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Gebote aber haben leider stets eine fatale Wirkung auf mich gehabt, mochten sie noch so richtig und noch so gut gemeint sein...Ich brauchte nur das 'Du sollst' zu hören, so wendete sich alles in mir um, und ich wurde verstockt.
Hermann Hesse: “Eigensinn”, S.24
98
Vaterunser
oder Unterbrich mich nicht ! Ich bete !
Betende : ,, Vater unser, der Du bist
im Himmel …“
Alpha : ,, Ja?“
Betende : ,, Unterbrich mich nicht! Ich bete!“
Alpha : ,, Aber du hast mich doch angesprochen!“
Betende : ,, ... Äh ... nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben so ... Geheiligt werde Dein Name ...“
Alpha : ,, Meinst du das ernst?“
Betende : ,, Was soll ich ernst meinen?“
Alpha : ,, Ob du meinen Namen wirklich heiligen willst. Was bedeutet denn das?“
Betende : ,, ... ich weiß nicht.“
Alpha : ,, Dass ich dir einzigartig wichtig bin ...“
Betende : ,, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden.“
Alpha : ,, Tust du das wirklich?“
Betende : ,, Dazu beitragen, dass Dein Wille geschieht? Natürlich! Ich gehe regelmäßig zum Gottesdienst, zahle Kirchensteuer.“
Alpha : ,, Ich will mehr : Dass dein Leben in Ordnung kommt. Alles, was du anderen Geschöpfen tust, tust du dann für mich.“
Betende : ,, Was hältst Du das ausgerechnet mir vor? Was meinst Du wie viel stinkreiche Heuchler ... !“
Alpha : ,, Entschuldige, ich dachte, du betest wirklich darum ... Erst, wenn du dasselbe willst wie ich, kannst du ein Botschafter meines Reiches sein.“
Betende : ,, ... Unser tägliches Brot gib uns heute...“
Alpha : ,, ... Deine Bitte beinhaltet die Verpflichtung, etwas dafür zu tun, dass die Millionen Hungernden dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen.“
Betende : ,, Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern ...“
Alpha : ,, Und dein Arbeitskollege? Ganz sicher verlierst du ein Stück Image. Aber es wird dir Frieden ins Herz bringen.“
Betende : ,, Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen ... Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“
97
Das Vater Unser - einmal Anders
,, Vater unser im Himmel -“
,, Ja?
“,, Hab ich da grad 'ne Stimme gehört?“
,, Ja.“
,, Schon wieder … Unterbrich mich jetzt nicht ... ich bete.“
,, Aber - du hast mich doch grad angesprochen! Du hast gesagt : 'Vater unser im Himmel.' Nun, hier bin ich!”
,, Oh!”
,, Du klingst überrascht.“
,, Mit Dir hab ich nicht gerechnet …“
,, Du rechnest also nicht damit, dass ich dir zuhöre, wenn du betest?“
,, Doch ... schon ... aber nicht damit, dass Du mir antwortest! Ich hab doch nur mein Gebet gesprochen! Geheiligt werde Dein Name -“
,, Moment mal - Was meinst du damit?"
,, Womit?“,, Mit 'Geheiligt werde Dein Name'?“
,, … ich weiß nicht, was es bedeutet.“
,, Dass dir mein Name wertvoll ist.“
,, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.”
,, Meinst du das wirklich?“
,, Klar, wieso nicht?“
,, Und was tust du dafür?“
,, Nichts. Ich mein, es wär schon klasse, über alles hier auf Erden die Kontrolle zu haben, so wie du sie da oben hast.“
,, Also - was tust du dafür?"
,, Nun ... ich ... ich geh zur Kirche …“
,, Was ist mit … ?“
,, Nun mach aber mal 'nen Punkt …“
,, Entschuldigung ... ich dachte, du betest darum, dass mein Wille geschehe. Wenn das wirklich passieren soll, dann fängt es bei demjenigen an, der darum bittet. Bei dir zum Beispiel …“
,, … Ich hab da wohl tatsächlich einige Schwächen … Ich würd wirklich gern von ihnen befreit sein …“
,, Lass uns zusammen daran arbeiten, du und ich.”
,, Unser tägliches Brot gib uns heute …“
,, Damit solltest du dich etwas zurückhalten. Du hast Übergewicht … Gebet ist nicht ganz ungefährlich - du könntest bekommen, worum du bittest!“
… Stille …
,, Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“
,, Was ist mit … ?”
,, Ich hab mir geschworen, es ihr
heimzuzahlen … !“
,, Aber - dein Gebet? Was ist mit deinem Gebet?“
,, Ich ... ich hab's nicht so gemeint …“
,, du wirst dich nicht besser fühlen. Es wird dir dann sogar noch schlechter gehen. Schau, wie unglücklich du doch bist! Ich kann das ändern!“
,, Wie denn?“
,, Vergib! Dann werde ich DIR vergeben und der Hass und die Sünde sind dann nicht mehr DEIN Problem, sondern ihres. Was dich angeht, so ist das Ganze dann für dich erledigt.“
,, … ( langer Seufzer ). Okay, okay, ich vergebe ihr. - Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“
,, Gut! Achte du nur darauf, dass du dich nicht wieder dahin begibst, wo du in Versuchung gerätst!“
,, Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“
93
Ryokan
Ryokan führte das allereinfachste Leben in einer kleinen Hütte am Fuße eines Berges. Eines Abends kam er nach Hause und ertappte einen Dieb. ,, Du bist wohl einen langen Weg gegangen, um mich zu besuchen und du sollst nicht mit leeren Händen weggehen. Bitte nimm meine Kleider als Geschenk.“
Der Dieb akzeptierte sie und machte sich davon.
Ryokan saß da und betrachtete den Nachthimmel. ,, Armer Kerl, ich wollte, ich könnte ihm diesen wunderschönen Mond geben.“
72
Weiter !
Ein Kerl, der sah, dass ein Anderer hungrig war, bestand darauf, sien zu einem großen Mittagessen einzuladen, und als sier ihm dankte, sagte er einfach : ,, Gib es weiter!“ Revanchiere dich für ein Geschenk , indem du irgendjemand anderem ein ordentliches Stück davon zukommen lässt !
42
Das Erste Gebot
Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.
Das Zweite Gebot
Wir sollen bei Seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen.
Das Dritte Gebot
Wir sollen Sein Wort gerne hören und lernen.
Das Vierte Gebot
Wir sollen unseren Eltern gehorchen.
Das Fünfte Gebot
Wir sollen unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.
Das Sechste Gebot
Wir sollen keusch und zuchtvoll leben in Worten und Werken.
Das Siebente Gebot
Wir sollen unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen.
Das Achte Gebot
Wir sollen unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben.
Das Neunte Gebot
Wir sollen nicht begehren unsers Nächsten Haus.
Das Zehnte Gebot
Wir sollen unserm Nächsten nicht seine Frau, Gehilfen oder Vieh ausspannen, abwerben oder abspenstig machen.
Was sagt nun Adonai zu diesen Geboten allen?
Er droht zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn. Er verheißt aber alles Gute allen, die diese Gebote halten.
40
B. Dtn 5,1.4.6 - 21 ZB
Die Zehn Gebote
1 Und Mose rief ganz Israel zusammen und sprach zu ihnen : 4 Von Angesicht zu Angesicht hat Adonai aus dem Feuer mit euch gesprochen auf dem Berg. 6 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus einem Sklavenhaus. 7 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 8 Du sollst dir kein Gottesbild machen, keinerlei Abbild von etwas, was oben im Himmel, was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. 9 Du sollst dich nicht niederwerfen vor ihnen und ihnen nicht dienen, denn ich bin eifersüchtig und suche die Schuld der Vorfahren heim an den Nachkommen, 10 erweise aber Gnade denen, die mich lieben und meine Gebote halten. 11 Du sollst den Namen des Schöpfers nicht missbrauchen. 12 Halte den Sabbattag, und halte ihn heilig. 13 Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun; 14 am siebten aber darfst du keinerlei Arbeit tun, weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter oder dein Knecht oder deine Magd oder dein Rind oder dein Esel oder all dein Vieh oder der Fremde bei dir in deinen Toren. 15 Und denke daran, dass du Sklave gewesen bist im Land Ägypten und dass der Schöpfer dich von dort herausgeführt hat mit starker Hand und ausgestrecktem Arm. 16 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst und es dir gut geht auf dem Boden, den der Schöpfer dir gibt. 17 Du sollst nicht töten. 18 Und du sollst nicht ehebrechen. 19 Und du sollst nicht stehlen. 20 Und du sollst nicht als falscher Zeuge aussagen gegen deinen Nächsten. 21 Und du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren und sollst nicht verlangen nach dem Haus deines Nächsten, nach seinem Acker oder seinem Knecht oder seiner Magd, nach seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.