02 - Lauer Frühlingswind
Es liegt ein lauer nach Frühling anmutender Wind in meiner Wohnung, als ich aufwache. Woher ich das weiß? Wenn es windet, spüre ich die Luft durch meine Wohnung ziehen. Wenn man bedenkt, dass ich einmal mehr erst spätnachts schlaf gefunden habe, sind meine Augenringe, die sich an den rötlichen Augäpfeln beinahe vergeblich versuchen festzuklammern, nur noch bis zu einem gewissen Grad unerklärlich. Also öffne ich den Spiritus und gieße ihn in einen Kocher. Es gibt Kaffee, aber nicht irgendwie, sondern auf meine ganz eigene Art und Weise. Mein Vermieter kümmert sich um nicht viel, jedoch immer um die unnützen Sachen. Rauchmelder. Meine Wohnung hat zwei davon. Einer davon hängt in der Küche. Wenn ich versuche, in Worte zu fassen, was für eine unfassbar miese Idee es ist, einen Rauchmelder in eine Küche zu hängen, scheitere ich kläglichstens. Seit er beim abkochen von einem Paar Hühnereiern angeschlagen hat, meide ich es, in meiner Küche irgendetwas anderes zu tun als abzuspülen. Aber Kaffee muss sein nach drei Stunden Schlaf. Da klappert der Wasserkessel auch schon. Ich nehme also meinen Campinglöffel und meine doppelwandige Tasse zur Hand und fülle dass lösliche Pulver ein, um es anschließend mit dem heißen Wasser aufzugießen. Ich wohne hier seit anderthalb Jahren und habe mich dennoch nie richtig eingewöhnt. Lebe ich doch immer noch aus Eurokisten und einem Reisekulturbeutel von Nivea. Ist as dieser Minimalismus von dem alle Welt zu sprechen schien? Jedenfalls ist das Pulver nun aufgelöst und das Wasser Braun gefärbt. Der Tag kann kommen.












