empfindlich verlängert hätte. Die Schlange an Check-In-Schalter und Sicherheitskontrolle nahmen wir noch mit Humor, auch wenn ein Dreijähriger, der im Sicherheitsbereich des Airports Nachlauf spielen möchte, nur für mäßige Erheiterung bei den übermüdeten Beamten sorgte. Während meine Frau damit beschäftigt war, ihm zu erklären, warum zwar der Teddy, aber nicht er durchleuchtet werden musste und ihn damit geschickt von der überbordenden Farbexplosion der Duty-Free-Süßigkeitenabteilung (fiese Sache, das) abzulenken, ging es in den Wartebereich am Gate und ja, wir wollten noch immer „mit dem Flieger fliegen gehen“.
Seine Nachfragen hatten mittlerweile ein wenig an Euphorie eingebüßt und wurden zunehmend anklagender. Die Müdigkeit tat ihr übriges, womit der brennende Wunsch, jetzt verdammt nochmal mit dem „Flieger fliegen zu gehen“, in handfeste Quengelei am Rande der Hysterie umschlug. Da half nur der Trip zur überbordenden Farbexplosion der Duty-Free-Süßigkeitenabteilung (tolle Sache, das), wo wir eine Schokolade kauften, die tatsächlich die Wartezeit bis zum Boarding überbrücken sollte. Als wir uns dann mit völlig überdimensioniertem Handgepäck und überzuckertem Sohn in die vorletzte Reihe des Fliegers durchgekämpft und endlich unsere Plätze eingenommen hatten, konnte Sohnemann es überhaupt nicht mehr erwarten. Freudiges Zittern und nur noch halbschlimmes Quengeln: „Jetzt gehen wir mit dem Flieger fliegen, gell?“ Dann ging es tatsächlich los. Der Flieger beschleunigte und Oskar freute sich ein Loch in den schokoladengesättigten Bauch. Es entfuhr ihm sogar ein begeistertes „Jaaaaaa!“, als der Airbus vollständig von der Startbahn schwebte und wir „richtig mit dem Flieger“ flogen. Es folgten fünf Minuten der absoluten Stille, in der unser Sprössling ehrfürchtig aus dem Fenster starrte und das neue, faszinierende Erlebnis zu verarbeiten suchte. Danach drehte er plötzlich seinen Kopf zu mir, schaute mich mit großen Augen an und fragte: „Papa, sind wir bald fertig mit dem Fliegen?“ Alle Freude übers Fliegen war verpufft und das nächste Anliegen stand in aller Dringlichkeit im Raum: „Wann gehen wir endlich an den Strand? Gehen wir an den Strand? Ja? Wann denn?“
Kindliche Begeisterung ist also genauso sprunghaft und flüchtig wie erwachsene. Nur Schokoladeneis bleibt ewig toll!
Heute Abend 20 Uhr im unterhaus Mainz. Comedy for FREE. Late Night Comedy Show mit tollen Künstlerkollegen! http://t.co/ri7FXVQB #comedy
Die Gitarrenbauer von Lakewood haben mich zu ihrem Playmate im Juni 2012 gemacht. Ich fühle mich geehrt und freue mich! http://t.co/blMM2mGZ
RT @WDR2: JETZT HÖREN - WDR 2 Kabarett: Tobias Mann (Sendung vom 20.12.11) http://t.co/0gXJNyKr
WerWulff im Schafspelz?
RT @WDR2: JETZT HÖREN - WDR 2 Kabarett: Tobias Mann (Sendung vom 13.12.11) http://t.co/CFg79CqI