Politische Ideengeschichte mal anders.
Herfried Münkler und Grit Straßenberger legen mit dem Buch "Politische Theorie und Ideengeschichte" eine Einführung zum Thema vor, welche sich vorwiegend an einer Diskussion von Leitbegriffen orientiert. Die einzelnen Kapitel sind von hoher Sachkompetenz und Souveränität der Autoren geprägt, wenngleich die Ausbreitung etwas zu komplex für ein Einführungswerk ist.
Ausgehend von einer differenzierten Erörterung der Rolle, die politische Theorie und Ideengeschichte in der Politikwissenschaft spielen sollten, gehen Münkler Straßenberger in dieser Einführung ausdrücklich neue Wege, indem sie die politischen Theorien und Ideen nicht in chronologischer Abfolge präsentieren. Zentrale Leitbegriffe und zugehörige Problemfelder stellen dagegen den Ausgangspunkt dar, von dem aus dann auch die wichtigsten Klassiker des Fachs genauer erörtert und in einen gleichsam dialogischen Zusammenhang gebracht werden. In den dreizehn Kapiteln 1 nach der Einleitung werden so die Themen der politischen Theorie anhand folgender Begriffe eingeführt: Die Politik und das Politische; Staat und Nation; Herr- schafts- und Verfassungsformen; Souveränität und In frastuktur der Macht; Republikanismus und Liberalismus; Der Vertrag und d ie Erzählung. Kon- traktualismus und Narration als Legitimationsformen der politischen Ord- nung; Freiheit und Gerechtigkeit; Tyrannis und Dikt atur; Idealstaat und Uto- pie; Rebellion und Revolution; Staatenkrieg und Bür gerkrieg; Imperium und Staatensystem; Religion und Politik.
Es bleibt der Eindruck bestehen: Die jeweiligen Kapitel beeindrucken durch die hohe Fachkompetenz von Münkler und Straßenberger. Bei einzelnen Detailfragen kann man gelegentlich eine einseitige Betrachtung des Gegenstandes anmahnen. Gleichwohl handelt es sich um eine ausgewogene und fundierte Darstellungen. Die erwartete Kombination von Theorie und gegenwärtigen Problemstellungen geht mitunter leider verloren. Auch die hohen Anforderungen an den Leser können zu Beginn ein Hindernis sein um ein Werk zu lesen, das in jedem Kapitel einen Erkenntnisgewinn für den interessierten Politologen vorweißt.