Agnes: Nach dem Tag Venedigflucht hat uns doch die touristische Ehre gepackt. Beim dritten Venedigbesuch kommen wir um den Dogenpalast nicht mehr herum. Frühstück gleich um 8, deutsche Funktionswäscheträger unter sich. Anstehzeit: 0 Minuten. Seufzen in der Seufzerbrücke: Check! Der Grund für die recht breite Basis bei venezianischen Entscheidungen (1200 Adlige in der Generalversammlung) könnte im November gewesen sein, dass man ohne menschliche Abwärme den Palast nicht warm kriegt. Viel schöner aber hauste Bürokratie vermutlich nirgends.
Georg: Die Adelsrepublik Venedig hatte es wohl reichlich nötig, den Herrscherhäusern der restlichen Welt auch in Sachen Prunkentfaltung zu zeigen, dass man mit strikter Ämterkontrolle sogar noch mehr als die Anderen raus holen kann. Der gegenseitigen Ämterkontrolle bis hoch zum Dogen dienten die vielen prächtigen Kammern und Sääle der einzelnen Räte, Ausschüsse und Zuständigkeiten inklusive dem riesigen großen Rat, in dem 1200 bis 1500 Adlige einen festen Sitz hatten. Der arme Tintoretto und etliche andere berühmte Maler mussten ganz schön schuften um Decken & Wände zu gestalten, u.a. mit dem größten Wandbild der Welt über dem Dogenthron. Ebenfalls der Kontrolle dienten großmäulige Fratzen an den Außenwänden der Büros in die man Anzeigen & Denunziationen anonym einwerfen konnte, sowie, selbstverständlich, das angrenzende Gefängnis. Selbiges war über die Seufzerbrücke mit dem Palast verbunden, aus der Agnes hier korrekt seufzend raus guckt.















