"Mach einfach, was dir Spaß macht"
".. der Rest kommt von allein.".
tl;dr: Ich habe keine Ahnung was ich "einfach machen soll".
Dieser Satz aus dem Resonator-Podcast hat mich mal wieder nicht losgelassen. Wie so oft geht es hier darum, dass Karriere nicht alles ist und es um den persönlichen Spaß und das Glück gehen sollte. Denn der berufliche Weg kommt dann ganz von allein.
Gerade jetzt beschäftigt mich diese Frage besonders, denn es ist Prüfungszeit. Die ersten Prüfungen des 1. Semesters sind bei mir nicht gut ausgefallen. Ist prinzipell kein Problem; mich beschleicht aber das Gefühl, dass es da ein tieferes Problem gibt.
"Irgendwas mit Computern"
Mein Computereinstieg war Windows 98. Ich fand die vielen Möglichkeiten am PC schon immer extrem anziehend. Ich hab die PCs in der vierten Klasse eingerichtet, es kam HTML, ein Praktikum bei Vobis und in einer größeren IT-Abteilung. Dann war der Weg geplant: Nach der 10ten Klasse ging es in eine Ausbildung bei Siemens.
Der erste Rückschlag war dann, dass mir das zu viel "Elektro" war. Umorientierung, Abbruch, kein Problem mit Bewerbungsgesprächen gehabt, Ausbildung in der "IT/Konferenztechnik des Bundestages".
"Irgendwas mit Fotos"
Ich habe in der ersten Ausbildung angefangen Fotos zu machen. Kurz erwogen Fotograf zu werden, die Ausbildung hat aber auch wenig mit Kunst zutun. Durch die Ausbildung finanziert konnte ich mich gut durchtesten, Kleinbild, Mittelformat, Dunkelkammer, Digital samt unnötigem Studio-Ringblitz. Die "10.000 ersten Fotos" hab ich mittlerweile sicher drin. Die Leute mögen meine Fotos, aber außer Hobby wurde nie mehr daraus. Meistens verbringe ich mehr Zeit damit das Foto zu planen; das Endergebnis ist dann fast nebensächlich. Aber ein Foto nur für sich selbst machen, reicht auch nicht immer.
Egal wie schlecht die Zeit ist, ich komme immer zur Kamera zurück.
Kann man hier sehen: in--between.deviantart.com
"Irgendwas mit Elektro"
Während der zweiten Ausbildung habe ich mich mit Elektonik angefreundet. Angefangen selber Schaltungen zu löten, Grundsätzliches Verständnis mit Freude gefunden. Praktisch ist, das man somit auch Dinge wie Radio-Konzepte und Akku-Lautsprecher selber basteln kann. Arduino, C Programmierung.
Die theroretische Seite der Elektrotechnik war mir aber oft zu mathelastig. Nach der zweiten Ausbildung musste ein Abi her. Ausbildung beendet, Kurze Vertragsübernahmezeit mitgenommen und dann Fachabi in Elektrotechnik gemacht.
"Irgendwas mit Design"
Das Interesse für Elektro und Foto verschmolz dann irgendwann in der Idee eine Maschine zu bauen, die den analogen Entwicklungsprozess für Fotofilme übernimmt. Irgendwie bin ich auf Design kommen; Beschloss im Abitur dann, dass ich mich für Industrial-Design bewerben werde. Mich mit der Theorie beschäftigt, Bücher, Podcasts, Interviews und Dokumentationen aufgesogen.
Im Mappenkurs die erste Ernüchterung und die kurzfristige Bewerbung für das Studium mit ähnlichem Ergebnis. Abgelehnt. Mir wurde klar, dass in der Mappe zu viele fertige Konzepte für Produkte waren - das war auch schon im Mappenkurs ein Thema.
Ein Portfolio gibt es aber trotzdem: www.6uhrmittag.de
"Irgendwas mit Erklären"
Beim Thema Studium kam auch kurz auf, dass ich gerne rede, erkläre und Organisiere. Marketing, Vertieb, Politik. All das stand im Raum. Ich habe hier und da ein paar Anleitungen für Software geschrieben, bisschen gebloggt, während der Ausbildung gerne Dokumentationen geschrieben und selbst während des aktuellen Studiums mehr Zeit für das erlernen von LaTeX gesteckt, als in die Physik-Protokolle, die ich damit geschrieben habe. Was ich meine sieht man an diesem Blog. An diesem Text. Aber was soll man daraus schon groß machen.
"Dann eben Elektrotechnik"
Die Ablehnung bei Industial-Design und die Erkenntnis, dass in der Mappe zu viele fertige Produkte waren, brachte mich zu dem Entschluss, dass es wohl doch Elektrotechnik sein soll. Als Ingenieur muss man schließlich auch vor allem konkrete Dinge planen. Und ein Designer kann man als Ingenier wohl immer noch werden.
Am Anfang des Studiums wurde extra darauf hingewiesen, dass die ersten Semester sehr theoretisch und hart werden. Das ist es. Die Frage ist eben, ob sich das ändert oder es doch so weitergeht. Denn ich merke, dass ich extrem viel Freizeit aufwende Dinge zu machen, die nichts mit dem Studium zu tun haben. Design, Foto, Street Art.
Wie geht es weiter?
Die Frage ist doch. "Was ist das, was einen glücklich macht?" Was ist es, dass man "doch einfach machen sollte", wo der Rest dann quasi von alleine kommt. Es läuft immer auf das "connecting the dot's" hinaus, was schon Steve Jobs aussprach. Natürlich sehe ich die Punkte im Nachhinein - die Frage ist doch, wie geht es weiter. Wie kann man die Punkte sinnvoll weiterführen. Es aussprechen ist einfach. Ich würde mich freuen, wenn ich dieses "das Eine" finden würde - wenn jemand kommt und sagt "hier, genau das musst du einfach weiter machen".
Aber bis das passiert, suche ich weiter.