Die Geschichte einer makabren Obsession
Carl Georg von Tänzler, auch bekannt als Carl von Cosel oder Graf von Cosel, war ein deutsch-amerikanischer Radiologe, der in den 1930er Jahren für einen skandalösen Fall von Nekrophilie bekannt wurde. Er lebte sieben Jahre lang mit dem mumifizierten Leichnam seiner verstorbenen Patientin und Geliebten Maria Elena Milagro de Hoyos zusammen, die er heimlich aus ihrem Grab entwendet hatte. Wie kam es zu dieser makabren Liebesgeschichte? Und wie wurde sie entdeckt?
Carl Georg von Tänzler wurde am 8. Februar 1877 in Dresden geboren. Er behauptete, aus einer adligen Familie zu stammen und mehrere akademische Titel zu besitzen, was jedoch nie nachgewiesen werden konnte. Er heiratete 1910 eine Frau namens Doris und hatte mit ihr zwei Kinder. Er arbeitete als Ingenieur und Radiologe in verschiedenen Ländern, bevor er 1926 über Kuba in die USA auswanderte. Er ließ seine Familie zurück und nannte sich fortan Dr. Carl Graf von Cosel.
1927 ließ er sich in Key West, Florida nieder und fand eine Anstellung im örtlichen Marinehospital. Dort lernte er im April 1930 die 21-jährige Maria Elena Milagro de Hoyos kennen, eine junge Kubanerin, die an Tuberkulose litt. Von Tänzler verliebte sich sofort in sie und glaubte, sie sei seine Seelenverwandte, die ihm von einer verstorbenen Vorfahrin im Traum gezeigt worden sei. Er versuchte alles, um sie zu heilen, indem er sie mit verschiedenen Medikamenten und Geräten behandelte, die er selbst erfunden hatte. Er besuchte sie täglich in ihrem Haus und machte ihr Geschenke und Liebeserklärungen. Elena war jedoch nicht an ihm interessiert und hatte bereits einen Ehemann, von dem sie getrennt lebte.
Trotz seiner Bemühungen starb Elena am 25. Oktober 1931 an ihrer Krankheit. Von Tänzler war am Boden zerstört und organisierte eine prächtige Beerdigung für sie. Er ließ ihr ein Mausoleum errichten, zu dem nur er einen Schlüssel hatte. Er besuchte ihr Grab fast jede Nacht und sprach mit ihr durch ein Telefonsystem, das er in den Sarg eingebaut hatte. Er behauptete, ihre Stimme zu hören und ihre Aufforderung zu spüren, sie mitzunehmen.
Im April 1933 gab er dieser Aufforderung nach und stahl den Leichnam aus dem Mausoleum. Er transportierte ihn in einem Spielzeugwagen zu seinem Haus, wo er ihn auf sein Bett legte. Er begann dann, den verwesenden Körper zu konservieren und zu restaurieren. Er füllte ihn mit Lumpen und Draht aus, um seine Form zu erhalten. Er ersetzte die Augen durch Glasprothesen und die Haut durch Wachs und Seide. Er befestigte Perücken an dem schütteren Haar und trug Parfüm und Desinfektionsmittel auf, um den Geruch zu überdecken. Er kleidete den Körper in feine Kleider und Schmuck und schlief jede Nacht neben ihm.
Sieben Jahre lang lebte von Tänzler mit dem Leichnam zusammen, ohne dass jemand etwas ahnte. Er kündigte seinen Job im Krankenhaus und lebte von seinen Ersparnissen. Er isolierte sich von der Außenwelt und widmete sich ganz seiner toten Geliebten. Er nannte sie seine Frau und glaubte, dass sie eines Tages wieder zum Leben erwachen würde.
Im Oktober 1940 wurde seine makabre Beziehung jedoch aufgedeckt. Eine Schwester von Elena war durch Gerüchte aufmerksam geworden und suchte von Tänzler auf. Sie entdeckte den Leichnam in seinem Haus und alarmierte die Polizei. Von Tänzler wurde wegen Leichenschändung verhaftet und der Körper wurde beschlagnahmt. Eine Ärztekommission untersuchte den Körper und stellte fest, dass von Tänzler eine Vorrichtung zum Geschlechtsverkehr mit der Toten angebracht und diesen auch durchgeführt hatte. Der Körper wurde anschließend für drei Tage öffentlich ausgestellt, bevor er an einem geheimen Ort erneut beerdigt wurde.
Von Tänzler wurde vor Gericht gestellt, aber freigesprochen, da die ihm vorgeworfene Grabschändung nach zwei Jahren verjährt war. Er wurde auch nicht für geisteskrank erklärt, sondern als ein Mann, der von einer \"romantischen Besessenheit\" getrieben war. Die Öffentlichkeit zeigte ihm Sympathie und Bewunderung für seine unsterbliche Liebe. Er erhielt sogar Heiratsanträge von Frauen, die von seiner Geschichte berührt waren.
Von Tänzler verließ Key West und zog zu seiner Schwester nach Zephyrhills, wo er seine Lebensgeschichte unter dem Titel The Secret of Elena’s Tomb niederschrieb. Er fertigte auch eine Wachsnachbildung von Elena an, die er in seinem Haus aufbewahrte. Er starb am 3. Juli 1952 im Alter von 75 Jahren, angeblich mit der Nachbildung in seinen Armen.
Die Geschichte von Carl Georg von Tänzler und Maria Elena Milagro de Hoyos ist eine der bizarrsten und verstörendsten Liebesgeschichten der Geschichte. Sie wirft Fragen auf über die Grenzen zwischen Liebe und Wahnsinn, zwischen Leben und Tod, zwischen Kunst und Perversion. Sie zeigt auch, wie die Gesellschaft unterschiedlich auf solche Fälle reagiert, je nachdem, ob sie als romantisch oder als nekrophil wahrgenommen werden. g von Tänzler und Maria Elena Milagro de Hoyos ist eine der bizarrsten und verstörendsten Liebesgeschichten der Geschichte. Sie wirft Fragen auf über die Grenzen zwischen Liebe und Wahnsinn, zwischen Leben und Tod, zwischen Kunst und Perversion. Sie zeigt auch, wie die Gesellschaft unterschiedlich auf solche Fälle reagiert, je nachdem, ob sie als romantisch oder als nekrophil wahrgenommen werden.