Wer enttäuscht ist, hat sich vorher täuschen lassen.

Product Placement
2025 on Tumblr: Trends That Defined the Year
Today's Document
cherry valley forever

Andulka
Three Goblin Art
Sade Olutola

if i look back, i am lost
tumblr dot com

Kiana Khansmith
hello vonnie
Mike Driver
Claire Keane
YOU ARE THE REASON
No title available
he wasn't even looking at me and he found me

pixel skylines
d e v o n
Not today Justin
Cosmic Funnies

seen from Germany

seen from Philippines

seen from Malaysia
seen from United States
seen from Sweden

seen from France
seen from Malaysia
seen from United Kingdom
seen from Vietnam
seen from United States
seen from Germany
seen from United States

seen from India
seen from Netherlands

seen from United States
seen from India
seen from Türkiye
seen from United States

seen from United States

seen from Germany
@memos-sal-blog
Wer enttäuscht ist, hat sich vorher täuschen lassen.
"This world is not exactly what my heart expected" - Emeli Sandé
Sylvia Palacios Whitman (b. 1941), Passing Through
Du musst die Menschen lieben, sagte sie. Du probierst so viele von ihnen aus."
Morf (2015)
Sam Feldt - Show Me Love
Ich liebe dich. So geht das immer bei uns. Wir lieben uns. Aber beim Einschlafen dreht sie sich weg von mir und beim Frühstück redet sie kein Wort. Still schlürft sie ihren Saft, die Toastscheibe knistert zwischen ihren Zähnen. In der Türangel dann: „Ich liebe dich.“ Selbst als sie Lukas auf der Weihnachtsfeier – was für ein Klischee - geküsst hat: „Ich liebe dich.“ Mit Tränen in den Augen, als würde das etwas bringen, diese Floskel. Als wir uns trennen, sitzen wir uns gegenüber, gucken uns an. Der Tisch ist nicht groß. Ohne die Arme auszustrecken, könnten wir uns berühren. Warum? – frage ich. Sie weiß ja, dass ich sie liebe, behauptet sie, aber ich sage es einfach zu selten. Und ich frage sie, warum ich es sagen muss, wenn sie es weiß. Sie braucht das, sagt sie. Mir fällt ein, wie mir ihr Zahnputzbecher heruntergefallen ist. So ein kleines Ding mit Enten drauf, den sie von einem Dorftrip nach Sinspert mitgebracht hat. Und weil dieses Ding ihr so wichtig ist, bin ich nach Sinspert gefahren, sechzig Kilometer hin, sechzig zurück, um einen neuen zu kaufen. Erzählt habe ich ihr davon nichts. Aber ich denke: Jedes Mal, wenn du damit fertig bist, dir die Zähne zu putzen, steckst du deine Zahnbürste in meine Liebe. Und den Müll bringe ich täglich raus, obwohl er nur halbvoll ist. Weil du schon bei drei Fruchtfliegen durchdrehst. Nicht ein einziges Mal habe ich das vergessen; in zwei Jahren. Das ist doch Liebe. Wir sitzen und reden. Ich weine nicht. Sie schon. Dann fällt sie mir in die Arme, und ich tröste sie. Während ich sie halte, spüre ich es ganz deutlich: Liebe. Warum kann sie das nicht fühlen? Warum reicht ihr das nicht?
Am nächsten Tag ruft Sandra an, die beste Freundin meiner Ex. Wir müssen reden, sagt sie. Am selben Abend ist sie da. Sie fragt, wo es sich am besten reden lässt. Ich zeige auf den Tisch, aber sie geht zur Couch und da ist mir klar, dass mehr dahintersteckt, hinter ihr. Sie will, dass ich erzähle, aber mit Worten – das fällt mir schwer. Also redet sie. Dann schlafen wir miteinander. Alles ist anders, neu. Das sind unbekannte Hügel und Kurven, aber das interessiert mich nicht wirklich. Es ist, als steckte ich meinen Finger aus Langeweile in meine geballte Faust. Sie will mich und ich bin ein Mann – immer potent - und single, also denke ich: warum nicht? Das bisschen Sex. Als wir fertig sind, stehe ich auf und lasse Sandra allein auf der Couch zurück. Liebst du mich? – fragt sie. Aus dem Kühlschrank hole ich mir ein Bier und trinke es, ohne ein Wort zu sagen.
Eine Woche später ist Sandra wieder da und erzählt, dass meine Ex mit Lukas von der Weihnachtsfeier zusammen ist. Ausgerechnet Lukas. Lukas hat zottelige braune Haare und arbeitet bei Starbucks. Er ist größer als ich, aber wenn es drauf ankäme, könnte ich es jederzeit mit ihm aufnehmen. Sandra sagt, dass dieser Lukas jetzt schon „Ich liebe dich“ gesagt haben soll. Außerdem hat er – und das hat Sandra wirklich umgehauen – einen kleinen Zettel gebastelt, auf dem steht: „Du bist die schönste Frau der Welt“ Den hat er an ihren Spiegel geklebt. Ich stelle mir die beiden vor, Lukas und meine Ex, wie sie da liegen und Lukas Gefühle aufzählt wie Vokabeln: melancholisch, einsam, verwundbar. Liebe. Wie er ihr hundertmal sagt, dass er sie liebt. Trotzdem bringt er ihr nie Kaffee ans Bett. Und seinen Müll lässt er stehen, bis hunderte von Fruchtfliegen über der Tüte schwirren. Ich frage Sandra, ob sie bei mir schlafen möchte, und sie sagt ja. Als wir nebeneinander liegen und unsere nackten Körper in die Dunkelheit dampfen, fragt sie: „Und damals nach der Weihnachtsfeier, da hast du sie wirklich noch nach Hause gefahren?“ „Ja“, sage ich. „Auch nachdem du das gesehen hast, wie sie da mit diesem Lukas rumgemacht hat?“ Ich denke an die Fahrt und wie sauer ich auf sie war. Wie wir uns angeschwiegen haben und wie es das erste Mal war, dass sie begriffen hat, dass es nicht die Wörter sind, die jetzt zählen. Ich hab sie nach Hause gebracht, sie bis auf die Couch begleitet und sie dort geküsst. Auf den Mund. Willst du die ganze Geschichte hören? – hat sie gefragt. Aber das wollte ich nicht. Stattdessen habe ich sie fest angesehen und gesagt, dass ich ihr verzeihe und dass sie sich entscheiden muss: Wenn sie morgen früh noch dort liegt, auf meiner Couch, darf so etwas nie wieder passieren. Wenn sie geht, ist es aus. Am Morgen kam ich zur Tür hinein und sie schlief tief und fest.
Nur ein paar Tage später erzählt Sandra, dass Schluss ist zwischen Lukas und meiner Ex. Lukas hat sie verlassen, per SMS oder E-Mail. Vielleicht war es auch Whatsapp – jedenfalls hat er auf eine ganz fürchterliche Weise mit ihr Schluss gemacht. Dann erzählt Sandra, wie der Zettel noch an dem Spiegel klebt und sie an alles erinnert, an all die Wörter. Und daran, dass das jetzt nichts mehr wert ist.
Sia -Chandelier
Über mir hängt ein Affe an einem Kronleuchter. Ich schwitze und stinke, meine Augen sind matt und mein Blick schwer, aber ich schwöre: Da oben hängt ein Affe am Kronleuchter. Ich weiß nicht, wo ich bin. “Wo bin ich?”
Lore schaut zu mir rüber und zuckt mit den Achseln. Sie schwitzt auch, und sie stinkt und ihre Augen sind matt und der Blick schwer, aber bei ihr stört es mich. Ich kann sie nicht riechen und immer wenn ich es doch tun muss, frage ich mich, warum ich mit so einer befreundet bin. Lore ist ein Junkie. Sie kokst, nimmt MDNA und Speed, sie trinkt und kifft. Wenn sie so weitermacht, stirbt sie bald. Manchmal mache ich mit, so wie heute. Eigentlich, nehme ich genauso viele Drogen wie Lore, aber der Unterschied zwischen uns beiden ist, dass ich mich unter Kontrolle hab’. Ich kann mich beherrschen. Lore gibt ständig Blowjobs auf der Toilette. Das ist das schlimmste: Also, wenn sich jemand nicht beherrschen kann, sexuell meine ich.
Dass ich jemandem einen Blowjob auf der Toilette gegeben habe, ist nur dreimal passiert und einmal war das mit Tom. Das zählt nicht. Weil wir zu der Zeit fast zusammen waren.
Wenn man das noch nie gemacht hat, kann man sich das schwer vorstellen - so einen Toilettenblowjob meine ich. Am schlimmsten ist der Geruch, weil so ein Penis nicht besonders toll riecht, nachdem man Stunden getanzt hat und dann hat man diese ganzen Bakterien im Mund. Ich stelle mir dann vor, wie ich das runterschlucke, den Saft, und die Bakterien, eben alles, was da rauskommt.
Der Affe kreischt und an der Treppe steht jemand mit einem langen Besen und versucht, ihn dazu zu bringen runter zu fallen, aber der Affe lässt nicht los, weil es bestimmt fünf Meter bis zum Boden sind und der Affe nicht sterben will. Niemandem scheint aufzufallen - na - dass das doch nicht wahr sein kann, dieser Affe. “Das kann doch nicht wahr sein!”, sage ich zu Lore und Lore sagt: “Was?”
“Das kann doch nicht wahr sein”, sage ich nochmal. “Wo kommt denn der Affe her.” Lore reicht mir ihr Bier. “So kann es doch nicht weitergehen”, sag ich zu ihr und sie sagt: “Warum?”
“Weil da oben ein Affe an der Decke hängt!” Und ich denke mir, dass das als Erklärung ausreichen muss, aber da lieg’ ich falsch. Weil es anscheinend doch weitergehen kann, auch wenn man auf einer Party ist, wo ein Affe an einem Kronleuchter hängt.
“Verstehst du es nicht?”, sagt Lore und lächelt. “Wir sind unverwundbar. Wir werden ewig leben, ewig, hörst du. Nicht mal Gott kann uns jetzt was.”
“Wegen dem Affen?”, frag’ ich.
Lore schüttelt den Kopf. “Du musst drei Sekunden warten. Nur dann kann ich es dir sagen.”
“Jetzt bist du verrückt geworden.”
“Eins. Zwei. Drei. Eins. Zwei. Drei. Eins. Zwei. Drei. Eins. Zwei ...”
Und dann fällt sie um. Sie fällt nicht nach hinten und auch nicht zur Seite, nein, Lore sackt zusammen, ihre Knochen schieben sich ineinander und sie zerfällt wie Staub.
Sie liegt da. Tot.
https://www.youtube.com/watch?v=uJOxQEM3rXY
Louis Armstrong - La Vie en Rose
I
Mit aufgeplatzten Lippen und gelb unterlaufenen Augen lag Armstrong im Lazarettbett. Über seinem Bett hing ein schwarzer Bindfaden.
Am zweiten Tag nach seiner Ankunft hatte ihn der Arzt begutachtet. Nachdem der Mann in Weiß die Verbände gelöst hatte, breitete sich ein beißender Eitergeruch um Armstrongs Bett aus. Wenig später war die Schwester aufgetaucht und befestigte den schwarzen Faden dort oben.
II
Prächtige Schweißperlen suchten sich ihren Weg über seinen Oberkörper und verschwanden unter dem gelblichen Verband. Hin und wieder legte ihm jemand beiläufig eine warme Hand auf die Schulter. “Das wird schon wieder”, sagten Stimmen, die er noch nie zuvor gehört hatte. In diesem fremden Land vor fremden Menschen zu sterben, hatte etwas Peinliches. Er schämte sich für das Blut, das immer schwächer durch seine Adern pulsierte.
“Waren Sie schon mal verliebt?” Die Krankenschwester drehte sich erstaunt zu Armstrong. Die Stimme des Schwarzen war satt und warm. Der tiefe prasselnde Bass erinnerte die Schwester an den Regen in Maine. “Nein”, antwortete sie. “Noch nie.”
III
“Rose.”, sagte der Armstrong. “Mein Mädchen hieß Rose. Eigentlich hieß sie Miranda, aber ich nannte sie Rose, weil sie sich die Haare nach oben binden konnte, bis sie aussahen wie eine Rose.”
Die Krankenschwester lächelte. “Sie sollten nicht reden.”
Sie gab sich Mühe streng zu gucken, aber ihr Herz wurde ganz weit. “Hat der Doktor Ihnen nicht gesagt, dass Sie nicht reden sollen?”
“Oh, Sie wissen gar nicht, wie sie sich drehen konnte, meine Rose. Manchmal ließ sie ihren Rock fliegen, bis man ihr bis über die Knie sehen konnte. Oh, sie war keck. Und wenn sie die das Regiment mit ihren Beinen verrückt machen konnte, strahlte sie über das ganze Gesicht. Aber geliebt hat sie nur mich.”
Die Krankenschwester schüttelte tadelnd den Kopf, setzte sich jedoch neben Armstrong auf die Bettkante. Unter der Bettdecke lugte der Saum von Armstrongs blauer Armeehose hervor.
“Und wissen Sie”, fing er an. “Woher ich weiß, dass ich sie geliebt habe?”
“Nein”
“Weil, naja, das Leben selbst wie eine Rose war, wann immer ich sie sah.”
SIA - LIke A River Runs
http://trendio.us/2015/06/listen-sia-like-a-river-runs/
Sia - Like A River Runs
Mit den Fingern ihrer rechten Hand fuhr sie durch den eingebrannten Abdruck in der Bettdecke. Er war weg. Dabei waren sie sich eben noch so nah gewesen. In ihrem Traum hatte er ihre Brust mit seinen starken Fingern fest umklammert und war ihr anschließend zwischen die Beine gefahren. Unbeherrscht. Wie ein Tier hatte ihn seine Gier getrieben. Sie räkelte sich nach hinten, schmiss den Kopf zurück und schrie. Wo war das geblieben? Sie spürte ihn überall auf ihrem Körper und doch war er weg. Alles, was sie noch verband, war dieser Traum. Ein Traum, der die Welt zum Zittern gebracht hatte wie ein Erdbeben. Ihre Glieder hatten sich versteift, bis sie von dem Klopfen seines wilden Herzens geweckt wurde.
“Ich liebe dich” Hatte er das nicht gesagt, und sie dann auf den Mund geküsst? Dabei hatte er die Augen geschlossen, als klangen die Worte in ihm nach, als schwang er wie eine Triangel auf einer Frequenz, die nur sie beide hatten hören konnten. “Weißt du”, hatte er begonnen, “Liebe bringt einen nur so weit, danach braucht man mehr.”
“Liebe ist wie ein Streichholz” hatte er gesagt. “Wenn man brennt, dann gibt es kein zurück, dann wird die Liebe größer, bis man sie nicht mehr an einer Person stillen kann.” Sie hatte seinen Kopf zwischen beide Hände genommen, als könnte sie die Flamme ersticken, aber er stand trotzdem auf. Dann war er weg.
Sie ging zum Fenster. Ein Mann ging um die Ecke und verschwand. War er das? Hatte er dort gewartet? Sie schüttelte den Kopf. Unmöglich.
Das Herbstlaub fiel in großen Spiralen von dem Kastanienbaum vor ihrem Haus und selbst darin sah sie ihn. Ein Blatt landete auf den grauen Betonplatten direkt vor ihrem Fenster.
Er war die Luft, er war der Wind, er war der Beton und das wilde Herz, das all diese Blätter von ihren Ästen riss. Vielleicht hatte er recht. Er hatte sie angezündet.
Sie sah ihn überall. Ihre Liebe verband sie mit den Dingen. Nie mehr würde sie alleine sein. Sie gab die Liebe mit jedem Atemzug frei. Ihr Herz war offen und als sie ihre Hand auf die Brust legte, bemerkte sie, dass es wild schlug.