KRANKENHAUS, OP & ME/CFS: WARUM POTS, PEM UND DYSAUTONOMIE WICHTIG SIND
Viele Menschen im Gesundheitswesen kennen inzwischen den Begriff Long Covid. Deutlich weniger bekannt ist jedoch, was schwere ME/CFS-Erkrankte im Alltag und besonders im Krankenhaus wirklich erleben.
Dabei können genau dort Missverständnisse oder ungeeignete Standardmaßnahmen zu erheblichen Verschlechterungen führen.
Wichtige Begriffe dabei sind:
PEM bedeutet „Post-Exertional Malaise“.
Das ist keine normale Erschöpfung und keine gewöhnliche Müdigkeit nach Belastung.
Bei PEM verschlechtert sich der Zustand nach körperlicher, geistiger oder sensorischer Belastung oft zeitverzögert massiv.
Schon scheinbar kleine Dinge können ausreichen:
oder sogar ein längerer Krankenhausflur.
Die Verschlechterung tritt oft erst Stunden oder einen Tag später auf und kann Tage, Wochen oder länger anhalten.
Betroffene beschreiben es häufig wie einen „Systemzusammenbruch“ des Körpers.
POTS bedeutet „Posturales orthostatisches Tachykardie-Syndrom“.
Dabei funktioniert die Kreislaufregulation nicht mehr richtig.
Beim Aufstehen oder längeren Sitzen steigt der Puls oft stark an. Gleichzeitig kommt es zu Schwindel, Schwäche, Zittern, Atemnotgefühl oder Benommenheit.
Viele Betroffene können deshalb nicht lange stehen oder aufrecht sitzen.
Normale Krankenhausabläufe wie:
oder hektische Untersuchungen
können dadurch problematisch werden.
Dysautonomie bedeutet eine Fehlregulation des autonomen Nervensystems.
Dieses System steuert automatisch:
Bei ME/CFS funktioniert diese automatische Regulation oft nicht mehr stabil.
Dadurch reagieren Betroffene häufig extrem empfindlich auf:
Warum ist das im Krankenhaus wichtig?
Viele übliche Standardmaßnahmen können bei schwerem ME/CFS unbeabsichtigt Schaden verursachen.
Dazu gehören zum Beispiel:
„Aktivierung“ trotz Erschöpfung
oder die Annahme, die Patientin müsse sich „nur überwinden“.
Besonders nach Operationen können Überlastungen schwere Rückfälle auslösen.
möglichst energiesparende Abläufe
vorsichtige Mobilisierung
ernsthafte Beachtung von Kreislaufproblemen
und eine respektvolle Kommunikation.
ME/CFS ist keine gewöhnliche Müdigkeit und keine fehlende Motivation.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt ME/CFS seit vielen Jahren als neurologische Erkrankung.
Immer mehr Forschung zeigt Zusammenhänge mit Immunstörungen, Gefäßproblemen, autonomen Nervensystem-Störungen und gestörter Energieproduktion im Körper.
Gerade im Krankenhaus kann Wissen darüber entscheidend sein.