Ich atme flach, gerade so viel dass man es kaum hört.
Draußen dunkel, längst nach Sonnenuntergang. In der Ferne hört man ein einzelnes Auto fahren. Dann Stille.
Ich ziehe einmal tief und spüre wie sich der Rauch in meiner Lunge verteilt.
Ein gutes Gefühl, ein klein wenig entspannend, jedoch nur für einen kurzen Moment. Hinterher fühle ich mich deswegen schlecht.
Ich denke wieder zu viel nach. Viel zu viel.
Es glimmt vor sich hin, die Wärme fühlt sich gut an.
Ich puste den Rauch wieder raus, langsam und sanft, sodass er im Raum schwebt.
Das Mondlicht bringt den Rauch besonders zur Geltung, so elegant und sanft.
Ich ziehe nochmal kräftig, halte einen Moment inne und gebe den Rauch langsam von mir.
Langsam ähnelt es einer weißen Wand.
Es wirkt fast so als würde ein Schatten hinter dem Rauch sitzen.
Ich puste einmal kräftig um zu sehen ob jemand da ist.
Der Rauch verschwindet und es ist eine leichte Shilouette zu erkennen. Ich kann es kaum fassen.
Ich reibe meine Augen und mache sie wieder auf.
Mein Verstand hat mir nur einen Streich gespielt.
So unwahrscheinlich, dass sie je wieder hier auftaucht und mit mir redet und doch habe ich es glauben wollen.
Ich hasse es. Ich hasse sie. Ich hasse mich.
Ich liebe sie. Ich liebte sie. Ich liebe sie immer noch.
Ich vermisse sie, ihre wunderschönen Haare, ihre Wärme, ihre Lippen, ihre Augen, ihre gottverdammten Augen.
Ihr Segen, mein Segen, meine Hölle.
Ihre Haare kamen im Licht immer besonders gut zur Geltung, so elegant und sanft.
Ihre Wärme fühlt sich so gut an.
Die Dunkelheit hat den Raum beinah komplett verschlungen, der Rauch zieht einen Schleier durch die Luft der immer weniger Licht durlässt.
Naja, ich denke zu viel über sie nach.
Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, aber ich sitze hier erst seit 5 Minuten. Es ist wieder einer dieser Nächte in denen ich nicht schlafen kann.
Wie oft habe ich überlegte zu ihr zu fahren. Sie wieder anzusprechen.
Wie oft bin ich losgefahren und habe immer wieder abgebrochen.
Einmal stand ich vor ihrer Haustür, aber der letzte Schritt war zu schwer. Meine Beine fühlen sich wie aus Beton an. Starr und schwer.
Jedes Mal denke ich mir, ich würde es bereuen wenn ich zu ihr reingehe. Zuhause fühlen sich meine Beine wie Pudding an. Kaum in der Lage zu stehen.
Und jedes Mal bereue ich es nicht den letzten Schritt gemacht zu haben.
Ich ziehe wieder, ein kurzes Glücksgefühl. Immerhin kann das nicht abstumpfen, hoffe ich mal.
Meine Augen werden träge, aber schlafen kann ich immer noch nicht.
Der Rauch umhüllt mich weiter und meine Gedanken driften weiter.