Die Situation ist absurd. Ich möchte hier genau das kritisieren, was diese Form hier erst ermöglicht. Den Überfluss, die daraus resultierende Freiheit, den Gipfel der Möglichkeiten. Gleichzeitig ist Konsum natürlich ein abgedroschenes Thema. Es ist selber zu einem Thema geworden, dass mit ruhigem Gewissen konsumiert werden kann, denn alle haben wohl gleich einige Bilder parat, von den Kaufhäusern mit ihren endlosen Fluren, den Menschen die jeder blödsinnigen Mode hinterher laufen und vielem mehr. Dabei kann ich mich beruhigt zurücklehnen, denn so schlimm bin ich ja nicht, ich verbrauche moderat, nur das was ich auch brauche.
Konsumenten, das sind immer die anderen.
Konsum ist ein abgedroschenes Thema, denn er ist so offen-sichtlich. Dass dieses ganze Plastik nicht glücklich macht, das wir mit unserem übermäßigen Verbrauch die Erde zerstören - das alles ist absoluter Konsens, niemand könnte dem widersprechen. Die konsumierten Dinge sind außerhalb von uns, wenn schon nicht außerhalb von unserer Leben, so doch wenigstens außerhalb unserer Körper, unseres Geistes. Damit ist das Problem schon ein gutes Stück weggeschoben. Es ist klar, dass unser Luxus das Elend der anderen ist, die materielle Grundlage des Ganzen ist schrecklich - und trotzdem erscheint hier alles voller Glanz. Und obwohl der Konsum oft als etwas rein Äußeres erscheint prägt dieser oberflächliche Glanz unser Inneres.
Doch so einfach ist das leider nicht und hier möchte ich auch ansetzen. Quasi die innere Dimension des Konsums. Konsum ist zuallererst Verbrauch.
Verbrauchen müssen wir, sonst würden wir sterben.
Aber Konsum ist natürlich ein gesellschaftliches Phänomen - und damit möchte ich nicht sagen, dass „die Gesellschaft“ schuld ist, die Einzelnen dabei unbeteiligt wären, sondern dass es sogar über die Einzelnen hinausgeht, im Sozialen verankert ist. Denn unsere sozialen Beziehungen fußen auf zwei Polen, dem Individuum, den Einzelnen, und dem sozialen Zusammenschluss in Form der riesigen, abstrakten Gesellschaft. Und diese Gesellschaft ist eine hierarchische, trotz beziehungsweise gerade durch die Demokratie werden wir auf eine besondere Art und Weise beherrscht. Das heißt nicht nur das wir unterdrückt werden, sondern vor allem auch das wir produziert werden.
Der Gesellschaftsphilosoph Foucault nennt die Auswirkung, die die Herrschaft auf die Einzelnen ausübt, „Subjektivierung“. Dies beschreibt, dass jede Form von Herrschaft eine besondere Art von Mensch, ein Subjekt hervorbringt. Die Herrschaft macht die Menschen zu dem wofür sie sich halten, lässt sie sich auf eine bestimmte Art und Weise Verhalten und sogar fühlen. Denn dieses Sein im Einklang mit der Herrschaft gibt uns erst unsere persönliche Handlungsmacht, gibt uns erst die Fähigkeit in der sozialen Wirklichkeit angemessen zu handeln. Was sind also die Lebensbedingungen der sozialen Wirklichkeit des modernen Menschen?
Unsere, die kapitalistische, Gesellschaft begegnet uns zuallererst in ihrem unglaublichen Überfluss. Von allem gibt es soviel, das es zu viel scheint. Und wenn es von allem zu viel gibt wird der, die, oder das Einzelne fast überflüssig, auf jeden Fall aber beliebig und ersetzbar. Konsum beginnt dann, wenn wir verbrauchen, nicht weil wir müssen, sondern nur weil wir können und vor allem wollen.
Alles steht bereit um von uns nach Belieben konsumiert zu werden, es steht bereit und wirbt um uns. Und eine Auswirkung dieser gewaltigen Beliebigkeit ist das Aufkommen eines gewaltigen Begehrens. Ich nenne es bewusst nicht Gier, denn Gier bezeichnet in unserer Sprache ein quasi natürliches körperliches Gefühl, das dem Menschen scheinbar eigen ist, einfach dazu gehört. Doch ich glaube nicht, das dieses Begehren etwas ist das automatisch zu ihm gehört, sondern eben eine spezifisch moderne Ausprägung, Teil des Subjekts zu dem der moderne Mensch gemacht worden ist. Durch die Freiheit der Freizeit kann unser Begehren wachsen, von keiner Notwendigkeit behindert kann es sich errichten und auf scheinbar beliebige Dinge zielen.
Aber es gibt nicht nur zu viele Dinge, sondern vor allem auch zu viele Menschen!
Wir leben in der Massen-Gesellschaft, müssen in ihr existieren und uns zurechtfinden. Auch wenn wir uns alle unterscheiden, z.B. in unserem gesellschaftlichen Status mit dem wir auf die Welt kommen, so gibt es doch genug Menschen denen ich ähnle und auch theoretisch sind wir alle gleich. Egal was meine Eltern waren, ich bin frei aus mir zu machen was ICH will. Um mich von anderen zu unterscheiden, irgendwie überhaupt erkennbar zu sein, nicht nur in der Masse unter zugehen, muss ich mich auszeichnen. Und zwangsläufig machen wir dabei mit, wenn wir hier in den Städten mit ihrem Überangebot an Menschen und Möglichkeiten konkurrieren wollen. Überleben, gesehen werden, Interesse wecken, anstatt in der Masse zu verschwinden und links liegenbleiben, nur als eineR von vielen wahrgenommen. Mein Ich soll also etwas Besonderes werden, sich in jedem Aspekt meines Lebens ausdrücken - das beginnt zu aller erst bei meinem Körper. Also staffiere ich ihn aus, trainiere ihn, pflege und kleide ihn genau passend zu meiner Persönlichkeit. Weiter geht es mit den Dingen die ich besitze, sie werden zu meinem Aushängeschild. Und so beginnt das, was wir jeden Tag auf der Straße betrachten können. Das ist dann wieder die Banalität.
Je mehr Zeit darauf verwendet werden kann herauszufinden was ich „wirklich“ begehre, desto differenzierter und bewusster man könnte auch sagen niveau-voller, kann ich konsumieren. Das ist aber nach wie vor ein Luxus und so bleibt eben die Masse der Bevölkerung, die oft nur Vorgefertigtes aufnehmen kann. Viele haben nicht die Muße um die Möglichkeiten zu nutzen, bleiben bei dem was die Mehrheit tut, denn das kann so falsch ja nicht sein.
Aber auch wenn sie nur von Wenigen genutzt werden kann, die Möglichkeit bleibt.
Wahrscheinlich zum ersten Mal in der Geschichte kann ich mich so inszenieren wie ich es wirklich will. In der Beliebigkeit da draußen ist nichts mehr vorgegeben, ich kann alles sein was ich will -
und daher muss ich umso genauer forschen und mein Inneres durchwühlen um aus der entlegensten Ecke noch herauszukehren was genau mich zu dem macht was ich bin. Der Massenkonsum hat sich zum individuellen Konsum entwickelt. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung konnten immer kleinere Auflagen hergestellt werden, die Produktpalette wurde erweitert.
Es gibt nicht einmal mehr Mode, was blieb sind Moden und Trends. Nicht nur schnelllebig, sondern auch immer nur für einen kleinen Teil der Gesellschaft gültig. Jedes Milieu hat seinen Dresscode, seine Tabus, seine Uniform. Früher hieß die Botschaft „kauf Das damit du dazu gehörst“- Heute können die Produzenten es sich leisten zu sagen SEI DU SELBST, höre auf deinen Durst, auf dein Begehren, erfülle dir DEINE Wünsche, kauf was du willst.
Das Angebot ist unendlich, in einer Welt in der die Waren ungehindert fließen können ist der Computer das größte Schaufenster der Welt. sämtliche Angebote der Welt kann ich mir direkt an meine Haustür bestellen. Wem das nicht reicht um seine Persönlichkeit genau zu definieren, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Das Versprechen der absoluten Individualität scheint näher zu rücken, zwar noch überlagert vom stupiden Einheitsbrei, aber sich schon abzeichnend und wie immer von einer Avantgarde vorgemacht. Trotzdem scheint das das Problem nicht wirklich zu lösen.
Es scheint dass auch die individuellste Ware doch austauschbar bleibt, die Beliebigkeit nicht verliert. Es scheint unmöglich mich auszudrücken in dem nur auf Angebote von Außen reagiere. Wenn der einzig eigenständige Akt der des Kaufens ist, hat das Ergebnis nun mal wenig mit mir zu tun.
Und das ist vielleicht ein Knackpunkt, je weniger aus Notwendigkeit, je weniger zwingend zu mir gehört, desto weniger bleibt auch von mir übrig. Habe ich keine absolute Verbindung mehr, fehlen mir die Wurzeln und ich fliege frei umher. Ohne feste Verbindung zur Welt.
Denn es gibt auch nichts mehr zu tun. Arbeit ist zum notwendigen Übel geworden, es scheint nichts Wichtiges zu tun zu geben, alles läuft schon von alleine und alles ist optional, relativ eben.
Wenn dann mal etwas verpflichtend ist wird es schnell zur Last. Sein Kind zu versorgen, seine kranken Eltern zu pflegen. Auch Verbindlichkeiten gegenüber der Familie, Freunden, Partnern werden schnell als einengend empfunden. Die Dinge die einfach nicht zu konsumieren sind werden schnell anstrengend. Klar sie sind nicht optional, sondern zwingend notwendig und wer wird schon gern gezwungen? Da lebe ich doch lieber dieses Begehren, losgelöst von der unmittelbaren Notwendigkeit.
Es ist Ausdruck der Freiheit, und damit kann ich mir mein Ich neu erschaffen. In diesem Meer von Relativität, müssen wir auch unser Ich ausstaffieren, damit es als etwas erscheint.
Und so wird unser Ich auch eines dieser vielen Dinge durch die wir versuchen uns zu definieren - und behandeln es auch ganz ähnlich wie diese Dinge. Auch unser Ich wird Kriterien unterworfen, immer besser wollen wir werden, uns optimieren und immer mehr funkeln.
Und es scheint zu funktionieren!
Je weniger tiefer Wert in unserem Leben liegt, je mehr sich alles auf der Oberfläche abspielt, desto weiter können wir in uns hinein kriechen, unser Unterbewusstes erkunden (wiederum durch den Konsum, diesmal von Drogen) und uns ausleben. Die Vorstellung von unserem Inneren „Raum der Freiheit“, eines Wesentlichen Ichs das in uns schlummert - mehr als das Äußere, bedeutender als alle Form und gleichzeitig ihr Ur-Grund - auch das ist eine Erfindung, eine Vorstellung der Moderne, ein teil des modernen Subjektes. Und je oberflächlicher es wird, desto feiner und größer die Möglichkeiten es zu inszenieren.
Wenn nichts mehr dargestellt werden muss, dann ist der Raum offen für alles was dargestellt werden kann. Und wir müssen darstellen, denn sonst käme vielleicht der größte Schrecken zum Vorschein:
Dass da in meinem Inneren nichts sein könnte. Dass dieses Ich, das ich so sorgsam umhege, es pflege, inszeniere und versuche nach außen zu kehren auch nur Teil dieser gewaltigen Maschine da draußen ist. Obwohl wir uns doch so genau kennen, so viel Zeit damit verbringen uns zu definieren, so bleibt doch irgendwo tief drin die Frage „wer bin ich eigentlich“. Und die ist nicht leicht zu beantworten. Vor allem nicht, wenn wir in unser Bewusstsein lassen, dass schon längst klar ist, sogar empirisch nachgewiesen, dass der Mensch, weder in der Gruppe noch als einzelner, einen festen Wesenskern hat.
Der Soziologe Pierre Bourdieu hat es in einer Untersuchung geschafft die Menschen anhand ihres gesellschaftlichen Status (ihrer Stellung im Produktionsprozess) einzuteilen. Dabei ist er nicht nur auf ähnliche materielle Umstände gestoßen, sondern hat vor allem gezeigt, dass auch unser ganz Persönliches, unser Geschmack, unsere Vorlieben ja sogar unsere Gefühle genau in den gesellschaftlichen Bahnen verlaufen.
Ob der Autokauf oder die Partnerwahl, unser Musik-Geschmack oder unsere Hobbys, alles passt zusammen. Die gesellschaftliche Bestimmtheit auf die Einzelnen hat also nicht aufgehört. Was wir tun sollen halten wir für unsere eigene Wahl. Denn schließlich sind wir ja frei!? Frei zu tun was wir wollen und landen damit -oh wunder- bei genau dem vor dem wir geflüchtet sind:
Unser Geschmack, unsere Vorlieben, unsere ästhetischen Ansichten entsprechen im wesentlichen der gesellschaftlich-ökonomischen Schicht in der wir uns befinden.
Und darüber müssen wir froh sein! Denn was ist schlimmer als der ewige Außenseiter zu sein, keine Menschen mit denen man sich wohl fühlt, die einen so annehmen wie man ist, eben weil man sich so ähnelt. Wo alles Andere wegfällt, werden die kleinen Vorlieben, geteilter Humor und Meinungen zum alles entscheidenden Merkmal.
Das alles lässt zumindest darauf schließen, das wir nicht halb so fest sind wie wir uns gerne einreden. Was bleibt ist unsere Oberfläche, unser Ego, denn wo die Tiefe sich im Schein aufgelöst hat, erscheint die Oberfläche als das tiefst Möglichste.
Wo alles Metaphysische verschwunden ist, kehrt die Metaphysik in die Dinge ein.
Nach dem Verlust religiöser oder anderer Fetische bleibt uns der Warenfetischismus, der dafür unser ganzes Leben umfasst, uns umschließt und damit zur objektiven Wirklichkeit wird. Und nicht nur zur äußeren Realität, nein mein Ich selbst wird zu meinem größten Fetisch! Mein Wille. Mein Bedürfnis. MEIN EGO. Sein Triumph ist unsere Niederlage, ohne uns ein bisschen unserer geliebten Freiheit zu nehmen.
Ich habe versucht zu zeigen, dass Konsum ein unmittelbarer Ausdruck unserer Freiheit ist. Er ist nicht seine Perversion, kein Fehler, sondern konsequent. Denn was wäre denn das Gegenteil von beliebigem Verbrauch? Die Notwendigkeit?
Mit Notwendigkeit leben? Essen gegen den Hunger? Hunger spüren - Hunger haben?
Es scheint irrsinnig, den Luxus konsumieren zu können gegen Hunger einzutauschen.
Allerdings wenn ein Mensch Hunger hat, dann wird der Mensch auch satt. Denn was füllt den Hunger sonst? Noch mehr Konsum?
Das hört sich jetzt alles ziemlich Auswegslos an und vor allem freiwillig. Als ob die Masse Mensch immer freudig in diese Richtung getrottet wäre und nun bald endlich ankommen könnte. In der Postmoderne, dem Ende der Geschichte. Aber dieser Prozess war nur bedingt freiwillig, auch wenn die Geschichtsbücher uns das glauben machen wollen.
Es gibt und gab ihn schon immer: Widerstand, der blutig und bedingungslos zerschlagen wurde und in vielen Teilen der Welt immer noch wird.
Trotz dieser ganzen Niederlagen gibt mir das Hoffnung. Hoffnung das der Mensch in diesem System nicht vollends aufgeht, ein Unbehagen bleibt, dass Antrieb werden kann für Veränderung.
WIE KÖNNTE DIESE VERÄNDERUNG AUSSEHEN?
Was macht den Unterschied, welchen Sinn können wir der allumfassenden Beliebigkeit entgegensetzen?
Die emotionale Bindung scheint mir dafür bedeutsam zu sein, gerade im Entstehungsprozess der Dinge. Und auch wenn die größte Bindung zu dem besteht was ich selbst, alleine oder mit anderen gemeinsam, gemacht habe, so ist es doch nicht die einzige Möglichkeit.
Es gibt auch die Bindung zu einem Geschenk. Etwas, das aus dem Impuls eines anderen Menschen entstanden ist, der an mich gedacht hat, aus freien Stücken etwas für mich hergestellt hat. Sich durch Arbeit veräußert hat und mir das Ergebnis zukommen lässt. So etwas ist unbezahlbar. Und damit um soviel wertvoller als alles was ich kaufen kann. Vor allem wenn es nur hergestellt wurde um verkauft zu werden.
Deshalb ist im Hinblick auf die Zukunft für mich nicht die Frage, OB es eine Wirklichkeit nach dem Konsum geben kann, sondern WIE diese aussehen könnte. Denn viele kritisieren zwar die Unterwerfung des modernen Menschen, preisen aber die Möglichkeiten seiner Freiheit. Aber die ist eben vielleicht untrennbar mit dem Überfluss verbunden.
Es ist der Kommunismus, der diesen Luxus für alle will. Der die Frage ob der Mensch auch einen anderen Zugang zu den unzähligen Dingen gewinnen könnte positiv beantwortet. Die Dinge seien dann nicht mehr Waren sind sondern einfach nur Dinge. Dinge ohne Wert, aber eben wertvoll, fast so gut wie Selbstangefertigte, eben Geschenke der Gesellschaft.
Es soll dann nicht mehr um das Begehren gehen, sondern um Bedürfnisse. Diese herauszufinden soll möglich sein in einer freien Gesellschaft und so wäre durch die Zeit, für Muße und Selbstverwirklichung, die Voraussetzung des mündigen Umgangs mit der Flut der Materie geschaffen. Die Dinge würden nicht mehr den Menschen beherrschen, sondern eben andersrum, wir würden trotz des Überflusses Menschen bleiben.
Ein schöner Gedanke und vielleicht auch erstrebenswert, allein er erscheint mir als Utopie.
Ich glaube den Überfluss zu bändigen hieße den Menschen von dem zu erlösen was diesen Überfluss erst ermöglicht, der rationalen Ausbeutung seiner Umgebung, der Natur und der Menschen. Die Rationalität betrachtet ALLES als Instrument, nur als Möglichkeit das eigene Überleben zu sichern. Wir versuchen eine vermeintliche Sicherheit aufzubauen und beuten alles aus, damit wir ja auch „genug“ haben. Wir flüchten kopflos und voller Angst vor einem vermeintlich drohenden Mangel.
Die Rationalität hat ihre Berechtigung, muss aber in ihre Schranken gewissen werden.
Anstatt vor einer angeblichen Abhängigkeit zu flüchten, könnten wir auch vertrauen! Vertrauen darauf, dass uns von der Umgebung (der „Natur“, aber auch von den Menschen) gegeben wird was wir brauchen.
Vertrauen beinhaltet immer das Risiko enttäuscht zu werden, aber eine absolute Sicherheit gibt es nicht und das Streben danach erstickt zu viel Anderes. Ich glaube, dass wir mit dem Risiko leben könnten, dass wir gemeinsam fähig wären unsere Bedürfnisse zu decken ohne allzu weit über das Ziel hinaus zu schießen. Wenn Furcht vor dem Mangel herrscht kann es keine Unabhängigkeit geben, dafür braucht es Vertrauen. Dieses Vertrauen haben wir verloren, es im wahrsten Sinne des Wortes verbraucht. Aber dieses Vertrauen ist die Voraussetzung für eine Gesellschaft in der nicht JedeR gegen JedeN kämpft.
Zusammen anstatt gegeneinander zu leben ist die einzige Chance für ein menschenwürdiges Leben.
Aber um dorthin zu kommen müssen wir jetzt und hier unsere Bedürfnisse zurückerobern, sie wieder neu erschaffen.
Es ist sehr schwer das alleine zu tun und noch viel schwerer es als gemeinsame Aufgabe zu begreifen und zu organisieren. Aber wir müssen es versuchen. Vielleicht ist es der einzige Weg, denn der Einzelne entsteht aus dem Gemeinsamen!
Und um zu einer neuen Form des Subjektes zu kommen bedarf es wohl mehr Macht als der Einzelne hat. Es ist nicht leicht aber wir sollten uns darauf einlassen, gemeinsam versuchen uns zu verändern, gemeinsam zu arbeiten, zu erschaffen um nicht immer weiter nur gemeinsam -und vor allem uns gegenseitig –