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@wortstill
Im Wortgefecht bist du nie der Schießende oder der Erschossene, du bist immer das Projektil.
Man fürchtete den Lindwurm, wie man später den Teufel fürchtete und noch später den Binärcode, man fürchtete ihn, weil er allem Weltlichen ein übermächtiger, aber greifbarer Gegenspieler war. Man wagte es, ihn zu fürchten, weil man die Furcht vor ihm verstand.
Einem Menschen zu begegnen, der weder Lindwurm, noch Teufel, noch Binärcode fürchtet, heißt, einem Lügner zu begegnen.
Es würde uns wahnsinnig machen, ins Getriebe der Welt zu blicken und darin nichts als nackte Mechanik zu finden. Es braucht das Organische, das die Apokalypse in Zärtlichkeit bettet.
Man fällt auf denselben Schwindel in immer neuer Gewandung herein, als sei es eine Unmöglichkeit, zu begreifen, dass es auf komplexe Fragen keine einfachen Antworten gibt.
Der Glaube an alles frisst die Seele, der Glaube an nichts den Verstand.
— Nitya Prakash
Wie selten ist der reine Blick
Wie selten ist der reine Blick,
das bereite Herz,
der aufmerksame Sinn …
(Hugo von Hofmannsthal)
Aber zur Seite gewandt, keiner brachte mich auf die Gerade. Es brauchte mich auch keiner. Ich war ein Sprößling, eine Form des Geredes. Ich sah mich immer um. Und wollte einer, daß ich nicht die Unterführungen betrachtete, so mußte er mich veranlassen, durchzugehen. Das wollte wieder keiner.
Ilse Aichinger
Andrea Gibson, "DEPRESSION [VERB]", Lord of the Butterflies
Zwielicht ist ein schönes Licht
Im Zwielicht sieht man nämlich nicht
Wie ringsherum die Welt zerbricht
Nebel ist auch wunderschön
Im Nebel kann man nicht mehr seh'n
Wie alle Dinge untergeh'n
Am schönsten ist die Dunkelheit
Im Dunkeln sieht man gar kein Leid
Zerträumt sich blind die Einsamkeit
- Walter Moers
Sommer
Der Schnee schmolz zu Wasser,
(das wie Tränen versiegte)
die Kälte zog fort
(und nahm mit, was ich liebte).
Die Sonne schien eifrig,
(auf die Städte, verbaut)
und erzeugte wohlige Wärme
(auf meiner aschfahlen Haut).
Das Zwitschern der Vögel
(übertönte das Wimmern der Kranken)
gebar neue Träume
(die in Tränen versanken).
Der Himmel war blau,
(bei Nacht trotzdem finster)
und es war Sommer
(doch in meinem Herzen war Winter).
Patrick Hamann
"Manchmal kommen Menschen zurück. Bevor sie endgültig gehen. Doch nichts, was ich kenne, ist stiller, als Abschied zu sagen"
– Lilly Lindner
Er behauptet, wir hätten viel durchgemacht. Doch das haben wir nicht. Ich hab einfach zu viel mitgemacht.
I cried in English, I cried in french, I cried in all the languages, because tears are the same all around the world.
"To forget, to forget ...", Vahan Teryan (translated by Tathev Simonyan)