Ich glaube die Menschen sind gut. Alle. Selbst die schlimmsten. Denn wir alle sind geboren als unschuldige Babys, die ohne den Wunsch geboren sind, jemanden zu verletzen. Doch seit dem Moment der Geburt sind wir der Welt ausgesetzt. Einer Welt, in der man jede Sekunde sterben kann. Durch eine Krankheit. Einen Unfall. Wir sind einer Welt ausgesetzt, in der wir schon als Kinder, die doch nie den Willen hatten jemanden zu verletzen, Menschen verletzen. Weil wir zu klein waren. Zu dumm. Wir haben jemanden ausgeschlossen, ohne es zu bemerken. Etwas nicht anerkannt, was für andere vielleicht wichtig war. Wir wurden von klein auf dieser Welt ausgesetzt. Der Welt, in der es Neid gibt. Neidisch waren wir schon auf Freunde, Geschwister, auf viele. Von klein auf. Wir mussten Entscheidungen treffen, in dieser Welt. Wir wurden einer Welt ausgesetzt, in der es Verlust gibt. Tod. Einer Welt, in der es Schmerz gibt. Schmerz wenn wir krank sind, wenn wir uns weh tun. Das macht uns angst. Jedes mal wenn wir schmerz gespurt haben, hatten wir nächstes mal angst davor. Wenn wir auf einen Baum geklettert sind und dann runter fielen und uns weh taten, dann hatten wir nächstes mal Angst vor der Höhe. Wenn wir etwas vor führten und andere dem keine Anerkennung schenkten und nur blöd guckten, hatten wir nächstes mal Angst uns zu zeigen. Wenn das kleine Geschwisterchen geboren wird und Mama auf einmal nur noch dort ist, haben wir Angst Jemanden zu verlieren und Angst, neues in unser Leben zu lassen. Diese Welt macht uns ängstlich, doch wir werden stärker und erwachsener. Wir kämpfen gegen diese Ängste, doch letztlich möchte niemand verletzt werden. Wir werden älter. Wir kämpfen. Wir fallen. Verletzen uns. Doch wir stehen auf. Machen weiter. Auch wenn wir diese Angst haben wieder zu fallen. Denn wenn wir es nicht riskieren, kommen wir nicht weiter. Schon als Kinder hatten wir Angst nochmal auf den Baum zu klettern, wenn wir beim ersten Mal hinfielen. Doch wir mussten die Angst überwinden und wieder rauf, um das klettern zu lernen. Wir stehen auf und machen weiter. Doch die Angst bleibt. Macht uns kalt. Denn eiskalt zu sein ist die einzige Möglichkeit, der Angst vor dem Schmerz zu entgehen. Um keinen Schmerz zu spüren, spüren wir nichts. Werden härter. Erwachsen. Und nur manchmal, wenn die Masken fallen, man die Angst überwindet und sich zeigt, merkt man, dass man nicht alleine ist. Dass es allen so geht. Alle haben Angst. Wollen keinen Schmerz. Die Menschen sind gut. Nur sind sie dumm und verletzlich.