Einer dieser warmen Abende, oh wie du sie liebst. Die Sonne steht schon tief, so tief am Himmel, dass du sie nicht mehr siehst. Du ziehst und ziehst an deiner Kippe, für einen kurzen Augenblick bleibt sie kleben, an deiner Lippe. Du verziehst dein Gesicht und guckst angewidert auf das Scheißding nieder. “Die will uns nur töten.”, sagst du, als du sie mir reichst. Ich lächle ein kleines bisschen und greife nach ihr:”Wirst du mich töten?”, frage ich sie und sie schweigt. Wie wir. Zug um Zug um Zug wird die Stille immer lauter, weil die Nacht schon langsam ruft. Du deutest gen Himmel, der Kampf von Licht und Dunkel tobt. “Ich hatte immer Angst im Dunkeln”, beginne ich, schwelgend in Gedanken. “Warum?”, frägst du und guckst verwirrt, ein bisschen wie ein kleines Kind, für das die Welt zusammenbricht, weil es lernt zu begreifen, was es nicht begreifen will. Ich senke meine Augen und nehme einen tiefen Zug, muss denken mit einem Tränchen in den Augen, denn du, du bist genug. Genug mir die Angst zu nehmen, so leicht dir zu erzählen, so leicht dabei zu sein. “Allein sein überkommt einen zumeist in der Nacht, also mich zumindest und ich hab so oft gedacht, wenn das so weiter geht, dann ist es bald vorbei, denn wer einsam ist, der wird schnell krank, im Kopf im Herzen ganz klein. Und immer wenn ich schlief, hat sich ein kalter Schleier über meinen Körper gelegt und oft lies er nicht mehr los, nicht einmal am Tag. Freundlichkeit ging verloren, Spaß und Glück, waren wie Fremdwörter, nur zu finden im Duden. Und hab ich sie gefunden in dem dicken Buch, hab ich’s nie verstanden, konnte nicht verstehen was da steht.” Mittlerweile, deine Augen geschlossen, gebannt hörst du mir zu, du merkst ich werde nichts mehr sagen und wissend nickst du mir zu:” Heute lege ich mich über dich.”, das Schnippen deiner Kippe unterstreicht nur deine Worte, dann greift die Hand, gerade noch umhüllt von kaltem Rauch, nach meiner, ich muss dich einfach ansehen. “Du bist nicht kalt.”, sag ich, von deiner Wärme umspült. Grillen zirpen. Blicke austauschen, freudige Erwartung. Dein Körper, dein Geist, sie geben mir die beste Definition von Glück, vergessen all die Worte, die ich nicht verstehe. Denn kein Wort der Welt hat die Macht und die Ruhe zu beschreiben was du tust, wenn du einfach nichts tust. Mit meinen Fingerkuppen fahre ich durch dein Gesicht, möchte jedes Härchen greifen, doch zu kurz, es geht nicht. “Die Abendluft riecht so besonders, so gut als wär’s ein Traum, mit dir zu sitzen. Hoffentlich ist es das nicht.”, du flüsterst so leise, als hättest du Angst etwas zu zerstören, die Spannung, oder die Luft oder unseren Traum. Und plötzlich küsst du mich, als müsstest du’s beweisen.