👉 Überraschungs‑Tipp
seen from Brazil
seen from United States

seen from Indonesia

seen from Germany
seen from Malaysia
seen from United Kingdom
seen from United Kingdom

seen from United States

seen from Austria
seen from Netherlands

seen from United States

seen from United States
seen from United States

seen from T1
seen from United States
seen from United States

seen from China
seen from China

seen from Australia
seen from Türkiye
👉 Überraschungs‑Tipp
👉 Überraschungs‑Tipp
eine dunkle (logisch beim untertitel schreiben in dunkler zeit), etwas verwirrende, fast unheimliche gestaltung für den umschlag von black paper von teju cole hat sich zero-media.net da ausgedacht. und trotz allem passt diese gestaltung komischerweise zu diesem buch voll ausgezeichneter essays - ich bin mir immer noch nicht sicher warum...
black paper
schreiben in dunkler zeit
essays von teju cole
erschienen 2023
bei claassen
isbn: 978-3-546-10064-9
(von tobias bruns)
die menschheit steht heute vor riesigen herausforderungen, teilweise herausforderungen, die die eigene existenz betreffen... klimawandel, kriege, um sich greifende unmenschlichkeit und rassismus - da fällt es schwer positiv oder optimistisch in die zukunft zu schauen, denn es sind dunkle zeiten, wenn man auf die weltbühne schaut. teju cole legt hier 26 exzellente essays vor und er startet mit einem essay namens "wie caravaggio", caravaggio, einen künstler, den er seit seiner kindheit in lagos bewundert und dem er in diesem essay hinterherreist - caravaggio, diesem künstler der extreme und des leidens, einem künstler der dunkle zeiten durchlebte, gefeiert und gejagt wurde. in seinen essays ist kunst allgegenwärtig, kunst aller kontinente - von kupferbronzen aus dem afrika des 12. jahrhunderts über europas carravaggio bis hin zu einer arbeit von kerry james marshall aus dem jahr 2018.
der afrikanische kontinent ist ein wichtiges thema in den essays von cole. wie oft reden menschen von afrikanern? gerade so, als wäre der kontinent ein land. von afrikanisch, als gäbe es auf diesem riesigen kontinent nur eine einzige sprache und kultur...? es trifft immer nur diesen einen kontinenten... und so erzählt cole in einem persönlichen essay von seiner erfahrung, die diese ignoranz in ihrer macht unterstreicht. "vor fast dreißig jahren begann ich, mich in einen afrikaner zu verwandeln. damals verließ ich nigeria und siedelte in die vereinigten staaten über. ich war zwar im sommer 1975 in den usa zur welt gekommen, aber noch im herbst nach nigeria gebracht worden (...) aber afrikaner? ich sah das nicht so. ich sah mich als lagosian, yoruba-sprecher, bürger nigerias. afrikaner waren die anderen. (...) die usa wurden zur kontrastfolie für mein verborgenes afrikanischsein. (...) von lagos hatte noch nie jemand gehört. ich war afrikaner. (...) mir war das neu (...). ich schloss mich anderen in ähnlich misslicher lage an und begann, afrikanisch zu lernen." (s.173) eine konstruktion, die die westliche gesellschaft sich aufgebaut hat, was afrika und menschen betrifft, die wurzeln in afrika haben.
kunst in all seinen ausprägungen und arten hilft, wenn man von dunkelheit umzingelt ist - es wird in diesem essayband deutlich. coles essays sind nicht einfach nur brillant geschrieben, sie nehmen mit, holen ab, wecken auf, regen zum nachdenken, regen zum umdenken an, offenbaren an sich offensichtliche absurditäten, die man ungern sehen will. tiefschürfend und dabei muss man oft nur an der oberfläche kratzen. übersehen ist eben einfach, aber nicht für teju cole. black paper lesen? einfach nur ein großes "ja"!
der vorweiner
roman von bov bjerg
erschienen 2023
bei claassen
isbn: 978-3-546-10038-0
(von tobias bruns)
man befindet sich irgendwann am ende des 21. jaherhunderts in resteuropa, dass noch existiert in einer kaputten welt, weil man eine riesige betonfläche aufgebaut hat über der dann die städte wie neu-hamburg wieder aufgebaut werden. man findet sich in einer gesellschaft wieder, in der die trauer ausgelagert wird, ausgelagert an speziell dafür angestellte trauernde, sogenannte "vorweiner". die besten vorweiner kommen aus dem golf von guinea, aber die kann anna sich nicht leisten. dennoch glaubt sie, es sei an der zeit sich einen vorweiner einzustellen, denn wer sollte um sie weinen, wenn ihr moment gekommen ist? also stellt sie einen (günstigeren und leichter zu bekommmenden) holländischen vorweiner ein, Jan, der sie von nun an durch eine surreal anmutende, ungezügelte geschichte begleitet.
eine absolut verrückte dystopie über die welt am ende des 21. jahrhunderts. dazu ein großer lesespaß. welch idee, das trauern, das weinen "auszulagern" und einen persönlichen angestellten zu haben, der das trauern um einen selbst nach dem eigenen tod übernimmt - zum einen, damit man sicher sein kann, dass tatsächlich jemand trauert, zum anderen, weil die "resteuropäer" dazu nicht einfach mehr in der lage sind, oder so schlecht darin, dass niemand ihnen ihre trauer abnehmen würde und sich dadurch selbst lächerlich machen würden... es ist nicht ganz klar, wo die grenzen "resteuropas" liegen, doch holland gehört offenbar nicht dazu, denn auch holländer arbeiten als vorweiner, auch wenn sie als solche nicht sonderlich begehrt sind, dafür sind sie aber günstiger als andere - vorweiner sind immer immigranten, die ein besseres leben in resteuropa suchen, in einer welt, die extrem heruntergekommen ist von kriegen, klimakatastrophen und allem was uns sonst in diesen frühen jahren des 21. jahrhunderts schon begleitet - man könnte meinen bov bjerg spinnt unsere wohlstandsgesellschaft einfach weiter, die abstumpft in ihren gefühlen ob all der grausamen nachrichten mit denen man täglich überschüttet wird, die jedoch alle aus weit entfernten gegenden kommen und einen eben deshalb nicht direkt betreffen. so kommen vorweiner eben aus ländern, aus denen in unserer heutigen zeit immer wieder schlechte nachrichten kommen - aus osteuropa, aus dem golf von guinea (westafrika), aus holland vermutlich, da der steigende meeresspiegel das land früher oder später für sich einnehmen wird... es ist nicht nur eine sehr gut gelungene dystopie, die den spaß and der lektüre befeuert, es ist auch der erfrischend andere erzählstil, den bov bjerg hier über den leser ergiesst. und dafür einfach mal reinstürzen ins leseabenteuer "der vorweiner".
Dorien Melis (1938-2021)
View On WordPress
“Lost at Sea” by Jeff Claassen, ~2010s(?)
Kagey Art Thoughts 44:
Jeff Claassen is a modern artist I’ve only recently encountered works from, and, as you might guess, his stuff is as weird as I usually like. I feel like his art sort of skirts the boundary between unnerving and fascinating, or maybe it is both things, you decide.
Given the title, it seems clear to me that this is an illustration of a couple at sea. Specifically, it looks like a man and woman poking their heads out of the water, which is represented by black. There’s also a fish near them with some radical-looking dorsal fin(s). One thing I find particularly interesting is the way that the humans and fish are all coming out of the water in the same way artistically--that is, it looks like they have emerged from water that has a tar-like consistency, if that makes sense. They also have very interesting expressions, as if they’re equally smug despite the fact that the humans’ predicament is possibly dire while the fish should be right at home.
Aside from the somewhat abstracted style, the colors also give the art a surreal feeling. I could imagine an animated scene with these colors, where nothing is colored as you would expect and everyone moves in a very wiggly or wavy way.
Nam Le – Im Boot
Der in Viet Nam geborene amerikanische Autor Nam Le hat eine ebenso bewegte Vergangenheit, wie die Protagonisten seiner Geschichten.
Nam Le – Im Boot was originally published on Was ist los?