15.04.1937 Promotionsverbot für Juden an deutschen Universitäten
Bereits seit 1933 standen die Universitäten im Fokus der Nationalsozialisten. Die Einflussnahme auf Hochschulen ermöglichte einen Zugriff auf viele junge Menschen, die für die NS-Politik ein wichtiges Ziel der eigenen Propaganda waren.
Eine angebliche Überfüllung der Hochschulen wurde als Rechtfertigung für die Einführung des „Gesetzes gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen“ vom 25. April 1933 verwendet. De facto hieß dies den Ausschluss von jüdischen Studierenden aus universitären Kontexten, denn laut Gesetz durften „höchstens 1,5 % der Erstsemester Nichtarier sein“. Die Veränderungen an den Hochschulen im Sinne der NS-Politik verschärften sich in den folgenden Jahren immer mehr. Mithilfe von Gesetzen wurden die Ziele der NS-Führung durchgesetzt: Jüdische Medizinstudierende wurden beispielsweise nicht mehr zur Prüfung zugelassen. Und 1937 erging schließlich ein Promotionsverbot für Juden an allen deutschen Universitäten.
Die damalige Berliner Studentin Elisabeth-Charlotte Bollert bekam 1933 eine gelbe Studentenkarte für sogenannte „Nichtarier“. Aufgrund dieser Karte wurde sie von Bekannten bereits ausgegrenzt. Sie durfte noch ein Semester studieren, da ihr Vater als Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg gekämpft hatte. Sie wurde dann jedoch zur ersten juristischen Prüfung nicht zugelassen. Eine Begründung bekam sie nicht. Sie musste ihr Studium daraufhin abbrechen und wurde exmatrikuliert. Ihr Studium konnte sie nicht wieder aufnehmen.
Die genaue Biografie von Elisabeth-Charlotte Bollert findet such auf der Internetseite der Humboldt Universität: https://www.hu-berlin.de/de/ueberblick/geschichte/juedische-studierende/biographien/elisabeth-charlotte-bollert
Das Schicksal von Elisabeth-Charlotte Bollert ist nur eins unter vielen. Es zeigt welche Auswirkungen die beschriebenen Gesetze auf den Alltag der Menschen hatten, die von ihnen betroffen waren. Das Studium konnte nicht weitergeführt werden, Berufswünsche nicht weiter verfolgt werden. Diese Gesetze beeinflussten das gesamte spätere Leben dieser Menschen.
MP




















