Ponder, Loci- Helvetica Blanc; 2021

tannertan36
almost home
cherry valley forever
Sweet Seals For You, Always
🪼
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he wasn't even looking at me and he found me
Aqua Utopia|海の底で記憶を紡ぐ
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TMBGareOK. The Official They Might Be Giants tumblr
Lint Roller? I Barely Know Her
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@golazhamam
Ponder, Loci- Helvetica Blanc; 2021
Been re-listening to all Holmes books during my stay in England, something I haven't done properly in ages. It's still as dear as ever.
Die Limmat gebiert ein Krokodil
Krokki-Krokko, weisst du mehr als ich?
Hast du Zeit für meine Fragen?
Glaubst du, das wird noch was mit mir? Glaubst du, es ist wichtig?
Lachst du über meine Witze?
Aber das Krokodil schweigt und blickt in Richtung der Alpen.
Es fragt sich, ob es dort hingehört. Hier ist es falsch.
Das denkt sich das Krokodil, aber es ist hier nicht falsch.
Denn ich weiss, ich würde es vermissen.
Hochzeiten und Hochzeiten
Die Hochzeit der Hochzeiten in meinem Umfeld wird wohl erst noch kommen. Aber es fängt schon langsam an. Die ersten meiner Freund:innen fühlen sich genötigt, ihre diversen Anhänge zu ehelichen. Da ich ich links und überhaupt versifft bin, immer nur rein aus Gründen der Aufenthaltsbewilligung, aber trotzdem.
Es gibt nicht besseres als auf einer Hochzeit zu sein. Ich liebe es unglaublich. Ich liebe es mit den Müttern der Frischvermählten zu plaudern (die Väter kann ich nie identifizieren), ich trinke mein Körpergewicht in Schaumwein, ich verliere meine Schuhe, ich tanze und rauche Mentholzigaretten. Wenn diese Hochzeiten nicht im Sommer, sondern eher im Herbst wären, könnte ich sogar einen meiner langen Mäntel anziehen und ich würde zu kompletter Hochform kommen, meine Fingernägel spicken weg um purem Diamant Platz zu machen, Ichor, das goldene Götterblut tropft mir aus den Mundwinkeln, meine Haare stehen zu Berge, eine Blitzwolke donnert durch die Strähnen meiner Macht, ich schwebe über dem Boden, verliere meine Schuhe und plaudere mit der sehr netten Mama meines Freundes.
Selber will ich nicht unbedingt heiraten. Die Hochzeit selbst würde ich sehr, sehr gerne feiern, vor allem seit ich ein Foto dieses einen Dior-Hochzeitskleides gesehen habe, aber die Ehe danach könnte sich als anstrengend herausstellen. Das will ich lieber vermeiden. Ausserdem spüre ich kein Verlangen ständig irgendsoeinen Typ in meinem Bett zu haben und seperate Schlafzimmer zu haben ist auch irgendwie unnötig, wenn man einfach seperate Wohnungen haben kann, aber der Wohnungsmarkt ist so krank kaputt!
Man wird sehen was kommt. Meine gesamte Energie bündele ich gerade darin nicht diesen braunen Ledermantel zu kaufen, den ich auf Etsy gesehen habe. Ich habe genug Mäntel. Überkonsum ist auch keine Lösung. Er ist zu teuer.
Er ist so schön meine geliebten Leser:innen. So schön.
Gruss & Kuss
Metal Night an der ETH? :(
Meth all night :)
The Blank Signature (1965) René Magritte, oil on canvas, 81 x 65 cm
Wer Geschäfte machen will muss die Toilette sehen
Ich habe schon ganz, ganz lange nichts mehr gepostet, was eher schlecht ist. Einerseits dient dieser Blog ja auch der Disziplinerwerbung, andererseits macht es mir eigentlich ziemlich Spass hier ein bisschen zu plaudern. Vielleicht akzeptiert meine werte Leser:innenschaft ja meinen Grund: Ich arbeite an meiner Masterarbeit. Pfui Deibel. Das ist so scheusslich, davon will man gar nichts wissen. Dabei habe ich das Glück, ein sehr interessantes Thema behandeln zu dürfen, wovon ich jetzt aber hier gar nichts erzähle, weil ich keine Lust habe. Stattdessen erzähle ich lieber von meiner Bachelorarbeit. Die hat meiner Seele auch 5 Lebensjahre geraubt, aber ich hatte auch bei ihr das Glück ein interessantes Thema zu bearbeiten. Leider, oh meine Liebsten, weiss ich nicht wo ich die habe, sonst könnte ich jetzt einfacher copy-paste machen. Aber keine Sorge, ich habe mal meine Mama gefragt. Vielleicht hat sie die noch, dann komme ich darauf zurück. Was soll ich an dieser Stelle stattdessen so rumplaudern? Von der leicht kultischen Erfahrung gestern früh? Aber nein, das wäre ein eigener Eintrag. Vielleicht von meinem Kombucha? Oder dem Fakt, das der einzige Grund für diesen Blogeintrag wieder, ja, leider schon wieder, Prokrastination ist? Oder ich erzähle euch davon, dass es in Zürich stürmt! Stürmt wie Bolle, der Wind weht einem die Haare in die Augen und den Schweiss von der Lippe. Vorhin habe ich beobachtet, wie der Wind einen massiven Sonnenschirm aus seiner Halterung gehoben hat um den Schirm im Anschluss direkt in eine Gruppe junger Männer reinzuwehen. Allem Anschein nach ist den Jungs nichts passiert (reiner Zufall! Pures Glück!), und ausserdem hat das Erlebnis die Jungs auch nicht gekratzt. Die haben sich kaum umgedreht. Ich wünschte ich hätte noch Spuren dieser adoleszenten Arroganz in meinem erwachsenen Körper. Ich weiss, dass ich auch mal so wahr. Vollgepumpt mit unprovoziertem Selbstvertrauen und der Welt mit informierten Desinteresse entgegenblickend. Informiert weil natürlich, ich weiss alles und desinteressiert, weil was soll ich damit. Aber ich bin daraus herausgewachsen, was sicherlich zumindest für mein Umfeld von Vorteil ist. Dafür hatte ich fast einen Herzkasper als mir gestern ein Chihuahua entgegengerannt ist.
Gruss & Kuss
Sünde und Vergeltung
Letztens war ich mit meinem Sommervogel im Theater. Wir sahen uns Mein Name sei Gantenbein von Max Frisch an. Mehrheitlich, weil es das Stück war, das an jenem Tag aufgeführt wurde, aber auch weil man als Schweizerin doch mal Max Frisch gesehen haben sollte.
Jedenfalls kam ich zu spät. Dann drängte mich auch noch in die falsche Reihe, musste mich wieder rausdrängeln und in die korrekte Reihe wieder reindrängeln (ich störte und berührte mit dieser Aktion elf vershiedene Leute).
Als ich endlich auf meinem Platz angekommen war, musste ich meinem Sommervogel natürlich einen Kuss geben und mich entschuldigen.
Ich schaute mir eine Weile das Bühnebild an, war komplett unfähig der Handlung zu folgen und schlief ein.
Ich hatte einen jener angenehmen Träume, die im Zwischenraum von Unterbewusstsein und Realität spielen. Wenn man noch halbwegs weiss wo man ist und was passiert, aber gleichzeitig träumt, dass der traurige Luchs von den Monden vergangener Wahrheiten erzählt.
In anderen Worten: Ich benahm mich unangebracht.
Wenn Sie jetzt der Meinung sind, ich sollte dafür bestraft werden, so machen Sie sich keine Sorgen, denn genau das geschah ohnehin. Der Mann neben mir hatte:
lautstarke Magenprobleme mehrere (knackige) Snacks einen breiten Sitzstil
Ich war ihm sehr dankbar für diese Kombination an Eigenschaften, denn so konnte ich mich in die kosmische Bestrafung zurücklehnen, anstatt mich für mein Verhalten schlecht zu fühlen.
Es kam mir dann aber doch noch der Gedanke, ob und wofür der Mann denn bestraft werden musste (die Magenprobleme klangen wirklich schmerzhaft). Da ich mich dazu entschloss, ihm keine Sündigkeit anzudichten bin ich von dieser ganzen kosmischen Bestrafungssache wieder abgekommen.
Ich habe mich stattdessen in den Atheismus zurückgelehnt und die Fehlerhaftigkeit der Menschen akzeptiert.
Gruss & Kuss
Lorenzo Tonda, Run
Plitsch-e, Platsch-e nass Die Federn warm, Nest gemacht Wann war noch Sommer?
Romantik im Gloss ertränken
Die meisten dieser wunderbaren Texte habe ich während einer Barschicht geschrieben. Dadurch wurde das Thema dann häufig Barlastig: Offensichtlich habe ich mich vom Aufenthaltsort beeindrucken lassen.
Aus Gründen der experimentellen Empirie sollte ich versuchen, ein paar Kolumnen in der Badewanne zu schreiben. Vielleicht produziere ich dann Kolumnen, die ein aquatisches Publikum ansprächen. Schade nur, das Papier und Wasser sich so schlecht vertragen.
Bleiben wir lieber bei der Barthematik. Früher habe ich am Sonntag nicht gearbeitet, dafür jeden Freitag und Samstag. Gearbeitet und Gesoffen muss ich sagen. Am Sonntag bin ich dann ziemlich fertig aufgestanden und habe mir im Bahnhof von meinem Trinkgeld Lipgloss gekauft (oder etwas ähnlich Sinnvolles) und bin noch eine Weile verwirrt in der Gegend rumgelungert. Üblicherweise mit den Augenringen zwischen den Knien eingeklemmt und unterwürfiger Schulterhaltung.
Dann bin ich in die Bar (in der ich ja ohnehin schon arbeite) um weiter zu trinken und Kreuzworträtsel zu lösen. Was jetzt nicht besonders gesund klingt war es auch nicht. Aber es hatte durchaus eine Romantik und damit einen Reiz. Ich trug zu der Zeit auch ein flatterndes Herzen in der Brust – mein normaler Puls war mir aufgrund einer unglücklichen Liebschaft abhanden gekommen. Jetzt geht es mir und meinem Tagesrhythmus bedeutend besser, ich habe viel weniger Lippenprodukte und manchmal muss ich am Sonntag arbeiten. Das Herz hat sich entspannt und mein Ego sich erholt. Um mir meine Romantik zu holen, veröffentliche ich heutzutage Kolumnen auf Tumblr (schreie also gewissermassen ins kalte Universum). Das hat eine Tragik, das hat einen Reiz. Auf diese Art spare ich mir einen Mann, damit das kompulsive Kaufen von Lippenprodukten und damit habe ich mehr Geld für Ohrringe.
Das Wichtigste im Leben ist es, eine nachhaltige Form von Romantik für sich zu finden.
Gruss & Kuss
Musik die vereint Ironie macht viel mehr Spass ohne Genozid
Ich sehe schon wie die Lage ist
Betrachtet man meine letzten paar Einträge, wird recht klar was gut ankommt.
Natürlich ist es Sex, da darf niemand überrascht sein. So läuft das nunmal. Bei Sex und Gewalt, da sind die Augenbälle gebannt. Zu Gewalt habe ich eigentlich nichts zu sagen. Aber zu Sex kann ich so viel schreiben, da muss man sich festhalten. An sich selbst oder einer menschlichen Stange. Des Weiteren ist es klar das kürzere Texte beliebter sind, auch das ist verständlich. Wer - zum Teufel - öffnet Tumblr um mehr als vier zusammenhängende Zeilen zu lesen. Jedenfalls nicht ich. Ich tue euch das nur an. Kürzere Texte zu schreiben tut mir überhaupt nicht weh, ich bin immer für Kürze und Würze (abgesehen von den Gelegenheiten wo ich für Länge und Detail bin), aber nur noch über Sex schreiben? In Form einer Kolumne, die ja immerhin so tut, als hätte sie etwas mit mir persönlich zu tun? Schwierig. Denn, wer Sex hat; wer schon viel Sex hatte, unterschiedlich gearteteten Sex - mit unterschiedlichen Leuten - ja diese Person weiss: So spannend ist es dann auch wieder nicht. Gruss & Kuss
Nicht als wüsste ich Was Kafkaesque wirklich ist Aber Treppenhaus
-Montagshaiku
Queer Joy
Ich war an einem Protest, was mir letztens häufiger passiert. Was mir auch ständig passiert, ist dass ich dann mit den Kindern unterwegs bin, was mir ansonsten gar nicht unterkommt. Ist das die biologische Uhr, von der alle sprechen? An diesem spezifischen Protest waren allerdings keine Kinder. Wir waren überhaupt nur etwa fünfzehn Personen. Tesla zu stürzen war unser Ziel (wobei Musk selber einen besseren Job macht dabei. Aber wir wollten ihm halt helfen) und zwei Personen aus der Trans-Community waren mit von der Partie. Es gab einen Moment mit diesen zweien, über den ich jetzt schreiben will. Obwohl die Demonstration angemeldet und erlaubt war, durften wir nicht wirklich vor dem Laden stehen. Von einem Zivilcop auf die andere Strassenseite geschickt, konnten wir nur im buchstäblich entfernteren Sinn protestieren. Es gab aber diese Gelegenheit: Zwei Mitprotestierende liefen zurück vor den Tesla-Laden, breiteten ihre Pride-Flagge aus und begannen zu tanzen. Man sah ihnen an, dass sie gerne tanzten, dass sie Spass hatten, dass das Lachen sie packte - kurz, dass sie sich über sich selbst und über einander freuten. Es war ein überraschender und unglaublich schöner Anblick. Zwei Menschen, die wenigstens für einen Moment frei waren, sicher vor Anfeindungen, stolz und unbeschämt. Die Sonne schien, es war Frühlingshaft warm, ihre Körper gehörten ihnen, genauso wie die Strasse. Ich hätte noch mehr zu sagen, Befürchtungen und Ängste auszusprechen, die mich überkommen, wenn ich an meine Trans-Freunde oder die Community als Ganzes denke. Ich glaube, auf Tumblr muss ich nicht ausformulieren wo diese Ängste herkommen. Ich glaube (und hoffe!!!), es muss auf dieser Plattform auch niemand lernen, dass die Trans-Liberation eine wertvolle und essenzielle Bewegung ist. Aber. Auch wenn dieser Moment nur ein Moment blieb und keine Ewigkeit wurde. Auch wenn auf diesem Protest eine Passantin tatsächlich doch noch angefeindet hat. Auch wenn es seither schlimmer geworden ist. Ich will es in diesem Text auf dieser Szene belassen. Will selber mit dem schönen Anblick verharren. Den es gibt sie, diese Aussichten. Und wir werden alles tun, das wir können, sie ewig werden zu lassen. Gruss & Kuss