Der Besenstiel
„Ich erkenne Parallelen zur Schuh-Geschichte… Schuhe kann man leider nur paarweise kaufen, aber mit anderen Gegenständen verhält es zum Glück anders. Und hier durfte auch mal ein außenstehender Zeuge unserer Erlebnisse sein. “
Im Haushalt der Eltern hat ein alter Besen sein Soll erfüllt. Die Borsten waren ausgefranst und der Besen hat sie bei Benutzung überall im Hof hinterlassen.
Meine Mutter hat sich für einen neuen Besen eingesetzt.
„Ach Quatsch, den schraube ich auseinander. Der Stiel ist doch noch gut, da hole ich dann mal im Baumarkt einen neuen Borstenaufsatz.“
Da spricht erstmal nichts dagegen.
Hinderlich an dem Vorhaben war allerdings, dass wir uns mitten im Lockdown befunden haben und die Baumärkte für Privatkunden geschlossen hatten.
Die Zeit verging, und als die Baumärkte ein paar Wochen später wieder geöffnet hatten, hat mein Vater dort einen neuen Borstenaufsatz gekauft, wie geplant.
Nicht geplant hat er, dass er zwischenzeitlich nicht mehr wusste, wo denn der Besenstiel war. In der Garage war er nicht, im Keller auch nicht… Meine Mutter musste ihn verräumt haben.
Angesprochen auf seinen Verdacht hat meine Mutter alles abgestritten – sie hätte den Besen und die Einzelteile seit dem Gespräch über die Neuanschaffung nicht mehr gesehen. Immerhin hat er den Besen zerlegt, nicht sie.
Der Besenstiel war jedenfalls nicht auffindbar. Schweren Herzens hat mein Vater daraufhin nochmal einen neuen Stiel gekauft – sonst hätte er mit dem Aufsatz ja nichts anfangen können. Daraufhin folgten ein paar ruhige Wochen.
Eines Tages wurde meine Mutter von einer Freundin besucht. Wie bereits erwähnt qualmt meine Mutter wie ein Schlot – aber ihre Freundin ist da nochmal schlimmer. Drum treffen sich die Damen zum Plaudern in der Räucherkammer – ähh, Pergola.
Mein Vater kommt nach seiner Radtour dazu. Natürlich hält er sich strikt an die Corona-Maßnahmen und besucht nicht heimlich sein Lieblingslokal (später mehr dazu). Dementsprechend ist er auch nicht angetrunken.
Sie unterhalten sich über dies und das… Plötzlich starrt er die Freundin meiner Mutter ganz eindringlich an und ruft „Da isser ja!“. Die Freundin, die auch noch absolut nüchtern war, war etwas irritiert: „Hä? Wer? Wo?“. Auch meine Mutter konnte sich keinen Reim darauf machen. „Was ist los?“
„Na da isser doch! Da!“ und zeigt neben die Freundin meiner Mutter, die an der Kante der Eckbank saß. Daneben lehnte der verloren geglaubte Besenstiel.
Das Problem ist nur…jetzt haben wir einen kompletten Besen, und wieder einen, bei dem der Aufsatz fehlt…Geht das ganze jetzt wieder von vorne los??












