Gott ist mein größter Fan
Einmal führte ich eine interessante Unterhaltung, die mich unerwartet zu einer Erkenntnis führte. Der Freund, mit dem ich mich unterhielt, war ein Musiker. Neben der Musik ging es im Gespräch auch darum, dass jeder irgendwie ein Star sein möchte und dass es cool wäre, eine Fangemeinde zu haben. Für das eigene Ego, versteht sich. Da ich selbst keine Musikerin bin, naja vielleicht eine Hobbymusikerin, fragte ich mich, wie wohl mein Fanclub aussehen würde. Dabei fielen mir meine Familie, meine Freunde und andere ein. All diejenigen, die sich für mich freuten, wenn mir etwas gelang. Es gab aber jemanden, der ganz oben auf der Liste stand und mir als erster in den Sinn kam.
Ohne zu zögern sagte ich dem Freund, dass meine größten Fans Vater, Sohn und Heiliger Geist waren. Ich sprach von Gott. Dieser Gedanke überraschte mich selbst und ich fragte mich, ob diese Sichtweise der Wahrheit entsprach. Ist es erlaubt, Gott, den Allmächtigen, den Ehrerbietenden als Fan zu bezeichnen? Ist es nicht etwas respektlos? Ein Fan zu sein, hat was mit Anbetung zu tun. In der Bibel offenbart sich Gott aber als derjenige, dem die Anbetung gebührt. Ist es nicht ein Widerspruch dazu, Gott als Fan zu bezeichnen?
Bei dieser Antwort hatte ich das Bild vor Augen, welches Jesus konsequent über Gott gemalt hatte. In der Bibel gibt es viele Bilder, wie Gott beschrieben wird. Er ist der Schöpfer, der gute Hirte, der Heiler, der Richter u.v.m. Doch möchte er bevorzugt als Vater, Papa beschrieben werden. Ich glaube, es ist seine Lieblingsbezeichnung. Die größte Ehre, die wir Gott machen können, ist, ihn Papa zu nennen. Es sind die Eltern, die sich am meisten über die Erfolge ihrer Kinder freuen. Ich spreche von guten Eltern, von einer gesunden Familie. Es sind die Eltern, die von Stolz erfüllt sind, wenn ihr Kind anfängt zu laufen, wenn es das erste Wort spricht. Den Nachbarn ist es egal. Wenn also die Menschen-Eltern sich über ihre Kinder derart freuen, wieviel mehr Gott. Er kennt jeden und weiß alles. Er sieht jeden kleinsten Schritt, den ein Mensch macht, um etwas zu überwinden, um etwas zu lernen. Nur er weiß genau, wieviel uns eine kleine positive Veränderung kostet, mit wieviel Aufwand es verbunden ist. Und er erkennt es an. Selbst der gute Wille bleibt nicht unbemerkt. Was für uns manchmal unbedeutend erscheint, weiß er zu würdigen. So wie die Eltern die größten Fans ihrer Kinder sind, ist auch Gott der größte Fan von jedem von uns. Ja, er geht sogar weiter, er ist vernarrt in jeden, ohne Ausnahme.
Hier sind einige typische Verhaltensweisen eines Fans, die laut Bibel auch auf Gott zutreffen:
Er jauchzt, schreit, feuert an (Zefanja 3, 17).
Er trägt ein Tattoo mit deinem Namen (Jesaja 49, 15-16), hat ihn sogar in seine Handflächen eingeritzt, was viel schmerzhafter ist.
Er verfolgt aufmerksam, was in deinem Leben passiert (Psalm 139).
Er ist treu (2. Timotheus 2, 13).
Sein Herz gehört dir (Hohelied 4, 9).