“Fotografier deine Vögel weiter. Wir sind irgendwo vor dir, wenn du uns suchst. Spätestens am Strand sehen wir uns wieder.”
“Am Strand? Wie soll ich dahin kommen?”
“Du gehst die erste Treppe runter, die du siehst. Ist gar nicht zu verfehlen, denn sie endet genau unten am Strand.”
Wobei ich Kathrin zutraue, dass sie diese Treppe übersehen wird und irgendwo herumirrt bis sie auf irgendwelchen Umwegen zu uns stößt. Falls sie nicht eher den Weg zurück zum Schiff findet als an den Strand.
“Treppe? Von hier oben?” Skeptisch riskiert meine beste Freundin einen Blick nach unten und erstarrt. “Soweit runter? Gibt es keinen anderen Weg? Das muss doch einen anderen Weg zum Strand geben.”
“Klar”, sagt mein Mitbewohner. “Du folgst dem Weg solange bis du dort angekommen bist, wo wir losgelaufen sind. Du gehst wieder hinunter ins Unterland und suchst dir durch die Straßen den Weg zum Strand.”
“Ich muss den Strand suchen?”
“Immer links abbiegen”, meine ich lapidar. “Aber nicht zu oft, sonst läufst du im Kreis.”
“Na toll, wenn ich dann endlich den Strand gefunden habe, seid ihr schon wieder weg, weil das Schiff abfährt.”
“Du hast genug Geld für eine Übernachtung dabei, meine ich mich zu entsinnen.”
“Ihr werdet mich doch nicht hierlassen?”, fragt Kathrin mit einem leichten Anflug von Panik in der Stimme. “Das könnt ihr nicht tun.”
“Sollen wir etwas die Abfahrt hinauszögern, weil du uns weder sagen kannst, wo du bist noch den Weg allein findest? Die würden uns rausschmeißen. Dann müssten wir auch hierbleiben. Wenn wir Pech haben, existieren morgen Abend unsere Hotelbetten in Hamburg nicht mehr, weil wir solange weg waren. Also, Kathrin, da können wir dir nicht helfen. Die Suppe wirst du alleine auslöffeln müssen.”
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