Sehen / Hören / Schmecken
In meinem Haushalt fing es vor einiger Zeit eigentlich mit Google Chromecast an. Dieses Stückchen Hardware wird in den HDMI-Eingang des Fernsehgerätes gesteckt und verbindet sich mit dem örtlichen WLAN und wird über ein Smartphone gesteuert. Somit kann man Inhalte aus dem Internet, aber auch aus dem Intranet darauf abspielen. Im Zuge dessen bin ich auf den Geschmack gekommen und wollte meine Medien auf einen Home-Media-Server ablegen, um diese nicht nur über Chromecast auf dem Fernsehgerät anschauen zu können, sondern auch um auf dem Smartphone Musik zu hören und diese nicht redundant vorhalten zu müssen.
Also habe ich mir beim örtlichen Saturn einen Home-Media-Server von WesternDigital angeschafft. Dieser steht nun in der Nähe des Routers und ist im Endeffekt so groß wie zwei Taschenbücher. Er ist mit dem Router über LAN-Kabel verbunden, steht aber zugleich im WLAN zur Verfügung. Am PC kann ich über eine Netzlaufwerk-Verbindung auf ihn zugreifen. Alle mobilen Geräte haben einen Zugriff über eine App des Herstellers, der auf jeden Gerät einzeln freigeschaltet werden muss.
Ich habe also peu a peu alle vorhandenen DVDs und CDs digitalisiert, was in Form einer Sicherungskopie ja sogar legal ist. Auch habe ich die Sammlung meiner Digitalbilder darauf abgelegt – endlich wieder Platz auf der Festplatte!
So habe ich die Möglichkeit, im Bett auf dem Smartphone einen Film zu schauen oder meine Musik zu hören.
Mit der oben genannten App ist es sogar möglich, von ausserhalb des WLAN auf die Daten zuzugreifen – der Home-Media-Server stellt meine persönliche Cloud dar und ist im Internet. Was natürlich zur Folge hat, dass WesternDigital wahrscheinlich sehr genau über den Inhalt meiner Festplatten Bescheid weiss. Das ist wohl der Preis in der heutigen Zeit, oder? Es ist auch möglich, von unterwegs Daten auf den lokalen Server zu schieben.
Aber im Lauf der Zeit hat sich noch eine andere Nutzung herauskristallisiert. Wenn ich in irgendwelchen Blogs oder anderen Sammlungen ein interessantes Rezept finde, dann speichere ich es auf meinem kleinen Server als TXT-Datei ab. Dateiname ist der Rezeptname und der Inhalt ist nach meinen liebsten Rezeptlesegewohnheiten editiert. In der Küche hängt das uralte Tablet als Kochbuchersatz fest an der Wand.
Wenn ich dann im Supermarkt stehe, kann ich die Zutatenliste direkt abfragen. Also auch, wenn ich spontan Lust auf ein länger nicht gekochtes Rezept habe. Inzwischen bin ich sogar dazu übergegangen, meine Lieblingsrezepte aus Kochbüchern abzutippen.
Wahrscheinlich könnte ich mir auch ein eigenes CSM stricken und die Rezepte in eine kleine Datenbank schieben, aber die Txt-Lösung ist angenehm Low-Tech und überall verfügbar. Die Rezepte kommentiere und ergänze ich dann gerne, damit ich zum Beispiel weiß, welche meiner Kuchenformen die ideale ist. Auch rechne ich die Mengenangaben gerne komplett auf Bruchteile herunter, damit ich bei einem kleinen Kuchen nicht immer den Dreisatz im Kopf rechnen muss.