Truth or dare

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Truth or dare
Schokolade? Nein, Danke.
Das schönste wenn ich nach dem Urlaub auf die Arbeit komme, ist das E-Mails lesen. Praktischer Weise, kann ich auf meinen E-Mail-Account von der Arbeit, auch nur auf eben dieser zugreifen. Im Büro ist das so, dass jede Kommunikation über E-Mails stattfindet. “Willst du einen Kaffee?” - “Ja, wir treffen uns gleich in der Küche.” In einem Großraumbüro natürlich nicht verwerflich. Man muss ja nun nicht durch den Raum brüllen, als würde es irgendwen interessieren, dass man nun einen Kaffee trinkt. Oder schlimmer. Man läuft Gefahr, dass man Anderen einen mitbringen muss. Jemandem, den man womöglich nicht mag. Meistens sitzen betreffende Personen nebeneinander. Das schöne ist also, dass man sich bei der Unterhaltung nicht ansehen muss. Man kann aber auch, und das bevorzuge ich, den anderen bei der Reaktion über das Gelesene beobachten. “Hast du das eine Bild da gesehen” - “Hahahahahaha, ja voll lustig”. Und was sehe ich da? Schreibt die einfach “Hahahahahaha” und lacht gar nicht. Das ist eine Frechheit, ich war gerade total witzig. Was verschweigt sie mir noch? Als sie neulich über meinen total(!) lustigen Spruch gelacht hat, war das nur gespielt? Sie stand wohl unter Beobachtung. Muss beobachtet werden. Wenn man nun längere Zeit im Urlaub war, ist da eine ganze Menge an E-Mails zu lesen. “Ich Übernehme jetzt”, “Ich mache jetzt Pause”, “Störung festgestellt”, “Störung behoben” etc. pp. Am Tag sind es rund 40 E-Mails. Je nachdem, was so los ist. Ist man also eine Woche weg, sind es wie viele? Genau. Viele, viele E-Mails. Und wenn man die so liest, und das muss man, denn das ist die gebotene Pflicht als guter und rechtschaffender Angestellter, was kann man dann nicht? Genau. Arbeiten und dafür sorgen, dass noch mehr sinnlose E-Mails den Ordner verstopfen. Ärgert mich natürlich. Schließlich will ich einen guten Teil dazu beitragen meinen Kollegen, mit unsinnigen E-Mails, den Tag zu versüßen. Meine Lieblings-Mails sind diese, in denen mir berichtet wird, ein Kunde habe sich wären meiner Abwesenheit gemeldet. “Da schreit ein Kunde nach dir. :-) Schaust du mal bitte? Hier die Daten, damit du nicht extra suchen musst: XYZ” Will sagen: “Der Kunde hat mega Stress gemacht. Kümmer dich gefälligst. Ruf direkt an, hier ist die Nummer:XYZ” Um die E-Mails richtig zu deuten, muss man also jedes freundliche Wort ins Gegenteil verkehren. In dieser Disziplin bin ich die Königin. “Hallo :-) Ich habe gerade gesehen, dass du da (—) mit dem Kunden im Gespräch warst. Angeblich hast du ihm das und das versprochen. Bist du so lieb und meldest dich da, wenn du Zeit findest? LG” Und was will das wohl heißen, mh? Meinen diabolischen Gleichgesinnten habe ich hier nichts zu erklären. Da ich gut aufgelegt bin, folgt hier ein kurzer Abriss der Übersetzung für all jene, die auf diesem Gebiet etwas unbeholfener unterwegs sind. Das heftige lasse ich aus Sicherheitsgründen weg. Keiner will ein Buch, dass sich bereits auf der ersten Seite in ein Höllenfeuer auflöst. Wobei es das sicher noch nicht gegeben hat. Stelle ich mir als zusätzliches Gimmick eigentlich ganz lustig vor. “Du hast mit dem Kunden gesprochen und deine verdammten Notizen lassen mich nicht erkennen, was besprochen wurde. Der Kunde lügt bestimmt nicht, dir traue ich das aber sehr wohl zu. Mach deine Drecksarbeit gefälligst so, dass ich zur Not noch übernehmen kann. Jetzt wartet der Kunde wieder ewig, weil du zu dumm oder zu faul bist, aber höchstwahrscheinlich beides und du bist hässlich. Du bist HÄSS-LICH.” Es gibt aber auch Perlen unter den E-Mails. Das sind diese, die du eigentlich gleich löschen kannst, weil sie keine Informationen enthalten die die Arbeit ganz direkt betreffen, sondern das Umfeld. Und das habe ich ja gut im Blick. Wenn da Kuchen steht, nehme ich mir den gleich, noch bevor der PC angemacht wird. Da muss ich keine E-Mail lesen mit “Hey, ich habe Kuchen mitgebracht, ich verlasse euch ja. (…) Es war sehr schön mit euch. (…) Lasst es euch schmecken :)))))))))))” Langer, schwafeliger Roman. Ich lese nur. “Bla. Bla bla bla. Kuchen. Bla.” Also kann ich das auch echt gleich löschen. Ich will Kuchen. Meine Freude war also riesig als ich den Betreff sah: “Neue Azubis”. Aha, jemand kommt also. Sonst gehen sie ja alle, aber hey, ich will mich nicht beschweren. Doch etwas ist komisch. Ich sehe gar keinen Kuchen. Vielleicht in der Küche, checke ich gleich mal. In dieser E-Mails sind auch Fotos und Steckbriefe. Schaue ich die wenigstens an, dann kann ich bei Bedarf auch Interesse heucheln. Janette oder Charline oder so. Blond, Ziele habe ich vergessen, Träume sind mir egal. Aber das. Da steht es, fett und breit. Unter dem Punkt “Mag ich nicht”: Schokolade. Charnette? Wir werden keine Freundinnen. Freu dich auf meine E-Mails, süße Maus. :)
D.S.
Der Amoralist als Herausforderung an die Moral
Bernard Williams gibt mit „Der Begriff der Moral“ einen Einblick in die Ethik, wobei er von Phänomenen für eine für ihn gute Moralphilosophie ausgeht. Gewisse Tugenden sind dabei ebenso relevant, wie eine passende Verbindung zwischen Argumentation, Moralkonzeptionen und Details innerhalb der Phänomene. Auch die Beziehung zu anderen Disziplinen der Philosophie sind dabei von Bedeutung. In diesem Essay soll es nun um das Phänomen des Amoralisten gehen und welche Herausforderung dieser an die Moral stellt. Dazu folgt eine Vorstellung dieses „Typen“, wie Williams ihn im ersten Kapitel seiner Abhandlung beschreibt, sowie eine Kritik daran. (Vgl. Bernard Williams, „Der Begriff der Moral“Philipp Reclam, 1986, S.3 ff) Die Überschrift gibt einen klaren Wegweiser für Williams Sicht auf den Amoralist. Demnach fordert dieser die Moral heraus indem er die Frage aufwirft: „Wieso gibt es etwas, das zu tun ich verpflichtet bin?“ Genau diese Frage ist auch Aufhänger für die Überlegungen die Williams anstellt, da der Anspruch besteht den Amoralist zu überzeugen, dass es Gründe für die Moral gibt. Da er moralischen Denkarten nicht im geringsten zugeneigt ist muss eine Nische gefunden werden, in der man ihm die Moral näher bringen kann. Laut Williams folgt der Amoralist dennoch Präferenzen und Zielsetzungen, die, für sich genommen, den Raum für moralische Normen durchaus zulassen. Was einen Amoralisten im Kern ausmacht sind folgende Attribute inhaltlicher moralischer Grundsätze: Rücksichtslosigkeit gegenüber Interessen anderer, zu Lügen oder Versprechen zu brechen, weil es ihm gerade passt, Handlungen durchzuführen obwohl sie unfair, unehrenhaft oder selbstsüchtig sind. (Vgl.a.a.O. S.9,10) Außerdem fehlt dem Amoralisten ein formaler Aspekt der Moral und zwar „die Bereitschaft, als Individuum gleichsam zurückzutreten und der Überlegung Raum zu geben, daß, wenn es für ihn „o.k.“ ist, sich in einer bestimmten Weise zu verhalten, es auch für die anderen „o.k.“ sein muß, sich ihm gegenüber genauso zu verhalten.“ (A.a.O. S.11) Dabei ist er allerdings nur konsequent, wenn er niemandem übel nimmt, dass sie ihn behandeln wie sie ihn. Missvergnügen darüber zu empfinden ist erlaubt. Der Amoralist fungiert dadurch als Nutznießer des Moralsystems. Er braucht die Gesellschaft, die Gesellschaft braucht gewisse moralische Regeln und diese macht sich der Amoralist zunutze. (Vgl.a.a.O. S.11f) Ein weiterer Punkt, der nach Williams einen Amoralisten ausmacht, ist die Konsequenz sich nicht selbst für mutig zu halten, da der Begriff „mutig“ beinahe als moralischer Begriff gilt. Dabei würde sich der Amoralist allerdings vorstellen, dass sich auch die Gesellschaft amoralistisch verhält, wenn sie keinem äußerem Druck standhalten muss, wie etwa unter Beobachtung des Staates oder dem Umfeld allgemein zu stehen. Alleine der Gedanke an ihre moralische Erziehung hält sie zurück so eigennützig zu handeln, wie sie es eigentlich möchten. (Vgl.a.a.O. S.13f) Im Übergang von Seite 16 auf Seite 17 wirft Williams noch einige Fragen auf, die bei Verneinung darauf schließen lassen, dass im Vorfeld durch die Argumente ein Psychopath erschaffen wurde. (Heute unter dieser Beschreibung eher ein Soziopath) Um Einwänden vorzubeugen räumt Williams ein, dass es sinnlos wäre einen Psychopathen zu moralischem Handeln bewegen zu wollen, dass der beschriebene Amoralist allerdings den Vorzug habe doch von Zeit zu Zeit menschliche Zuneigung durchscheinen zu lassen. Er Vergleicht dazu den Amoralisten mit einem „attraktiven Bösewicht“. Es entsteht der Eindruck, dass Williams die ganze Zeit vorhatte zu beweisen, dass der Amoralist absolut im Stande ist sich für die Moral zu öffnen. Er zeichnet jedoch ein absolutes Bild von ihm und nimmt innerhalb seiner Beschreibung über den Amoralist bereits Einwände vorweg, wie der Amoralist sie einsetzen würde um zu verdeutlichen, dass er Amoralist ist. Das ist nicht nur sehr weit daher geholt, sondern auch völlig übertrieben. Williams stellt sich dadurch selbst ein Bein und das nicht nur einmal. Zwei Beispiele sind hier maßgeblich, um das zu verdeutlichen. Zum Ersten an der Stelle als er den Begriff des Mutes einführt. Williams holt sehr weit aus und kommt schließlich zu dem Punkt, dass die Erziehung maßgeblich für tiefgreifende Moralvorstellungen und Moralnormen sind. Dann bringt er den Einwand des Amoralisten, nämlich dass diese „Konditionierung“ aufgehoben werden müsse und moralische Antriebe damit vernichtet seien. Um dem entgegenzusetzen behauptet Williams wir müssen uns auf den Begriff nicht einlassen und formuliert eben diesen umständlich um. „Sagen wir stattdessen also, daß moralische Motivationen das Produkt gesellschaftlicher Einflüsse, der Belehrung, der Kultivierung usw. sind. Das ist zweifellos richtig.“ (A.a.O.S.14) Wenn das so ist, dann nehmen wir den Begriff also sehr wohl an. Es scheint als ob auch Williams merkt, dass er sich hier widerspricht und sich im Kreise dreht und wälzt diesen Punkt schließlich ab, indem er sagt das „wäre Sache der Psychologie“. (A.a.O.S.15) Ein weiterer Punkt ist Williams Unterscheidung zwischen dem Amoralisten, wie er ihn für die Moral braucht und einem Psychopathen. Diese Einteilung ist in mehrfacher Hinsicht problematisch. Zunächst weil Williams im Vorfeld vielfach soziopathische Züge einräumt um den Amoralist zu charakterisieren. Nämlich indem er die inhaltlichen Aspekte der Moral einem Amoralist komplett abspricht. Ebenso die formalen. Dadurch merkt Williams selbst ja erst, dass der Amoralist dem Psychopathen quasi gleichzusetzen ist und läuft auch hier in eine Sackgasse innerhalb seiner Ausführung. Der Versuch sich aus dieser Sackgasse zu befreien gelingt ihm nicht wirklich. Plötzlich kann der Amoralist in gewissen Situationen Zuneigung empfinden. Etwa wenn es um einen geliebten Menschen geht. Das ist jedoch ein klarer Widerspruch gegenüber der Behauptung der Amoralist verhalte sich der Gesellschaft gegenüber wie ein Parasit und halte so gar nichts von der moralischen „Konditionierung“ durch Erziehung. Würde ein solcher Mensch besonderen Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen legen? Das ist sicherlich klar zu verneinen, wenn man einen solchen Menschen auch nur 5 Minuten beobachtet. Der Amoralist würde auf die Zuneigung und das moralische Begehren seiner „Liebsten“ nicht anders reagieren als auf das der Allgemeinheit. Es gibt ja auch gar nichts, was ihm zum Gegenteil bewegen würde. Ein „attraktiver Bösewicht“ würde vielleicht in einer Situation wider der Gesellschaft zum Wohle seiner Angehörigen handeln, doch dies wohl nicht aus einer seltsamen Zuneigung heraus, sondern einfach auf einen weiteren Vorteil bedacht. Auch hier wäre er wieder der Nutznießer. Insgesamt muss man sagen, dass Williams in seiner Darstellung über den Amoralist viel zu sehr schwarz und weiß malt. Das entgeht im selbst nicht und so bringt er gewisse Schattierungen ein die aber letztendlich nicht ausreichend sind, weil sie einfach zu haltlos eingebracht wurden. Deutlich wird aber, dass der Amoralist eine klare Herausforderung an die Moral stellt. Nicht gerade als Prüfstein für die Moral, wohl aber als Abschreckungsbeispiel und um die Moral zu legitimieren, da gewisse moralische Normen sicherlich Ihre Berechtigung haben, wenn man nicht wie Amoralisten nur nebeneinander her leben will. D.S.
Hobbes Naturzustand vs. bürgerlicher Zustand
In seinem Werk „Leviathan“ beschreibt Hobbes den Naturzustand. Diesen beschreibt er als einen Krieg, in dem jeder Mensch gegen jeden weiteren ist. Sein Ziel ist es, den Menschen einen Weg zu zeigen, wie sie aus dem Kriegszustand heraus kommen und in den bürgerlichen Zustand wechseln können. Um das zu realisieren, zählt Hobbes eine Reihe Regeln und Gesetze auf, die eine Brücke zwischen den Zuständen schaffen soll. In Anbetracht des bürgerlichen Zustandes, in dem wir heute noch leben, und in dem auch Hobbes, wenn auch anders als heute, gelebt hat, ergibt sich folgende Frage: Ist der bürgerliche Zustand tatsächlich dem Naturzustand überlegen?
Um diese Frage zu klären, wird ein Vergleich zwischen dem Naturzustand und dem bürgerlichen Zustand angestellt. Dazu werden einige prägnante Eigenschaften des jeweiligen Zustandes angeführt. Im Naturzustand sind das vor allem das Menschenbild und der damit einhergehende Krieg. Der Fokus liegt auf dem 13. Kapitel Von der natürlichen Bedingung der Menschheit im Hinblick auf ihr Glück und Unglück. Stimmt das, was Hobbes dort sagt? Wie kommt er zu seiner Meinung? Ähnliches gilt auch für den bürgerlichen Zustand, den Hobbes nicht sehr detailliert beschreibt, sondern im Gegenteil, eher das große Ganze zeigt. Wichtig ist hier nur der Umstand, dass es einen bürgerlichen Zustand gibt und ob er das zu bieten hat, was der Naturzustand nach Hobbes vermeintlich nicht imstande ist zu geben. Bei einer Auseinandersetzung mit Hobbes Vorgehensweise zu diesem Thema, wird klar, dass er trotz seiner komplexen Schilderungen Schwachstellen hat.
Zuletzt wird sich herausstellen, dass der bürgerliche Zustand keine Alternative zum Naturzustand darstellt.
Der Naturzustand
Hobbes' Naturzustand, lässt sich in drei einfachen Worten beschreiben: Schlecht, schlechter, am schlechtesten. Der Naturzustand ist geprägt vom Unvermögen der Menschen zusammen leben zu können. Wie begründet Hobbes das? Die Menschen sind in ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten gleich geschaffen. Sie wollen immer das gleiche besitzen und versuchen auch auf die gleiche Art und Weise daran zu kommen. Das wäre auch kein Problem, wenn die Menschen von Natur aus vernünftig miteinander umgingen. Laut Hobbes ist das nicht der Fall:
„Daher kommt es auch, daß, wenn jemand ein geeignetes Stück Land anpflanzt, einsät, bebaut oder besitzt und ein Angreifer nur die Macht eines einzelnen zu fürchten hat, mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, daß andere mit vereinten Kräften anrücken, um ihn von seinem Besitz zu vertreiben und ihn nicht nur der Früchte seiner Arbeit, sondern auch seines Lebens und seiner Freiheit berauben. Und dem Angreifer wiederum droht die gleiche Gefahr von einem anderen.“1
Die Menschen sind so gestrickt, dass es bei einer Gegenüberstellung unwillkürlich zum Konflikt kommt. Dem zugrunde liegt der Wunsch, sich selbst zu erhalten, und die Angst, dass der Wunsch anderweitig zunichte gemacht wird. Für Hobbes gibt es diese drei Konfliktursachen: Konkurrenz, Misstrauen und nicht zuletzt auch Ruhmsucht. Die Menschen streben nach Macht und sind bereit Ihre Konkurrenz zu unterjochen, bis keine Gefahr mehr droht. Da jeder das Gleiche anstrebt ist der Naturzustand gleichzeitig auch ein „Krieg eines jeden gegen jeden“.2
Die ständig geforderte Achtsamkeit, weil man nie vor anderen sicher ist und natürlich das eigene Bemühen, die Konkurrenz auszuschalten, fordert seinen Tribut. Es bleibt keine Zeit für die alltäglichen Dinge, ganz zu schweigen von einem geregelten Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Ökonomie. Und das nicht einmal im kleinen Rahmen:
In einer solchen Lage ist für Fleiß kein Raum, da man sich seiner Früchte nicht sicher sein kann; und folglich gibt es keinen Ackerbau, keine Schiffahrt, keine Waren, die auf dem Seeweg eingeführt werden können, keine bequemen Gebäude, keine Geräte, um Dinge, deren Fortbewegung viel Kraft erfordert, hin- und herzubewegen, keine Kenntnis von der Erdoberfläche, keine Zeitrechung, keine Künste, keine Literatur, keine gesellschaftlichen Beziehungen, und es herrscht, was das Schlimmste von allem ist, beständige Furcht und Gefahr eines gewaltsamen Todes – das menschliche Leben ist einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz.3
Hier macht es Thomas Hobbes mehr als deutlich, dass ein solches Leben für niemanden erstrebenswert ist, wenn es überhaupt würdig ist, als Leben bezeichnet zu werden. Treffender ist hier eher der Begriff „Existenz“ und die muss man sich mit allen Mitteln erkämpfen.
Der bürgerliche Zustand
Die Alternative dazu bietet Hobbes mit dem bürgerlichen Zustand. Die Menschen wollen sich selbst erhalten und sind, wie gesagt, so sehr damit beschäftigt, dass sie sich um etwas anderes nicht kümmern können. Hier liegt der Knackpunkt. Wenn sich die Menschen nicht ständig umdrehen müssen, weil sie fürchten müssen ein Beil oder eine andere Waffe im Rücken zu haben, können sie sich aufmachen mehr zu erlangen. Dafür wurden Staaten letztlich gegründet. „(…) Verträge ohne das Schwert sind bloß Worte und besitzen nicht die Kraft, einem Menschen auch nur die geringste Sicherheit zu bieten.“.4
Es muss demnach eine höhere Macht geben, die im bürgerlichen Zustand regiert. Bei Hobbes ist dieser der Souverän. An dieser Stelle ist nicht von Belang, wie es zu diesem Zustand kommt. Einzig zu sagen ist, dass ein Vertrag geschlossen wurde. Ein echter Vertrag, mit echten Regeln und Gesetzen, die gewährleisten, dass der Vertrag eingehalten wird. Wie diese nun durchgesetzt werden, ist von Staat zu Staat verschieden. Je nachdem, um welche Staatsform es sich handelt. Der jeweilige Souverän und was ihn zum Souverän macht, sagt aus, um welche Staatsform es sich handelt.
Hobbes nennt in seinem Werk drei. Die Monarchie, die Aristokratie und die Demokratie. Außer diesen dreien schließt Hobbes gänzlich aus, dass es weitere Arten von Staaten geben kann.5 Ein wichtiger Punkt, wenn es um den bürgerlichen Zustand geht, ist die Frage, wie sie zu ihrem Souverän gelangen, wenn der eigentliche Souverän, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr regieren kann. Aufgrund verschiedener Staatsformen ist der Weg, bis ein Nachfolger gefunden wurde, auch immer unterschiedlich.
Ein größeres Problem, das Recht auf einen Nachfolger zu bestimmen sieht Hobbes bei der Monarchie. Zunächst weiß man nicht, wer den Nachfolger bestimmt und hinzukommt, dass ebenfalls nicht deutlich ist, wen er ernannt hat. „(...)In diesen beiden Fällen ist eine genauere Gedankenarbeit erforderlich, als die meisten Leute gewöhnt sind.“.6 Dies ist nicht die einzige Hürde, wenn es darum geht einen Staat zu legitimieren. Hobbes führt in Kapitel 19 seines Leviathan noch weitere auf, die er umschweifend erläuert und versucht zu entkräftigen. In dieser Ausführung brauch allerdings nicht weiter darauf eingegangen zu werden.
Bellum omnium contra Hobbes
Wir haben nun einen groben Abriss vom Naturzustand und dem bürgerlichen Zustand. Oberflächlich betrachtet lässt sich die Ausgangsfrage, ob der bürgerliche Zustand der überlegende ist einfach beantworten. Nehmen wir die Zustände so hin, wie Hobbes sie uns vorsetzt, liegt der Naturzustand klar im Rückstand und der bürgerliche Zustand strotzt nur so vor Überlegenheit. Diese beiden Beschreibungen sind jedoch nur Oberflächenmaterial um das Ganze Szenario etwas verständlich zu machen. Bei näherer Betrachtung bröckelt die Fassade noch erheblich.
Um Um die Ausgangsfrage zu beantworten, muss man im Grunde zum Anfang dieser Ausführung zurückspringen. Thomas Hobbes Ziel ist es, den Menschen einen Weg in den bürgerlichen Zustand zu zeigen. Er will sagen, wie die Menschen sein sollen und dafür brauch er einen Zustand, der ganz klar beschreibt, wie es nicht funktioniert. Nämlich den Naturzustand. Eine dystopische Form von Dasein, die keinen anderen Ausweg lässt, als den Wunsch, einen bürgerlichen Zustand zu realisieren.
Der Weg, den er dabei wählt, ist jedoch sehr zweifelhaft. Die philosophische Anthropologie die Hobbes beschreibt, geht absolut nicht mit dem einher, was man heute über Menschen weiß, beziehungsweise zu wissen glauben. Zumindest aber nicht überall Anklang findet.
Geschickt legt er den Grundstein um ein friedliches Leben im Naturzustand unmöglich zu machen, indem er den Menschen drei Konfliktursachen als Ausgangslage zuspricht. Diese Ursachen sind keinesfalls ohne Absicht in der oben genannten Reihenfolge gewählt. Die Konkurrenz um begrenztes Hab und Gut verbunden mit dem Bedürfnis einiger um Macht veranlasst auch diejenigen nach Macht zu streben, die sich lediglich abzusichern versuchen, gegen solche, die wirklich machthungrig sind. Die Substitution des dem Menschen angeborenen Bedürfnisses von Liebe und Zuneigung mit der dritten Konfliktursache, nämlich Ruhmsucht, tut ihr übriges, den Frieden fernzuhalten.7 Zumal dem Menschen keinerlei Einschränkungen auferlegt sind.
Wäre das nicht gegeben würden die Menschen sicherlich auch so einen Weg finden miteinander zu leben. Jenseits eines bürgerlichen Zustandes aber auch eines Kriegszustandes.
Sich irgendwie einig miteinander zu werden, setzt keine staatlichen Konventionen und Gesetze voraus. Sicherlich wird ein gewisser Rahmen gebildet, der jedoch nicht zwingend erforderlich ist. Nonkonformismus ist auch heute noch eine Daseinsform, die nicht zu Mord und Totschlag führt. Ein Beispiel einer Konstitution, die nicht den bürgerlichen Zustand darstellt, aber auch keinen Naturzustand müsste man erst noch erfinden. Erst dann ist sichergestellt, ob es einen Ausweg und eine bessere Alternative zum bürgerlichen Zustand gibt. Würde man sich dahin gehend nun bemühen eine solche Form zu erschaffen, würde man es nicht anders können als Hobbes hypothetischen Weg zu gehen. Man muss sich nunmehr mit dem begnügen, was wirklich da ist. Es ist der bürgerliche Zustand.
Es gibt einen Souverän und es gibt verschiedene Staatsformen, wie wir sie auch heute noch vorfinden können. Zu den bekanntesten zählen die Monarchie, die Republik und die Diktatur. Das ist nun schon, ganz nebenbei bemerkt, eine weitere, als Hobbes angeführt hat.
Dies soll nun keineswegs eine anarchische Propagandaschrift darstellen. Es ist eben nicht alles schwarz oder weiß. Doch genau deswegen gilt es klar zu sagen, dass jede dieser Staatsformen ihre Schwächen hat, und zwar erhebliche. Beziehungsweise nicht vor Kriegen und Auseinandersetzungen schützen können.
Auch zu Hobbes Zeiten hat es Kriege und Aufstände gegeben, welche bestimmt nicht gerade unzuträglich für seine Werke waren. Menschen die gemordet und intrigiert haben aus Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht hat es immer gegeben und die gibt es auch heute noch. In den Gebieten, in denen nicht bereits 12-jährige Gewehre führen, gibt es auch andere Wege seine Mitmenschen zu beseitigen.
Ob der Souverän nun eine kirchliche Gewalt, oder eine Regierung jedweder Art ist, es kommt immer zu etwaigen Problemen. Gesetze und Regeln schützen nur in gewissen Maßen, und wenn sie unbequem sind, werden sie ohnehin umgangen. Jeweilige Staaten haben Ihre Politik und sobald über die Staatsgrenze hinweg davon abgewichen wird, vergisst der Staat selbst ihre Politik, um sie anderen verständlich zu machen. Schlussendlich hat jeder vergessen, worum es dabei ging, aber jeder meinte er sei im Recht.Ist das kein Krieg eines jeden gegen jeden?
Die Diskussion darüber wäre müßig und ergebnislos, weswegen der bürgerliche Zustand auch heute noch so ist, wie er eben ist. Rund 194 Staaten mit unterschiedlichen Ansichten und dennoch dem Glauben alles richtig zu machen. Hier ist es ganz richtig was Hobbes sagt:
„Denn die Natur des Menschen ist so beschaffen, daß sie, wie sehr sie auch den größeren Witz, die größere Beredsamkeit oder Gelehrsamkeit anderer anerkennen, doch kaum annehmen, es gebe viele, die so weise sind wie sie, denn sie sehen ihren eigenen Verstand unmittelbar vor Augen und den anderer Menschen über eine Entfernung“.8
Fazit
Wie schaut es nun mit einer klaren Antwort zu der ausgehenden Frage aus? Die negativen Aspekte sowohl des Naturzustandes als auch des bürgerlichen Zustandes haben deutlich gemacht, dass letztere Form tatsächlich nicht wirklich überlegen ist. Der Vergleich, der angestellt wurde, gleicht jedoch der Parabel von Äpfeln und Birnen. Ausgehend von den Zuständen die Hobbes im Leviathan überliefert, ist der bürgerliche Zustand ohne Frage die führende Konstellation und hat auf jeden Fall seine Berechtigung.
In Anbetracht dessen, wie der bürgerliche Zustand in der Realität umgesetzt wird, verliert er doch wieder erheblich. Hinzu kommt der Umstand, dass es keinen Zustand gibt, der völligen Frieden bietet. Hier und da gibt es sicherlich vielversprechende Ansätze. Durch das Gewirr von Regeln und Gesetzen, teilweise veraltet und widersprüchlich, werden jedoch Fallstricke gelegt, die für ein gesittetes Leben in völliger Eintracht und Harmonie nicht zuträglich sind. Man darf auch nicht vergessen, dass in all diesen Fragen, Kultur und Religion eine große Rolle spielen. Ganz zu schweigen von den vielen anderen Faktoren, die hier noch nicht berücksichtigt worden sind.
Man kann nicht sagen ob dieser ohne Staaten gewährleistet werden kann. Wohl aber, dass es bis dato keine Regierungsform gibt, die so etwas geschafft hat. Es bleibt demnach abzuwarten, wie sich die Dinge weiterhin entwickeln. Um es mit den Worten eines berühmten Schrifstellers zu sagen: Jeder Sünder hat eine Zukunft.9
D.S.
Literatur/Fußnoten
Oscar Wilde. „Eine Frau ohne Bedeutung“ , Reclam, (1967), 3. Akt / Lord Illingworth
Thomas Hobbes, „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates“, hg. von I. Fetcher, übers. Von W. Euchner, F.a.M. (Suhrkamp) 1984
Thomas Hobbes, „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates“, hg. von W. Kersting. Klassiker Auslegen Bd. 5. Berlin: Akad. Verl. 1996
1Thomas Hobbes, „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates“, hg. von I. Fetcher, übers. Von W. Euchner, F.a.M. (Suhrkamp) 1984, S. 95.
2Vgl.a.a.O.S. 95-96.
3A.a.O. S. 96.
4 A.a.O. S.131
5Vgl.A.a.O.S.145.
6A.a.O.S.152.
7Thomas Hobbes, „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates“, hg. von W. Kersting. Klassiker Auslegen Bd. 5. Berlin: Akad. Verl. 1996. S. 112+113.
8Thomas Hobbes, „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates“, hg. von I. Fetcher, übers. Von W. Euchner, F.a.M. (Suhrkamp) 1984, S. 94.
9Vgl. Oscar Wilde. „Eine Frau ohne Bedeutung“ , Reclam, (1967), 3. Akt / Lord Illingworth.
Did you do anything special for your final scene? (x)
Bonus
„Für C“ – für dich, für mich, für jeden der schon einmal verliebt war, besonders für den, der schon einmal geliebt wurde und es noch nicht verstanden hat. „Für C“ lässt keinen Spielraum für Zweideutigkeiten und missverstandene Gefühle.
Auf Rund 60 Seiten, lässt der junge Künstler Artem Zolotarov seinen Gefühlen freien lauf. In 41 selbst verfassten Gedichten wird klar gemacht: Man muss nicht immer nur auf seinen Verstand vertrauen. Und macht nicht gerade das die Liebe aus? Waghalsig, Mutig, Offen, Einzigartig. Besonders auf letzteres legt der Autor gesteigerten Wert. Der Titel lässt es vermuten, wie auch der Inhalt. Die Widmung spricht eine eindeutige Sprache.
Die Konkrete Poesie ist einigen dieser Gedichten wieder zu finden, wodurch die Sprache nicht mehr einfach als Beschreibung eines Sachverhaltes dient, sondern ganz einfach selbst zum Gegenstand auserkoren wird. In einem der letzteren Gedichte des niedlichen Gedichtbandes „Ich lasse los“ wird dieser Effekt gut verdeutlicht. Auch „Paris für andere“ nutzt dieses Mittel hier und da, lässt aber auch einen leichten Prosa Charakter aufkommen. Die Mischung aus beidem, lässt den Inhalt und das Erlebte des Künstlers auch für den Leser greifbar werden.
Nicht immer wird sich des Mittels des Reims bedient. Allerdings wirkt der Gebrauch dessen auch oftmals eher unbeholfen. Gehütet sei der Schreiber sehr, der weiß, dass Reimen ist nicht schwer.
Das Prinzip des Reim, nämlich den richtigen Anlaut zu finden, wird zwar erfasst, eine höhere Kunst lässt sich dahinter allerdings nicht vermuten oder erkennen. Viel eher wirken sie zwanghaft und nicht immer herzlich. Ein Beispiel dafür stellt das Gedicht „Weiße Töne“ dar. Das mag wohl daran liegen, dass die Vorlage dafür ein Bild gewesen ist. Hier scheint es deutlich zu werden, dass eine emotionale Verbindung zum beschreibenden für den Autor unerlässlich ist, um die Botschaft wirklich ehrlich rüber zu bringen. In den Gedichten, die für Zolotarov wohl einen persönlichen Hintergrund haben, gelingt ihm diese warmherzige Ehrlichkeit sehr gut.
„Für C“ ist eine persönliche Herzensangelegenheit und vielleicht gerade deswegen ein, für jedermann, zugängliches Werk. Keine Schnörkel, keine typischen Phrasen, Selten Kitsch. Situationsbedingte Liebesmomente. Die Einzigartigkeit eines geliebten Menschen einfach verpackt.
Von den Momenten des Kennenlernen, die zaghaften Annäherungen, über die schönsten Momente in Zweisamkeit bis hin zum Eingeständnis, dass diese Phase, diese Herzensphase nun ein Ende hat ist alles dabei. Eine Herzensphase wie sie ein jeder wohl früher oder später schon erlebt hat oder gerade erlebt und eben darum, genau das zeigt was jeder kennt. Denen, die noch unberührt davon sind, bietet es hingegen einen guten Einblick auf den Weg der Liebe.
Denn - um es mit den Worten des Künstlers zu sagen - Liebe ist kein Zustand. Liebe ist Entstehen und Vergehen.
D.S.
Literatur :
Titel: Für C
Autor: Artem Zolotarov
Kontakt: [email protected]
Art: Taschenbuch Verlag: Eigenverlag Artem Zolotarov ISBN: 9781494403935 Termin: Leipzig, 2013
Printed in Germany by Amazon Distribution GmBH
THAT PICTURE WILL NEVER STOP BEING FUNNY TO ME. NEVER.
Among the fields of barley
Gewaltenteilung für Dummies
Im folgenden geht es um Gewaltenteilung. Dazu geht es zunächst um die Entstehung der Gewaltenteilung, danach werden die zentralen Begriffe aufgeführt und erklärt, um abschließend das eigentliche Prinzip dieses komplexen Themas zu erfassen und an einem hinreichenden Beispiel alle Prinzipien zu verstehen. In dieser Ausführung geht es um die Gewaltenteilung allgemein und wie man sie in Deutschland versteht.
Enstehung :
Bei Gewaltenteilung geht es vorallem darum die Sicherheit und Unabhänigkeit eines jeden innerhalb eines Staates zu gewährleisten. Dazu hat man angefangen die Gewalten eines Staates auf verschiedene Staatsorgane zu verteilen. Die Eigentliche Idee dazu stammt von John Locke und Montesquieu. Was einst gegen eine absolutistische Staatsform halten sollte, ist in unserer heutigen Demokratie , wie wir sie in Deutschland kennen, gang und gäbe.
Zu den drei Gewalten, oder auch Mächten zählen :
die Legislative – Gesetzgebung
die Exekutive – Vollziehung
die Judikative – Rechtsprechung
Jedes Land, was nach einem demokratischen Prinzip funktioniert, hat diese Gewalten. Allerdings sind diese, in jedem Land, unterschiedlich verteilt.
Klugerweise achtet man bei Gewaltenteilung darauf, dass die einzelnen Gewalten zur Not in die Geschehnisse der anderen Gewalten eingreifen können. In Deutschland, einfach anhand des Misstrauenvotums erklärt, so : eine Gewalt [Bundeskanzler(Exekutive)] tut etwas was die anderen Gewalten[Bundestag(Legislative)] nicht beführworten und wird abgesetzt.
Zentrale Begriffe :
Legislative
Wie bereits gesagt, handelt es sich bei der Legislative um die Gesetzgebung und ist somit dafür verantwortlich, dass Gesetze verabschiedet werden. Darüber hinaus fallen alle Entscheidungen bezüglich bestehender und kommender Gesetze, in den Bereich der Legislative.
Exekutive
Die Exekutive beinhaltet, nicht nur wie im Bespiel beschrieben den Bundeskanzler, sondern auch Kommunen und alle Vollzugsorgane wie Staatanwaltschaft oder die Polizei, Kreisverwaltungen, Kreistage und Gemeindevertretungen. Gemeinsam bilden diese Obrigkeiten die Gesetzausführende bzw. vollziehende Gewalt.
Judikative
In einem Staat wie Deutschland der neben einem Sozial auch ein Rechtsstaat ist, wird diese Gewalt von einem unparteiischen Richter ausgeübt. Im endeffekt ist sie dazu da Entscheidungen zu treffen, etwa wenn Gesetzesprobleme entstehen die eine Lösung erfordern. Entscheident dabei ist die richtige Entscheidung zu treffen.
Ein Beispiel :
Du begehst Diebstahl und entwendest aus einem Autohaus einen Neuwagen, ohne Bezahlt dafür zu haben. Damit verstößt du gegen ein Gesetz, welches die Leislative erlassen hat. Du schaffst es nicht zu flüchten und wirst von einer Obrigkeit der Exekutive, in diesem Fall der Polizei verhaftet. Somit wird das Gesetz vollzogen. Ein neutraler Richter, die Judikative, entscheidet dann hoffentlich richtig wie mit dir zu verfahren ist.
top fifteen characters from The Lord of the Rings (as voted by my followers) number seven: Gandalf “I wish it need not have happened in my time,” said Frodo. "So do I," said Gandalf, "and so do all who live to see such times. But that is not for them to decide. All we have to decide is what to do with the time that is given us.”
Death Hole - Die Grube des Todes
"Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche. Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge? Sie fragen euch. Wie alt ist er? Wieviel Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie ihn zu kennen"
Der kleine Prinz
Rezension zu Sebastian Fitzek's "Nachtwandler"
Carpe Noctem – Wie nutzen wir die Nacht, wenn wir denken wir schlafen? In seinem neusten Psychothriller lädt Sebastian Fitzek bereits zum 10ten mal ein zu ergründen wie gestört wir, und die Gesellschaft in der wir leben, wirklich sind.
Der junge Architekt Leon, führt 15 Jahre nach seiner Psychotherapie wegen Schlafwandelns endlich ein glückliches Leben. Bis seine Frau Natalie eines Morgens, verprügelt vor ihm steht und ihre Sachen zusammenpackt um ihn zu verlassen. Schon in Kindertgen hat Leon während seiner nächtlichen Streifzüge bedrohliche Dinge getan. Wäre es möglich, dass er auch seine Frau verprügelt hat, die nun ohne ein Wort aus dem Haus stürzt?! Kurzerhand kauft sich Leon eine Kamera die er sich in der Nacht um dem Kopf bindet um zu sehen was er tut wenn er eigentlich schlafen sollte. Was er auf den aufgenommenem Material sieht lässt nicht nur seine Welt ins wanken geraten.
Nachdem Leon während seiner nächtlichen Streifzüge, nicht nur ein Geheimes „Labyrinth“ wie er es nennt hinter seinem Schrank im Schlafzimmer aufsucht, sondern auch im eigenen Handy gespeicherte Fotos von seiner geschändeten Frau entdeckt fängt er ernsthaft an an sich zu zweifeln. Der Umstand, dass seine Frau das gemeinsame Kind nicht verloren, sondern abgetrieben hat, ein heimliches Tagebuch führt und seinen ehemaligen Psychater kennt führen zu Verstrickungen die selbst Leon nicht ordnen kann. Dass dann auch noch die früheren Bewohner des Hauses auf mysteriöse Umstände verschwunden sind, oder er im Schlaf komplizierte geheimcodes erfindet, lässt nicht unbedingt darauf schließen, lässt nicht einmal erahnen was in den folgenen Kapiteln auf Leon und den Leser zukommt.
„Es klingelte eine Ewigkeit, bevor der Teilnehmer abnahm. 'Dr. Volwarth?' 'Ja. Mit wem spreche ich bitte?' 'Ich bin’s. Leon Nader. Ich glaube, es geht wieder los.'“ (S.37)
Bis auf die Passagen in denen Leons ehemaligem Psychater anwesend ist, gibt es keine Probleme dem Inhalt spielend folgen zu könnengrößeren . Aber da auch Leon selbst bei seiner ersten und einzigen Therapie noch ein kleiner Junge war und sich die Geschehnisse, die in seinem Kopf abgehen während er Schlafwandelt, einfach erklären lassen muss, hat auch der Leser keine größeren Schwierigkeiten mit dem Verständnis. Das Wesentliche, nämlich dass man nicht im Schlaf wandelt, sondern dass es eine Phase des schlafens, des wachseins und eine dritte Phase die des „dritten Stadiums“ gibt wird deutlich. Im dritten Stadium ist man weder wach noch schläft man. Es ist eine völlig andere Bewusstseinsebe die nur fälschlicher Weise als Schlafwandeln bezeichnet wird. Aber auch dieser Umstand ist anfangs wenig hilfreich um den Geschehnissen im Roman eine logische Erklärung , oder um einen leserlenkenden Hinweis zu geben.
Zentral ist in diesem Roman der Begriff des Schlafwandelns, der hier auch als Nachtwandeln oder „das dritte Stadium“ bezeichnet wird. Dass in diesem Zusammenhang auch der Fall von Kenneth Parks erwähnt wird, lässt die Ereignisse in dem Thriller bloß reeller wirken. Kenneth Parks erstach im Mai 87' seine Schwiegermutter nachdem er 23 Kilometer gefahren war und sich mit einem Brecheisen zugang zu ihrem Haus verschafft hatte. Ein schlafmedizinisches Gutachten bewies schließlich, dass er zur Tatzeit schlafgewandelt hatte und er somit unzurechnungsfähig war.
Der Protagonist Leon, ist währned der unerklärlichen Vorgänge fast vollständig allein, hat aber nur im Blick was geschieht wenn er selber dabei war, oder sich die Videos ansieht die er in der Nacht aufnimmt. Selbst Situationen bei denen er scheinbar dabei war, entfallen ihm zwischendurch. So erzählt er wohl seinem besten Freund Sven von dem plötzlichen verschwinden seiner Frau, erinnert sich aber gar nicht mehr an das Telefonat in welchem dieses Stattgefunden haben soll. Der Erzähler des Romanes weiß auch immer nur so viel wie Leon weiß. Seine Gefühle, Gedanken und Eindrücke können dem Leser mitgeteilt werden, nicht aber die der anderen Personen. Das lässt nicht viel Freiraum für Erklärungen. Die Ereignisse überschlagen sich, die Erklärungsansätze um die Geschehnisse irgendwie logisch aussehen zu lassen, müssen schnell wieder verworfen werden.
„Natalies Parfum, ein dezenter Sommerduft, hing noch in
der Luft, und für einen Moment verlor er sich in der Hoffnung, er könnte das alles nur geträumt haben, und die Frau, mit der er den Rest seines Lebens verbringen wollte, würde in die dicken Daunendecken eingemummelt friedlich schlafen. Doch dann sah er Natalies unbenutzte Seite des Bettes
und wusste, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen
würde.“(S.24)
Noch oft ertappt man sich bei dem Gedanken, alles bloß auf einen Alptraum zu schieben zu wollen, was allerdings nicht wirklich funktioniert. Gerade dieses Konzept bewägt den Leser, wissen zu wollen was tatsächlich Sache ist. Wie in jedem Roman Fitzeks ist es immer anders als es zunächst aussieht, sodass es auch im „Nachtwandler“ nur eine Frage der Zeit ist, wann die Wahrheit ans Licht kommt. Neu ist allerdings, dass ein „Aha-Moment“ den anderen ablöst und der Leser ist nicht im Stande zu sagen, wann die unglaublich abnormalen Ereignisse einen endgültigen Höhepunkt finden.
Immer mehr mysteriöse Umstände und Rätsel die gelöst werden müssen, doch immer weniger Seiten die vor einem liegen um zu einem hinreichenden Ende ohne offene Fragen zu gelangen. In den vorletzten Kapiteln dann kurz und bündig erklärt wieso was schien wie es eben schien. Scheinbar unwichtige Details werden hier noch nicht erwähnt. Wem es bis dahin bereits genug Nervenkitzel war, könnte den Roman jetzt an die Seite legen und wäre trotzdem vollkommen zufrieden. Dass Leon plötzlich einen riesigen charakterlichen Sprung macht und von gefasst und wahrheitsdurstig zu hektisch geisteskrank abdriftet, fällt bei der plötzlichen Wendung vermutlich gar nicht auf und unterstreicht bloß das Gefühl, dass abseits von dem was wir uns Vorstellen, alles möglich ist.
„Der Patient war nackt, blutüberströmt und mit Schnittwunden an den Füßen im Schnee vor einem Supermarkt aufgegriffen worden, hatte verwahrlost, desorientiert und dehydriert gewirkt, aber sein Blick war wach und stetig,
seine Aussprache klar gewesen, und die Zähne (Zähne waren in Suzans Augen immer ein sicheres Indiz für den Zustand der Seele) hatten keine Anzeichen von Alkohol-, Nikotin- oder Drogenmissbrauch gezeigt.“(S.7,8)
Der bis dahin weit in den Hintergrund gedrängte Prolog, vom geisteskranken Leon auf der Psychatrischen Abteilung wird nocheinmal komplett wiederholt. Vielleicht um zu testen inwieweit der Leser überhaupt noch Folgen kann. Und zum Schluss, als ob man nicht schon vollends verwirrt wäre eine Szene die, die Idee des Thrills in „Der Nachtwandler“ nocheinmal vollkommen Umwirft und letztlich alle offenen Fragen beantwortet, wenn auch auf absolut unorthodox.“
Wer in die unglaublich tiefen Abgründe des geistigen Verstandes abtauchen will, der sollte nicht nur „der Nachtwandler“ lesen, sondern vielleich auch mal ein Wort mit Sebastian Fitzek selbst wechseln.
Nach seiner Zusammenarbeit mit Tsokos für den Thriller „Abgeschnitten“, schreibt Fitzek wieder im alleingang und beweist : Zu viele Köche verderben den Brei. Wer generell eher ein schwaches Gemüt hat, oder nicht auf Psychospielchen steht, für den ist „Der Nachtwandler“ nichts. Für alle, denen Alpträume nichts anhaben können. Lasst euch überraschen wie weit Fitzek in diesem Roman die Grenzen des erschütterlichen im menschlichen Verstand überschreitet. Dieser Roman fesselt und macht Angst auf eine Weise wie sie jedem Thrillbegeisterten gefällt, also unbedingt Lesen.
D.S.
Literatur :
Titel: Der Nachtwandler
Autor: Sebastian Fitzek
Art: Taschenbuch Verlag: Knaur TB ISBN: 9783426503744 Termin: München, April 2013
Preis: 9,99
Kleine Session mit meinem Kumpel Flo ;)