Ich möchte kämpfen, das ist keine Frage. Ich möchte kämpfen und ich möchte gewinnen. Stark sein. Durchhalten. Einfach weiter machen.

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@chronisch-chaotisch
Ich möchte kämpfen, das ist keine Frage. Ich möchte kämpfen und ich möchte gewinnen. Stark sein. Durchhalten. Einfach weiter machen.
Heute ist mein fünfter Tag mit einer Cortison Infusion. Doch anstatt, dass es anschlägt und die Symptome vielleicht bessert, kann ich dabei zu sehen, wie es sich verschlechtert. Tag für Tag sehe ich, wie mein Körper mehr abbaut und immer wieder ganz banale Dinge nicht mehr alleine schafft. Es macht mich so traurig, wütend und lässt mich verzweifeln. Sollte es über das Wochenende nicht akut schlechter werden, werde ich am Dienstag wieder ins Krankenhaus kommen und dann wird entschieden, ob nochmal die doppelte Dosis Cortison stationär verabreicht wird oder ob es sogar vielleicht sinnvoller ist, eine "Blutwäsche" durchzuführen. Ich weiß nicht, was ich von dem Ganzen noch halten soll und langsam auch nicht mehr, woher ich die Kraft noch nehmen soll, nicht daran zu zerbrechen. Aber es wird weiter gehen. Und es wird gut gehen. Irgendwie. Irgendwann.
Dieser Schub übertrifft jeden bisherigen. Meine rechte Körperhälfte verliert immer mehr an Kraft. Die Schwere nimmt zu, es ist anstrengend und ich kann mein Bein kaum noch heben. Das Stehen und Gehen wird von Tag zu Tag schwieriger und teilweise fast eine Sache der Unmöglichkeit. Ich kann mich nicht mehr auf den Beinen halten und sacke zusammen. Es sind unglaubliche Schmerzen. In meiner Hand und meinem Fuß habe ich kaum noch Gefühl und auch in der restlichen rechten Körperhälfte schwindet das Gefühl immer mehr. Das Cortison schlägt nicht an. Es macht mir Angst und raubt mir meine Kraft. Wie soll das weiter gehen? Was mache ich, wenn es nicht besser wird?
Ich versuche so krampfhaft, weiterhin optisch zu bleiben und nach vorne zu sehen, aber so langsam funktioniert das auch nicht mehr.
Ich bin mir nicht sicher, ob mein Körper es schaffen wird, diesen Schub so gut wegzustecken, wie er es ansonsten kann. Ich bezweifle es so sehr und es macht mir so eine Angst.
Lieber Körper, bitte mach nur einmal das, was du sollst.
Kennst du oder gibt es Leute die nach Befunden klar MS haben, aber keinerlei Syptome haben (bzw. sich an keine Symptome erinnern können)?
Es tut mir leid, falls deine Frage schon länger her ist. Ich war hier schon länger nicht.
Also ich persönlich kenne keinen, wobei ich sowieso kaum Menschen mit MS kenne. Aber ja, es ist möglich, MS zu haben und trotzdem Jahre lang beschwerdefrei zu leben. Allerdings muss man zumindest irgendwann mal etwas gehabt haben, sodass es diagnostiziert werden konnte oder man es überhaupt untersuchen lassen hat. Oder wie siehst du das?
Dinge, die man nicht ausspricht, sind nicht real genug, nicht greifbar. Doch manchmal muss man Dinge real werden lassen, um sie verarbeiten zu können.
Solange man gesund ist, lebt man einfach so, jeden Tag. Es ist normal, dass man gesund ist und es ist normal, dass man Kopfschmerzen bekommt, wenn man zu viel getrunken hat. Das ist ein selbst gemachtes Leiden, selbst Schuld. Wenn man dann diese Krankheit hat, weiß man doch irgendwie jeden Tag zu würdigen, an dem man beschwerdefrei ist. Ich meine, man wacht nicht auf, himmelhochjauchzend und denkt sich oh schön, ich habe nichts. Aber irgendwie hat es eine andere Qualität.
aus einem Video
Ich wünsche mir so sehr, dass es besser werden könnte.
Der Wunsch nach Gesundheit ist erdrückend.
Aus einem Interview mit einer MS Betroffenen
Es ist so wichtig, auf seinen Körper zu hören.
Heute mittag hatte ich wieder ein MRT. Diesmal war mein Kopf dran. Es hat ewig gedauert, bis sie mir das Kontrastmittel geben konnte, weil meine Venen sich, wie immer, gut versteckt haben. Auf den MRT Bildern wurden in meinem Gehirn drei neue Entzündungsherde entdeckt. Eigentlich ist jeder neue Entzündungsherd schon zu viel, aber da ich mit deutlich mehr gerecht habe, bin ich doch eigentlich ganz zufrieden mit dem Ergebnis.
Heute war tatsächlich der erste Tag, an dem ich absolut ohne Nebenwirkungen von Aubagio war. Nach nur neun Tagen. Ich bin wirklich positiv überrascht.
Meine rechte Gesichtshälfte ist heute total versteift und um ein tausendfaches tauber, als sonst. Jedes einzelne blinzeln tut weh.
Es ist wie, als wäre mein Gesicht mit einer Spritze betäubt worden. Nur wesentlich unangenehmer und einfach dauerhaft.
Heute ist kein guter Tag.
Den ganzen Tag über könnte ich schlafen. Sowohl ich, als auch mein Körper sind erschöpft. Nichts funktioniert heute so, wie es soll. Jede Bewegung tut weh. Denken ist anstrengend. Reden ist anstrengend. Wach sein ist anstrengend.