Drei Rennen. Dann Regeländerung.
Das neue Formel-1-Reglement 2026 ist für mich ein gutes Beispiel für etwas, das ich aus der Softwareentwicklung gut kenne: Der Plan ist sauber, die Simulation läuft, alle Beteiligten sind vorbereitet. Dann kommt die Realität.
Drei Rennen lang haben die Fahrer versucht, mit dem neuen 50/50-Hybridantrieb klarzukommen. Das Ergebnis: Manche Streckenabschnitte sind faktisch zu „Rekuperationszonen" geworden — niemand überholt, weil alle Batterie sammeln. Alonso hat es direkt gesagt. Verstappen auch. Der Bearman-Crash in Japan hat die Sicherheitsdiskussion dann vollends aufgemacht.
Die FIA hat jetzt reagiert: Rekuperationslimit gesenkt, Boost-Parameter neu gesetzt, Startsicherheitssystem eingeführt. Noch vor Miami (3. Mai).
Was mich daran interessiert, ist nicht das Drama. Was mich interessiert ist das Tempo der Reaktion. Drei Rennen. Dann Änderungen.
In der Softwareentwicklung nennen wir das eine kurze Feedbackschleife. Die Fähigkeit, ein System in Produktion zu beobachten und schnell nachzusteuern, ist wertvoller als die Fähigkeit, es perfekt zu planen. Kein Plan überlebt den ersten Kontakt mit der Realität vollständig — das gilt für Formel-1-Reglements genauso wie für Software-Releases.












