Keine Tage sind zu kurz. Weil Zeit nicht existiert. Hier verliert man sich beim Warten.
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@daseineleben
Keine Tage sind zu kurz. Weil Zeit nicht existiert. Hier verliert man sich beim Warten.
Nachts
Henrik geht nach Hause und trinkt Schnaps. Sein Vater hat ihn noch selbst gebrannt, er kauft ihn im Kaufhaus. Er blickt zu seinen Füssen, das Glas in der rechten Hand. Er denkt über Wege nach. Vergangene, verpasste und verlorene Wege. Nachts in der Stille hat er Zeit zum nachdenken. Hier ist das Neue fern, Vergangenes längst abgeschlossen und die Zukunft trifft die Hoffnung.
Es ist eine Welt, in der Äste sich verbiegen. Laub fällt in den Himmel.
Fazit des Lebens: Sie haben mich nicht verstanden.
Kieselstein
Viele Schuhe schreiten Tag für Tag über den Kieselsteinen hin und her, hüpfen und drehen sich. Ein paar Steine bleiben liegen, andere tanzen mit, bis sie wieder auf dem Boden landen und auf eine neue Erschütterung warten. Manchmal krallt sich der eine oder andere Kieselstein an die schwarzen Sohlen, zieht sich hoch in einen Sohlenspalt und lässt sich eine Weile mittragen. Viele können sich nicht lange oben halten, doch einige lassen sich kaum mehr abschütteln. Erfolgreiche Kieselsteine entscheiden oft selbst, wann und wo sie sich wieder fallen lassen. Harter Aufprall. Meist treffen sie dort auf neue und gleichgesinnte Steine. Manchmal kommt es aber auch vor, dass die reisewütigen Kieselsteine nie mehr einen anderen Kieselstein treffen. Gestrandet auf Holz, Stoff, Plastik oder im Wasser. Nicht viele Kieselsteine zeigen sich ausreichend mutig und kräftig für solche Reisen, andere können kaum darauf warten den nächsten Schuh zu besteigen.
Wie heisst deine Lieblingsschneeflocke?
Was ist wahr?
Was ist wahr?
Ab wann ist man ein Narr?
Was ist wahr und was nicht?
Welche Farbe hat das Licht?
Was ist wahr und was nicht und was steht dazwischen?
Welche Wörter muss ich hier zusammen mischen?
Was für Festmähler an Weihnachten auftischen?
Was ist wahr und was nicht und was steht dazwischen?
Kann man die grosse Liebe aus der siebten Wolke fischen?
Nur friedlich Träumen mit einem Federkissen?
Was ist wahr und was nicht?
Hat ein Mensch nur eine Schicht?
Was ist wahr?
Ab wann ist man ein Narr?
Und wir haben Angst, die Freiheit falsch zu machen.
Tagsüber vermisse ich die Nacht. Und in der Nacht vermisse ich dich.
November
Herbstbaum sei stolz auf dein Gold am Holz,
bald wirst du weiss sein.
Dein Glanz wirst du schnell verlieren
und unter dem Pudermantel frieren.
Und ich,
ich werde feiern, trinken essen,
meine Freunde an den Geschenken messen.
Mein Trübsal werde ich schnell verlieren
und mit Wein am knisternden Feuer flanieren.
Goldbaum bald bist du weiss.
Und ich feiss.
Kommt, wir legen uns alle zusammen schlafen.
Rebloggen wenn du gerade im Bett liegst. (:
Kommt, wir legen uns alle zusammen schlafen.
Rebloggen wenn du gerade im Bett liegst. (:
Wollknäuel
Die kleine Katze spielt mit ihrem Wollknäuel auf dem Boden, unter dem Tisch, zwischen den Stühlen, vor dem Fernseher. Sie rennt durch dir ganze Wohnung und der Knäuel rollt mit ihr. Manchmal stupst sie ihn fein, manchmal schlägt sie ihn hart, beisst ihn, schleudert ihn von Wand zu Wand. Der Knäuel unermüdlich, lässt alles mit sich machen. Und jeder findet diese Katze so süss und dieses Spiel so lustig aber niemand interessiert sich für den Wollknäuel, der zerfetzt wird.
Wir liegen in unseren Betten. Halten unsere Herzen in der Hand, du meines und ich deines. Im Traum.
Das Leben hat mich vergessen.
Regen
Nicht umsonst bin ich jetzt so weit gelaufen. Nicht umsonst habe ich die Regentropfen zwischen meine Schuhsohlen und den heissen Asphalt gepresst und bin gegangen, obwohl es regnete. Zuvor hatte die Sonne noch gestrahlt. Dann, als ich los lief, ergraute sie und verschwand im Wolkenmeer. Der heisse Asphalt unter meinen Füssen ist das einzige was von ihr übrig geblieben ist. Ich kann ihn riechen, den Sommerboden. Und ich gehe immer weiter in der Hoffnung es sei nicht umsonst. In der Hoffnung etwas zu finden, was ich jetzt noch nicht kenne aber hoffentlich finden werde, während ich die Regentropfen mit meinen Schuhsohlen auf den heissen Asphalt presse.
Das Schreiben kann man nicht erzwingen. Gefühle auch nicht.