Praxistest: PreSonus AudioBox iTwo
OS X El Capitan nahm Einzug auf meinem Rechner. Das alte M-Audio Interface streikte. Eine neue Soundkarte muss her! Das iTwo funktioniert mit Computer und iPad - praktisch für unterwegs. Es folgt ein kleiner Test-Bericht für Musiker, Producer und Audiophile.
Was kann man damit machen?
2 Kanal Audio Aufnahmen an PC, Mac
Musik produzieren mit einer DAW
Tracks einspielen z.B. mit Bass und Gitarre mit Playback
Wiedergabe von Audiomaterial auf dem iPad und Ausgabe über symmetrische Outputs (z.B. auf einer PA)
Äußere Werte In einem schicken gebürsteten Aluminiumgehäuse kommt es daher. Plug & Play ist angesagt. Man muss nicht mal einen Treiber installieren. Strom kommt über USB. Ein Tick weniger Kabelsalat. Vorne zwei symetische XLR/Klinken Inputs mit schaltbarer Phantomspeisung. Ein dicker Regler für die Abhörlautstärke. Alle Regler sind gestuft. Davon erhofft man sich wohl auch, dass sie nach einigen Jahren bei der Benutzung nicht zu knacksen beginnen. Die Ausgänge auf der Rückseite sind symmetrisch aber leider nur in Klinkenform. XLR (bzw. wie vorne kombiniert) wäre mir lieber. Die Regler scheinen gut verarbeitet, allerdings sind sie für die glatte Oberfläche dann doch ein wenig zu schwergängig. Die Mic-Preamps machen eine guten Eindruck und speisen meine beiden Audio-Technica 2035 problemlos mit 48V. Ganz am Ende der Regler sind die Schritte der Verstärkung relativ groß und stark hörbar. Es gibt für jeden Kanal eine LED die bei Clipping von Gelb nach Rot wechselt. Die Darstellung passt zu den Werten die in der DAW angezeigt werden.
Mischen Während der Aufnahme kann mit einem Regler das Verhältnis zwischen direktem Monitoring des Inputs und dem Playback gemischt werden. Hier muss man wissen: der Regler mischt beide Eingänge hinzu. Wenn man also zwei Personen aufnehmen will, sollte man sich vorher darüber Gedanken machen bzw. muss man das Monitoring dann doch über die DAW betreiben.
Aufnahmen mit dem iPad Die Aufnahme auf dem iPad funktioniert problemlos, allerdings habe ich es nicht hinbekommen, Audiomaterial für ein Playback in die Software auf dem iPad zu bekommen. Es steht auch nirgendwo, dass es gehen soll. Das ist für Musiker die ihre Spur für einen Song einspielen wollen natürlich total unpraktisch. Die fertige Aufnahme kann man mit der PreSonus Software per WLAN an den Rechner schicken. Das funktioniert gut und schnell. Es fehlt aber auch hier wieder die Möglichkeit das Audiomaterial an irgendeine andere App (Dropbox, iCloud, Mail etc.) zu senden. Der Akku des iPad sollte vor der Aufnahme vollgeladen sein. Ist das iPad an das iTwo angeschlossen, wird das iPad nicht geladen. Die Qualität der Aufnahme ist hingegen einwandfrei: mit bis zu 96 kHz bei 24 Bit im ressourcen-schonenden Apple Lossless Format.
Performance Durch den Core-Audio Treiber läuft das Interface sehr stabil. Abstürze oder Ausfälle habe ich bisher noch nicht erlebt. In KONTAKT von Native Instruments oder in Cubase funktioniert die Wiedergabe mit einem Buffer von nur 32 Samples, was einer Latenz von weniger als 3 bzw. 6 ms entspricht. Bei größeren Projekten geht das natürlich nicht unbegrenzt. Auch nach dem Standby des Rechners funktioniert die Hardware wie erwartet ohne Mucken. Das liegt wohl auch daran, dass der Core-Audio Treiber von Apple selbst implementiert ist. Der Buffer kann so klein gewählt werden, dass das Monitoring selbst für Gesang über die Software realisiert werden kann (auch beim iPad ist die Latenz sehr gering und quasi nicht hörbar).
Fazit Das iTwo ist ein gutes Gerät für kleinere Recordings am Computer und zur (auch großen) Audioproduktion am Rechner. Die Verarbeitung ist gut und das Gerät läuft stabil. Der Preis ist mit 125€ recht günstig. Die Anschlussmöglichkeit an das iPad ist ein sehr guter Ersatz für einen Flash-Recorder. Für meine Bedürfnisse sehr gut geeignet.
Der Vorgänger
Das M-Audio Fast Track Ultra 8R war in Sachen Stabilität nicht so gut. Gerade nach Standby ist es öfter mal ausgefallen. Avid hat für El Capitan keine Treiber mehr bereitgestellt und es nicht für nötig gehalten, in seinem eigenen Forum zu verkünden, dass das Warten (entgegen voriger Ankündigungen) keinen Sinn ergibt. Praktisch war die interne latenzfreie Mischmatrix. Obwohl ich die Eingänge 2-7 nie benutzt hatte, haben sie, als ich sie zuletzt mal getestet habe, geknistert. Für mich heißt das: Schlechter Support, schlechte Qualität und nie wieder Avid.
Dass bei Audiomaterial manchmal viel Geld mit wenig Technik verdient wird, sieht man schön in diesem Video zu einem Akku eines Nagra Field Recorders: https://www.youtube.com/watch?v=BxZDzXv4fnM













