Uhrmachers Turmbaureflexion
Ein Buch auf den Stapel - er wächst und wächst. Der Zaun reckt sich daneben hoch. Ein Buch auf den Stapel, wird aufgeschlagen. Das Mikroskop gleitet über jede Zeile buchstabenbeschmierter Blätter gleich zähflüssiger Masse, die sich ihren Weg vom Unfallort in den Abfluss sucht. Die brennende Nadel sucht ihren Faden in Ariadnes Labyrinth, spinnt ihren Faden mit Prometheus Gewebe zum harten Seil, endet am Boden des Haufens, aufgetürmt zu dem Turm aus Papier. Bald wächst aus dem Turm ein Baum, bemalt mit den Farben der Zeilen - er wächst und wächst. Ein Buch auf den Turm, eines mehr fällt nicht auf. Doch der beinerne Zaun nimmt sich dich mit, nimmt sich den Sünder, der es wagt Zweifel zu hegen, gegen den Zaun aus Knochen der Zweifler, aus dem Wissen der Dokumente, die nie reichen, den Zaun zu bezwingen, die der kleine Mensch übereinander legt; wie sie schlafen und träumen von einer Welt ohne Bäume, die niemand braucht, fragen danach, ob der Zaun auch ohne sie wächst. Wieder kann keiner der Toten den Zweiflern und Sündern, die Fragen beantworten. Sie werden die Antworten nicht geben, denn der Mund wurde ihnen genommen. Die brennende Nadel bohrt sich nicht weiter, steckt im Sand unter dem Baum, der fest ist wie Granit. Doch der Faden sprießt aus dem Seil, umrundet die Uhren, die die Sünder vor ihrem Heiligtum halten; die sie halten bis ihre Suche, ihr Streben verendet. Niemand kommt auf die Idee das Uhrwerk zu betrachten, während alles Streben dem Wachstum des Baumes gewidmet werden soll. Ohne das Einverständnis aller wagten sich nur manche der Zweifler, das Uhrwerk zu inspizieren. Die wohnen jetzt alle im Inneren der Uhr, warten, bis der nächste Wissende kommt, der sich ihrer erbarmt. Wie könnten sie sich rühren, wenn sie vielleicht ebenso tot sind, wie der wachsende Zaun, den sie selbst viel niedriger errichtet sahen, so dass sie mit ihrem Denken, den Platz hinter dem Zaun zu sehen vermochten. Obwohl Dimensionen in Qualität, Quantität die Welt hinter dem Zaun unterscheiden, denkt niemand, dass sie auch bei uns schon lange ihr Unwesen treiben, jedoch noch nicht ihr volles Potential erschöpfen konnten. Man fragt sich, warum es nie regnet und trotzdem die Wolken an keinem Tag von der Sonne durchschienen werden, derer Existenz zwar bekannt, sogar hinterfragt wurde. Und die Antwort hat man erhalten, ohne die Lösung erkennen zu können, denn die Lösung ist nicht in der Erkenntnis über die Antwort versteckt, wenn der Sand nur unter den Büchern wegsackt, dafür der Zaun reines Granit zum Grund hat. Tatsächlich liegen am Boden, wo der Stapel anfängt, hunderttausende alter Bücher begraben, im Schlamm, der das eingebundene Material langsam zerfrisst, der langsam mit Wasser dem unnötigen Wissen huldigt. Er weißt, warum er das tut, er braucht keine Lösung, denn er muss sie nicht suchen. Er sucht nicht, er sucht nicht; er findet auch selbst, wenn er es nicht versucht. Seine Meinung ist unbekannt und dennoch ist sie die Wahre, weil sie unbekannt ist, will das niemand glauben, weil sie immer noch unbekannt bleibt. Und ein Buch auf den Stapel - er wächst und wächst. Der Zaun reckt sich daneben hoch. Daneben die Uhren, die wie die Bücher auf Treibsand liegen, während der Zaun über Granit steht. Unterschiedlicher könnten die Bücher und die Uhren nicht sein - der Treibsand sackt nur, einzig und allein unter dem Gewicht der Bücher ein, wobei das geringe Gewicht der Uhren trotz der Wissenden Sünder und Zweifler im Innern nie ausreichen kann, um sie nach unten zu drücken. Doch es ist Platz im Innern der Uhren, denn das Uhrwerk wurde von Menschenhand erbaut, wurde nicht wie der Zaun aus dem Tod der Erbauer gewonnen, den man mit dem errichten eines turmhohen Stapels an Büchern zu kompensieren versucht, die ebenfalls auf Gründer gegründet sind, ohne dass die ersten, die nach den Gründern kamen ihre Bücher verstanden hätten, die jedoch nicht mehr lesbar am Grund des Treibsands verharren. Und niemand schaut im Uhrwerk nach, denn dort ist es Dunkel und in Dunkelheit will niemand sehen.












