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Der kleine freie Platz im Schilderwald

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Der kleine freie Platz im Schilderwald
Wilde wunderbare NaturÂ
Berge und Bergziegen
Wir sind on the road
Weitere Bisons, sogar in der Herde, eine Herde Gebirgsziegen und sowohl Braun- als auch SchwarzbÀren verzauberten mich die ganze Fahrt lang bis nach Watson Lake.
Wir haben auf dem Campingplatz der Bundesverwaltung ein Campfeuer gemacht und eine angenehme Nacht verbracht. Am nĂ€chsten Tag sahen wir uns den Signpost Forest an, der mit einem ersten Schild, 1942 von einem US Soldat angebracht, begonnen hat. Er hatte ein Schild mit der Entfernung zu seiner Heimatstadt Illinois auf einen Pfosten geschraubt. Inzwischen haben tausende Reisende aus aller Welt ihr Schild angebracht und aus es ist ein Schilderwald entstanden. Wir haben natĂŒrlich mitgemacht. Das Video dazu von der Aktion haben wir sogar bei YouTube hochgeladen, weil wir ja interessante Ereignisse unsere Reise mit Euch allen teilen möchten und Euch gute Unterhaltung bieten möchten. :D
Da das Internet an vielen Orten unglaublich langsam ist konnte ich noch keine Fotos hochladen, aber abends, im Bus liegend, komme ich hin und wieder dazu einen kurzen EreignisrĂŒckblick zu schreiben.
Die NĂ€chte sind kurz vor der Sommersonnenwende hell und sonnig. Um Mitternacht wurde der Himmel gestern orange-blutrot!
Die atemberaubende Landschaft habe ich noch gar nicht erwÀhnt. Vielleicht geben ein paar meiner Fotos Euch eine Idee was Northern British Columbia und der Yukon an Schönheit zu bieten haben.
Der Alaskan Highway
Jon und ich haben Fort Saint John am 14. Juni verlassen. Nördlich von Fort Nelson wurde der Alaskan Highway unglaublich schön.
Die erster Nacht haben wir am Beaver Lake ĂŒbernachtet und haben unten am See tatsĂ€chlich einen Biber beim Schwimmen beobachtet. Er zog neugierig seine Bahnen in unsere Richtung.
Am nĂ€chsten Morgen kreuzten zunĂ€chst Elche unsere Fahrbahn und kurz darauf sassen verschiedene SchwarzbĂ€ren am StraĂenrand.
Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. An den Liard Hotsprings erwartete uns ein Bison und im sumpfigen GelĂ€nde um die heiĂen Quellen stand ein junger Elch. Es war bereits spĂ€terer Abend als wir uns im tĂŒrkisen nach Schwefel riechenden Wasser treiben lieĂen.
Wir schliefen an einem kleinen Bachlauf, abseits der CampingplÀtze in unserem kleinen Van.
Mit BÀrenspray und einem laut tönenden Airhorn bewappnet brachen wir mutig auf den ersten, vom lauschigen kleinen Parkplatz Wanderpfad auf. Dem schlossen wir eine zweite Wanderung in der Umgebung an.
Wir wussten nicht dass der Weg zum Ausgangspunkt allein schon zwei km ĂŒber Schotterpisten immer tiefer in den Wald fĂŒhrte und es war dann umso spannender auf einem Aussichtsplateau zu parken, von dem der schöne Smithers Wasserfall zu sehen war.
Jon bastelte am Van und ich nahm meinen Mut fĂŒr den zweiten Abstecher in die Wildnis zusammen. An einem Seil stiegen wir einen kleinen Hang hinunter ins Buschland, in dem ich wieder keinen BĂ€ren antraf. ;) Der Pfad fĂŒhrte zum Flussufer und dieses entlang zum Wasserfall stromaufwĂ€rts. Wir standen eine Weile vor dem rauschenden Wasserfall und plötzlich tauchten abwechselnd zwei Otter aus den schnellen Stromschnellen auf.
Ein so schöner Anblick!
die Weiten British Columbias
Das Chaos lichten und es wohnlich machen
This is our planned route for the start
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Los Aufbruch!
Halt, Moment. Geduld ist gefragt.
Obwohl Jon, mein Freund und Reisepartner, schon vieles an unserem schönen alten VW Bus ausgebessert, repariert und installiert hat, dauert es noch bis genau ĂŒbermorgen bis unsere Reise losgehen kann.
Seit meiner Ankunft hier in British Columbia, Kanada, haben Jon und ich die meiste Zeit auf der Chipmunk Ranch verbracht. Die Farm haben die Zehetmeiers vor 16 Jahren aufgebaut, ihre vierte Tochter war damals gerade geboren. Das Leben in Deutschland und ihre dortige Tankstelle haben Sebastian und Rosini nicht erfĂŒllt und sie sind auf Anraten eines Bekannten âeinfach malâ auf die Suche nach Land gegangen. Und zwar im Norden British Columbias.
ZunĂ€chst haben sie das, kurze Zeit spĂ€ter erworbene, dicht bewachsene Land zugĂ€nglich gemacht und Rinder angeschafft, inzwischen ist der Bioanbau ihr gröĂtes Anliegen. Ich habe in den letzten Tagen so Einiges ĂŒber den Anbau von Getreide gelernt und gestern erst habe ich das sogenannte Experimentierfeld zu sehen bekommen, auf dem mindestens 5 Sorten Getreide hellgrĂŒn und zart aus dem Boden wachsen.
Vielleicht gehört eine von ihnen bald auch zu den Exporten. Bislang ist die Erbse die Haupteinnahmequelle der Familie. Und wenn ihr wissen wollt wie gesund Erbsen sind dann googelt sie jetzt mal- ihr werdet Euch wundern!
WĂ€hrend dem ich geholfen habe frischen grĂŒnen Spargel, Salat und GartenkrĂ€uter zu ernten und zu unserem Mittagstisch zu verarbeiten oder mir von Rosini zeigen lieĂ wie man Tomaten âausgeiztâ, war Jon stundenlang tĂ€glich im âShopâ und hat an unserem Van herum gebastelt, (man sagt hier nicht Bus, sondern Vanagon oder kurz Van).
Rosini und Sebastian haben Jon im vergangenen Herbst herzlich in ihre Familie aufgenommen und er hat seine freien Wochenenden damit verbracht ihnen auf dem Land zu helfen. Und als es auf meine Ankunft zuging hat Jon sich vermehrt dem Van gewidmet, war in Sebatians Shop bestens mit allen denkbaren Werkzeugen und Ersatzteilen ausgerĂŒstet um seiner KreativitĂ€t freien Lauf zu lassen.
Nur einige Beispiele: wir haben inzwischen nicht nur neue Reifen und Bremsen, sondern auch funktionierende automatische Fensterheber, einen neuen Bodenbelag, eine groĂe âStorage Boxâ fĂŒr unseren KĂŒhlschrank und diverse andere Utensilien auf der RĂŒckseite des Fahrzeugs, ein dickes Rohr auf dem Dach in dem bald das Wasser zum Duschen heiĂ wird, daneben ein Solar Panel und eine groĂe Skibox als weitere Aufbewahrungsmöglichkeit.
Da all das bald komplett fertig ist, und wir nur noch Balast in Form von Werkzeugen, einem Einrad und einem dritten Paar Rollerblades loswerden mĂŒssen, können wir fast schon los.
Heute habe ich ungefĂ€hr 16 SchraubglĂ€ser mit GewĂŒrzen und HĂŒlsenfrĂŒchten âbĂ€rensicherâ befĂŒllt und unsere einziges MöbelstĂŒck, einen kleinen Regalschrank mit allem was herein passte gefĂŒllt. Ein groĂer Sack Klamotten wanderte zur Salvation Army, einen Hoolahoop Reifen, ca. 20 âhot wheelsâ und einen chinesischer Sonnenhut haben wir Jonâs Arbeitskollegen gespendet.
ZurĂŒck zum Farmleben. Diese unendlichen Weiten, auf die man rings herum schaut, sind fĂŒr EuropĂ€ische Augen völlig befremdlich. Aber noch viel erstaunlicher fand ich Sebstians und Rosinis Wissen ĂŒber die Machenschaften der StaatsmĂ€chte unserer Gesellschaft, die es uns beinahe unmöglich machen ungiftige, gehaltvolle Lebensmittel zu konsumieren und gesund zu bleiben. Der biologische Anbau, die Nachhaltigkeit und der Boykott von Massenware sind deshalb der einzige Weg den wir gehen können und mĂŒssen.
Die Erkenntnisse, die ich mitnehme sind unter anderem:
Ein Feld braucht sechs Jahre bis es âgesundâ ist, nachdem es gespritzt wurde.
Viele Brotlaibe aus dem Supermarkt oder die BrothĂ€lften eines labberigen Fastfood Burgers sind eigentlich schon lĂ€ngst âtotâ bevor wir sie essen.
Alles Gesunde wird aus dem GemĂŒse, Obst, Korn heraus gezĂŒchtet.
In sehr vielen Lebensmitteln, (nicht Bio), steckt mehr Gift als Vitamine. Kein Wunder dass unser Körper damit nicht fertig werden kann.
Ich könnte weiter auflisten. Aber erstmal soll meine Gruselgeschichte wieder eine harmonische Wendung nehmen...
In den 10 Tagen sind auf der Farm zwei Generationen KĂŒken heran gewachsen, wir haben vier verschiedene, selbst gebackene, Kuchen verköstigen dĂŒrfen, es war alles frisch und hat fantastisch geschmeckt. Wir hatten so starke Regenschauer dass man nur noch mit dem âFour Wheelerâ ĂŒber das Land kam und so viel Schlamm an den RĂ€dern, dass es einer Sau SpaĂ gemacht hĂ€tte, sich darin zu suhlen. Einmal mussten wir eine Familie junger Wiesel aus der Verkleidung der AutotĂŒr bekommen, und ich verrate Euch lieber gar nicht wie man das auf dem Land so handhabt.
Und bevor ich es vergesse: ich habe meine Angst vor Grizzlies und Pumas im Griff, seit dem wir zu viert auf zwei âFour Wheelernâ drei Stunden durch die Wildnis geprescht sind. Sebastian hat uns eine Tour ĂŒber sein Land gegeben, vorbei am Bieberdamm, den eigenen Feldern, in die PappelwĂ€lder, ĂŒber WassergrĂ€ben, ĂŒber(!) BĂŒsche, zum verlassenen Haus des mit 92 verstorbenen Paul. Er blieb im Winter in einem Graben stecken, der Motor fiel aus und er zog sich eine LungenentzĂŒndung zu. Das Haus steht seit dem leer, voll ausgestattet und in Erwartung eines neuen Einsiedlers. Zuletzt kamen wir an den Uferstrand des âBlueberry Riverâ, von dem der Hang steil bergauf zurĂŒck auf ebene Pisten fĂŒhrte. Wider Erwarten haben wir weit und breit keine wilden Tiere gesehen. Aber die Motoren sind auch wirklich verdammt laut.
Morgen Abend heiĂt es Abschied nehmen von der Familie, die mir schon ans Herz gewachsen ist, und Jon erst...
Auf zu neuen Abenteuern!