Man muss wahrlich nicht jeden Scheiß mitmachen. Dieses Internet-Ding scheint sich aber erst einmal im Alltag eingerichtet zu haben. Einigen bildenden und darstellenden Künstlern, Musikern und sonstige Kulturschaffende scheint das ganze Konzept offenbar dennoch nicht schlüssig. Oder kurz: Man kann sich gar nicht ausdenken, wie sich einige Vertreter der angesprochenen Gruppen im Umgang mit Web und Social Media anstellen. Da unsere Frustration damit irgendwo hin muss, posten wir die härtesten Fälle hier. Die Betreffenden werden dieses tumblr ohnehin nie finden.
»Es bietet sich an, auf den Podcast hinzuweisen, um gleichzeitig auf Ihre Veranstaltung mit demselben Künstler aufmerksam zu machen. Sie können den Link zum Podcast einfach in der Veranstaltung auf Facebook posten, oder auf der Seite für ihren Club.«
Es wird ein größerer Projektantrag besprochen. Ein Bühnenprojekt mit Künstlern unterschiedlicher Sparten und natürlich auch etwas Multimedia, 2015 eben. Man geht gemeinsam durch das Konzept und die Kalkulation. Beides scheint Interesse und Zustimmung beim Gegenüber hervorzurufen.
Plötzlich rastet der behördliche Zeigefinger an einem Posten ein, der sachbearbeitende Kopf hebt sich:
»Und wozu brauchen Sie dafür eine Webseite?«
Es ist absolut verständlich, dass sich manche Leute auf wenige Dinge konzentrieren. Ihre Arbeit zum Beispiel. Oder sich selbst. Oder anderen eine Freude zu bereiten. Alles drei trifft häufig auf Kulturschaffende zu, die sehr viel Energie und Zeit in ihre Arbeit investieren. Sie erleben, konzipieren, skizzieren, verwerfen, schärfen, verzweifeln, inspirieren und wiederholen, und machen und tun damit irgendwann einmal eine Stunde Musik fertig ist, eine Kollektion, ein Gedichtband, ein Gemälde oder eine Installation.
Unsere vergleichsweise bescheidene Arbeit ist es, Leuten die solche Arbeit machen, zu helfen. Ihnen Geld zu besorgen, ihre Arbeit zu kommunizieren und Öffentlichkeit dafür herzustellen. Wir sind Kulturmanager. Eines unserer mächtigsten Werkzeuge ist das Web samt Social Media. Wir sehen darin einen der einfachsten und effektivsten Hebel für die wundervolle Arbeit, die Kulturschaffende leisten. Wo lassen sich über räumliche und zeitliche und finanzielle Restriktionen hinweg leichter Zugänge zu Kunst und Kultur schaffen?
Vorausgesetzt, die Künstler halten sich entweder ganz vom Internet fern, oder benutzen es richtig. Denn so gut mancher komponiert oder textet, so unglaublich umständlich, gar unnaütlich benutzt er das Web. Ehrlich, schlimmer als Senioren! Wir wollen uns in Zukunft weniger darüber ärgern, und mehr versuchen das Schöne in diesem Graus zu finden. Und wie ginge das leichter, als die besten unfreiwilligen Pointen mit Dir zu teilen, liebes Internet.