Obsession (O-Ton)...
...besitzt mit Inde Navarette eine durch und durch famose Hauptdarstellerin, die sich virtuos wie verstörend in alles reinwirft, was das Drehbuch von ihr verlangt, was ebenso schweineunterhaltsam wie gruselig ist und allein schon die Sichtung eines Filmes rechtfertigt, dessen Logiklöcher bisweilen ganze Flussbetten füllen könnten und der zudem nach meiner wohlwollenden Auslegung als Versuch einer Satire auf toxische Incel-Arschgeigen interpretiert werden kann, in seiner Bildsprache aber ein paar Mal zu oft seine weibliche Hauptfigur vorführt, um nicht einen etwas schalen Beigeschmack zu hinterlassen - wie schon bei "Passengers" wurde ich manchmal das Gefühl nicht los, der Film wisse selber nicht, wer hier in Wahrheit das Monster ist.
Auch jenseits aller Kritik an der möglichen Message des Filmes finde ich es mutig, mit Bear Bailey einen Protagonisten einzuführen, dem ich schon nach den ersten fünf Minuten vieles gewünscht hätte, bloß kein Happy End, und dessen durchgehende komplette Arschigkeit gepaart mit wirklich strunziger Dummheit es mir bisweilen erschwerte, in Szenen nicht entnervt zu sein, die dafür gemacht zu sein schienen, mich für ihn zu erwärmen. Dies ist kein Diss gegen Michael Johnston, der spielt sehr patent neben seiner entfesselten Kollegin. Und auch der Horror kann eine Menge: jenseits von ein paar Momenten, die sich enervierender Weise meilenweit vorher ankündigten gibt es auch einige, die bei mir so effektiv waren, dass der Mund offen stand, während die Gänsehaut bis runter zum Po wanderte.
So bleibt unterm Strich eine jetzt schon ikonische Horrorperformance in einem bisweilen sehr effektiven Film, bei welchem man aber ums Verrecken nicht allzu lange über die Logik der Handlung und bestimmte Implikationen der Prämisse nachdenken sollte, weil dies den Sehgenuss deutlich hindern könnte.
D.C.L.











