Bertelsmann lässt die Geschichte des „Stern“ erforschen. Gleichzeitig ist eine neue Kontroverse um die Hitler-Tagebücher entbrannt. Wurde ih
seen from United States
seen from United States
seen from China

seen from United States

seen from Australia
seen from United States

seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from China

seen from United States
seen from United States
seen from Singapore
seen from Türkiye
seen from United States
Bertelsmann lässt die Geschichte des „Stern“ erforschen. Gleichzeitig ist eine neue Kontroverse um die Hitler-Tagebücher entbrannt. Wurde ih
Der Meistermaler - Von Albert Oehlen und dem Nachklingen des Expressionismus
Der Meistermaler – Von Albert Oehlen und dem Nachklingen des Expressionismus
Von Daniel Thalheim
Er studierte bei Sigmar Polke und Claus Böhmler, sorgte 1978 für einen kleinen Skandal und gestaltete für den Kölner Taschen Verlag einen Fliesenboden. Der zu den „neuen Wilden“ zugerechnete Künstler gilt als Protagonist des Neo-Expressionismus. Sein multimediales Werk erhält nun eine umfangreiche Würdigung – vom Taschen Verlag selbst.
Das Spike Art Magazinschreibt zu ihm, er…
View On WordPress
Böll und die Erinnerung an die lokale Welt der rheinischen Nachkriegszeit
Der Böll-Abend beim Bundespräsidenten offenbart womöglich den Schlüssel zur Frage, weshalb der Autor aus den Schulbüchern und Deutschstunden weitgehend verschwunden ist.
Es war ein Heimatabend. Der Bundespräsident hatte eingeladen, im Berliner Schloss Bellevue den einhundertsten Geburtstag des Schriftstellers Heinrich Böll zu begehen, und alles drehte sich um den Rhein und das Rheinland. Um seine Leute, Waschküchen, Auen und Nebel, den Weinrhein bis Bonn und den Schnapsrhein ab Köln, die Insassen der damaligen Funkhäuser, wo einer Schweigen auf Tonbändern sammelte und ein anderer statt „Gott“ lieber „jenes höhere Wesen, das wir alle verehren“ sagte. Der rheinisch-katholische Antikapitalismus wurde angesprochen, die Barmherzigkeit und dass es außer Religion und Liebe keine anderen interessanten Themen für den Schriftsteller gab, dass er sich vorzugsweise die happy few mit Rolex-Uhren am Arm nicht als Personal von Dostojewskijs oder von anderen Romanen vorstellen konnte.
Es war die Erinnerung an eine untergegangene Welt lokaler Nachkriegszeit, deren Beschreibung dennoch mit einem Nobelpreis ausgezeichnet worden war. Seltsam allerdings auch hier, in den Lesungen wie in den Kommentaren: nur selten einmal ein Wort über die Romane, die Erzählweise des Autors, seine – er mag das Wort nicht gemocht haben – Ästhetik. Als bestünden seine Romane aus Figuren und nicht aus Sätzen, als bestünde sein Werk aus guten Gesinnungen und demonstrativen Taten, nicht aus Erzählungen. Womöglich liegt hier ein Schlüssel zur Frage, weshalb es aus den Schulbüchern und Deutschstunden, in denen es zwei, drei Jahrzehnte lang maßgeblich war, weitgehend verschwunden ist; weshalb Böll eine Erinnerung mehr als eine Gegenwart ist. Es wurde in Berlin die Zeitgenossenschaft aufgerufen, in der sich Böll mit seiner Grundhaltung zu älteren katholischen Intellektuellen wie George Bernanos, Gilbert Chesterton und Léon Bloy fühlte. Doch was für ein Abstand! Wie dynamisch, polemisch, ungezügelt und paradox formulierten diese Autoren, wie witzig und aggressiv traten sie der Moderne, dem freudlosen Konsum und dem unnützen Utilitarismus entgegen. Dass der friedfertige Böll unter ihnen ausgerechnet Léon Bloy am meisten schätzte, den hasserfüllten französischen Pamphletisten, der sich geistig von Hunger und Wut ernährte, wirkt nachträglich wie ein Lesefehler.
Verliert sich am Rhein in der Gegend von Düren alles Extreme in beruhigten Seitenarmen? Mangelte es der deutschen Literatur in der Epoche Bölls an Wasserfällen, trunkenen Schiffen, maritimen Perspektiven auf weitere Fahrten? War diese Epoche im Schatten anderer Extreme auch ästhetisch und gedanklich nicht gewillt, viel zu riskieren? Im Schloss Bellevue ging die meiste Kraft von Fotografien aus jener Epoche aus, die den Abend begleiteten. Das vorherrschende Gefühl war das der Rührung – ästhetisch eines der unergiebigsten, menschlich eines der wichtigsten.
Die Westbindung der jungen Bundesrepublik, so zukunftsweisend sie war, hat den Holocaust aus dem topographischen Bewusstsein getilgt. Der eigentliche Völkermord an den Juden fand dort statt, wo man nicht hinblickte, wenn man im Westen Deutschlands geboren und aufgewachsen war: im Osten, in Belzec, Sobibor und Treblinka, in Auschwitz-Birkenau, Majdanek und Chelmno, in Maly Trostenez, Bronnaja Gora, Babi Jar und an vielen anderen Orten. Gewiss lernt man als junger Deutscher die Zahlen. Aber es ist noch einmal etwas anderes, wenn man auf Schritt und Tritt den Geistern der Ermordeten begegnet. Würde man in Wilna Stolpersteine in den Asphalt einlassen oder in Minsk, Lemberg, Odessa, Brest, Riga, dann wären nicht einzelne Flecken, sondern halbe Städte aus Gold – golden wie das himmlische Jerusalem.
Der letzte Ästhet
Was will ein Intellektueller? Karl Heinz Bohrer spricht über die Einsamkeit, das Duzen und den männlichen Heldenmut, über Ulrike Meinhof, Jürgen Habermas und Rita Hayworth.
Was will ein Intellektueller? Karl Heinz Bohrer spricht über die Einsamkeit, das Duzen und den männlichen Heldenmut, über Ulrike Meinhof, Jürgen Habermas und Rita Hayworth. Von Mara Delius