...von Träumen, Freude und kreativen Kräften
Heute Morgen beim Aufwachen, erinnerte ich mich an mit großen Unbehagen an einen Traum von letzter Nacht, in dem ich in sehr expliziten Bildern von Blut und offenen Wunden träumte. Da ich über die Symbolik und Interpretationen von Träumen ein bisschen etwas weiß, war mir schnell klar, dass es sich um fehlende Lebensfreude handelte (Blut steht für Fluss des ‚Lebenssaftes‘ durch unseren Körper). Da dieser Verlust auf der rechten Seite der Protagonistin (stellvertretend für mich als weibliche Person) auftauchte, ging es um die Tatkraft, die Handlungskraft die ‚aufgeplatzt‘ und die durch das austretende Blut (als fehlende Lebenskraft & -freude) geschwächt war.
Zufrieden mit meiner ersten Analyse, fing ich an die Konsequenz dieser Botschaft, die mir meine Seele über mein Unterbewusstsein sendete, zu verstehen. Ich frage mich ernsthaft, was mich denn daran hinderte Freude zu spüren und diese durch aktive Handlungen nach Außen zu bringen. Wie Ihr Euch denken könnt, meine Antwort darauf, fiel vielschichtig aus.
Nachdem ich mental eine große Schleife drehte, die mich die letzten 12 Monate Revue passieren ließ, kam ich zu der Überzeugung, dass sich in meinem Leben etwas Gravierendes zu verändern hatte. Obwohl die letzte Zeit von großen inneren Wandlungen geprägt war, die mich mehr und mehr in meine innere Wahrheit haben finden lassen und im Takt des allgemeinen spirituellen Aufstiegsprozesses ihren Ankerpunkt hatten, war ich mir durchaus bewusst, dass Balance – ein Ausgleich zwischen Innen-und Außenleben, ebenso wichtig ist, wie die Berührbarkeit und Nacktheit mit dem Leben in Kontakt zu sein, und zwar in jedem Moment. Sozusagen in Flow und Balance zugleich zu sein.
Dieser Zustand des Flows ist jedoch nicht immer leicht zu erspüren und zuzulassen, vor allem weil wir kollektiv erlernt haben, Disziplin und ein ‚Erarbeiten‘ (oft ausgedrückt durch ein offenes, verdecktes Gefühl des ‚ich muss doch…‘ ‚ich sollte jetzt aber…‘) als die Norm zu erachten und unser Gefühl dabei außen vor zu lassen. In dem Moment TUN wir etwas, sind aber nicht unbedingt offen, bewusst, inspiriert, berührt und schon gar nicht EINS mit der Handlung selbst oder mit dem was uns umgibt.
Ein Helfer sozusagen, um uns in den Flow-Zustand zu bringen, ist daher die Freude. Meine Interpretation von Freude ist, wenn wir das Leben in seiner Ursprünglichkeit wahrnehmen können, urteilsfrei, erwartungsfrei, mit voller Akzeptanz und ohne Widerstand als auch frei von Gedanken oder anderen jeweiligen Projektionen aus der Vergangenheit oder aus familiären und gesellschaftlichen Konditionierungen. Freude erhöht unsere Schwingung im Körper, erweitert die Gefäße, lässt die Gedanken besser fließen, wir erkennen plötzlich Möglichkeiten oder haben AHA Momente, nehmen unsere inneren Impulse klarer war und sind entspannt. In diesem Zustand fühlen wir uns angebunden an das universelle Feld, sind im Hier und Jetzt und können aus dieser Zentriertheit ganze Wunderwerke vollbringen. Erschaffen gelingt uns mit Leichtigkeit, das Tun wird spielerisch. Kreativität fließt.
Wir nutzen die dabei die freie Energie in uns und um uns, die immer vorhanden ist, und gehen mit ihr in Kontakt, um aus ihr zu schöpfen, sie zu formieren und zu fokussieren, um Neues entstehen zu lassen. Ich glaube jeder, der sich schon einmal einem künstlerischen Prozess hingegeben hat, sei es durch Malen, Tanzen, Schreiben, Musizieren, Nähen, Töpfern etc. versteht diesen schöpferischen Akt nur zu gut.
Fakt ist aber auch, dass durch unsere rational-dominierte, perfektionierte, effizienz-gesteuerte Welt, genau diese Hingabe an die Kreativität, die Zeit, Spiel, ein sich Ausprobieren und gehen lassen beinhaltet, um sich inneren Impulsen überhaupt öffnen zu können und diesen dann Leben einzuhauchen, auf der Strecke bleibt. Das Männliche YANG overpowert das WEIBLICHE YIN und dabei haben wir beide Anteile in uns, die als kraftvolle Einheit wirken wollen und unsere ganzheitliche, verbundene Natur und lebendigen Ausdruck im Mensch-sein stärken. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir Mann oder Frau sein, denn beide sind aufgefordert, die Anteile in sich gleichermaßen ins Gleichgewicht zu bringen, was sich im Kollektiv und im Bewusstsein aller Menschen widerspiegeln würde und die Welt insgesamt in die Balance bringen würde.
Somit gilt auch für mich, die (Lebens)freude wiederzuentdecken, meine schöpferischen Kräfte fließen zu lassen und ihnen Ausdruck zu verliehen, ist keine Option, es ist essentiell, um auf meinem Selbstwerdungs-Weg (Tao) weiterzukommen. Balance stellt sich ein, wenn aus dem Flow gelebt wird, eine Erkenntnis, die ich von jeher verstehe, doch auf die ich im (Er)leben immer mal wieder aufmerksam gemacht werde.
Beginnen werde ich, indem ich die Freude in den kleinen Dingen des Alltags hervorhole und ganz bewusst wahrnehme. Den Geruch frisch gemähten Grases einatmen, einen lustigen Film ansehen, jemanden überraschen, mit nackten Füßen über das Gras laufen, diesen Blog schreiben etc.
Manchmal sind es nicht die großen, lauten Töne und Veränderungen, sondern die kleinen Schritte, die wir in Bewusstheit und Gewahrsein unserer Selbst gehen, die den Unterschied machen oder wie Leo Tolstoy einst sagte: „True life is lived when tiny changes occur“ .
Deshalb meine Frage an Euch: „Welcher Freude seid Ihr heute bereit Euch hinzugeben?“
Viel Spaß beim freudvollen Erleben!
@love, Eure Vanessa
P.S. Eine Koryphäe der Traumdeutung, die ich bereits persönlich kennenlernen durfte ist Frau Ortrud Grön. Ihr Team gibt regelmäßige Seminare zum Thema an der Bayerischen Akademie für Gesundheit an den Osterseen, Iffldorf: http://www.bayerische-akademie.eu/. Ein gutes Einführungsbuch heißt: „Ich habe einen Traum. Was hat er zu bedeuten?“ von Ortrud Grön, über Amazon erhältlich.
Um verlorene artistische Kräfte wieder zu aktivieren, ist sehr zu empfehlen: „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron, auch über Amazon erhältlich.










