Tag 1311 / Gedicht am Morgen, Merksätze am Abend
Wenn du mich fragst Weißt du, was du willst? Dann sag ich nein. Wenn du mich fragst Weißt du, was du fühlst? Sag ich, es schwankt. Wenn du mich fragst Weißt du, wer du bist? Dann kann ich antworten Ich bin dabei, es herauszufinden.
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Kochen und Kino ist mir zu nah, zu lang. Ich kann das (noch) nicht (wieder). Doch ich kann ihm meine Festnetznummer geben. Und das ist schon viel mehr als im Mai. Aber er ruft nicht an. Wahrscheinlich war das eine zurückstoßende Aussage. Wahrscheinlich wollten wir damals eine Beziehung auf eine unterschiedliche Art. Und ob jetzt eine gleiche, gemeinsame Art möglich ist? Oder ob es mich erneut daran hindert, den Bezug zu mir selbst aufzubauen, aufrechtzuerhalten?
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Im Bus trinken zwei Männer in meiner Nähe Bier. Einer schräg hinter, einer schräg vor mir. Nach Dutzenden von Tagen das Aromaöl mal wieder rausgeholt. ("Das ist jetzt Ihr Duft", Tag 598 / Shake the Disease) Beim Anblick des zweiten Mannes versucht, mir zu sagen: Sie sind bedauernswert, ich darf sie nicht verurteilen. Sie können nicht anders. Ich konnte bis vor 43 Monaten auch nicht anders.
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Auch seelische Wunden brauchen Zeit, um zu heilen. Der Verlust meiner Katze hat eine sehr große, sehr tiefe Wunde verursacht.
Nicht jeden Kontakt so nah an sich ranlassen durch die Enthüllung der Diagnose. Der das sagte, hat den gestrigen Tag fast genau so beschissen erlebt wie ich: Schönes Wetter, einen tollen Ausflug machen wollen, umgekehrt, umdisponiert, zu H&M, was gekauft, gedacht, es hilft, dann doch drüber geärgert.
Mein Zwang, alles gute Gehörte aufschreiben, festhalten zu wollen, ist wieder sehr groß, sehr drängend, zwanghaft eben. Oder es ist das Wissen um die heilende Wirkung des Schreibens, das Verfestigen der trockenen Inhalte.
"Ich kann hier immer herkommen." Was für ein lebenswichtiger Satz!!! Dreimal unterstreichen! Eintätowieren! ICH KANN HIER IMMER HERKOMMEN UND ÜBER ALLES SPRECHEN
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Worauf warte ich, die zu sein, die ich sein will? Oder bin ich die schon, ohne es zu begreifen? "All you have is your fire" singt Hozier. Mein inneres Feuer. Leben mit angezogener Handbremse, mit Misstrauen, Angst, Vorsicht.
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Vati hat angerufen als Reaktion auf meine selbstgebastelte Trauerkarte. "Wie es sich anfühlt, wenn die Katze nicht mehr da ist, weiß man erst, wenn die Katze nicht mehr da ist", erkläre ich ihm. Und mehrmals heulen muss ich beim Reden und als ich ganz laut schluchze - ... er würde mich gerne jetzt in den Arm nehmen. Das sagt mein Vater!!!! Und das ist mehr, so viel mehr als von 50 AAs real in dem Arm genommen zu werden.











