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Münkler: Grüne wären in der Regierung schlecht gerüstet für Herausforderungen Europas in der Außen- und Sicherheitspolitik was originally published on
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Münkler: Grüne wären in der Regierung schlecht gerüstet für Herausforderungen Europas in der Außen- und Sicherheitspolitik was originally published on
Staatserzählungen: Die Deutschen und ihre politische Ordnung
by Herfried Münkler, Jürgen Kaube und Wolfgang Schäuble u.a.
Entscheider und Berater
Im Hintergrund der Frage nach einer nichtmanipulativen Beratungssituation steht die Tatsache, dass Entscheider, kybernetisch gesprochen, «high in energy, but low in information» sind.
Rat
Guter politischer Rat ist darum einer, der nicht sofort und im besten Fall überhaupt nicht die Runde macht. Der lateinische Satz, dass die besten Berater die Toten sind, kann demnach nicht nur so gedeutet werden, dass die Toten keine Interessen mehr haben, sondern mag auch auf ihre Verschwiegenheit anspielen. «Indeed, this counsellor / Is now most still, most secrect, and most grave», sagt Hamlet über den toten Polonius (III,4).
Regent
Wenn ein Regent die Zeichen der Zeit nicht erkennt, so die feste Überzeugung von Jacob und Wilhelm Grimm, dann staut sich eine historische Flut auf, die letztlichen nicht einzudämmen ist, so dass die «Gewässer» irdendwann über ihm «zusammenschlagen».
Masse und Frauen
Die Masse wird bei Le Bon - wie übringens gleichlautend bei Machiavelli die fortuna - mit dem Weiblichen identifiziert: Launenhaftigkeit, Unberechenbarkeit, Emotionalität, Leidenschaft und Eroberbarkeit. «Die Masse liebt die starken Männer. Die Masse ist wie eine Frau.» Wer aber sind die starken Männer? Es sind die Führer, die Le Bon als «Halbverrückte» bezeichnet, «die sich an der Grenze des Irrsinns befinden» und bei denen der «Selbsterhaltungstrieb» ausgeschaltet ist.
Elite
Der klassische Elitebegriff ist der polemische Gegenbegriff zur demokratischen Massengesellschaft. Er lebt von der Gegenüberstellung zwischen Elite und Masse. Die Elite führt die Masse, und diese lässt sich von ihr führen, weil sie zur vielbeschworenen Selbstregierung nicht fähig ist. Der Kampf findet nicht zwischen Elite und Masse statt, sondern zwischen Eliten und Gegeneliten um die Führung der Masse.
Link: https://www.amazon.de/dp/3737100373/ref=cm_sw_em_r_mt_dp_U_FCCwCbFN2GMGA
Laut Herfried und Marina #Münkler wird deutsche Identität mit Herkunft bald nicht mehr viel zu tun haben.
Politische Ideengeschichte mal anders.
Herfried Münkler und Grit Straßenberger legen mit dem Buch "Politische Theorie und Ideengeschichte" eine Einführung zum Thema vor, welche sich vorwiegend an einer Diskussion von Leitbegriffen orientiert. Die einzelnen Kapitel sind von hoher Sachkompetenz und Souveränität der Autoren geprägt, wenngleich die Ausbreitung etwas zu komplex für ein Einführungswerk ist.
Ausgehend von einer differenzierten Erörterung der Rolle, die politische Theorie und Ideengeschichte in der Politikwissenschaft spielen sollten, gehen Münkler Straßenberger in dieser Einführung ausdrücklich neue Wege, indem sie die politischen Theorien und Ideen nicht in chronologischer Abfolge präsentieren. Zentrale Leitbegriffe und zugehörige Problemfelder stellen dagegen den Ausgangspunkt dar, von dem aus dann auch die wichtigsten Klassiker des Fachs genauer erörtert und in einen gleichsam dialogischen Zusammenhang gebracht werden. In den dreizehn Kapiteln 1 nach der Einleitung werden so die Themen der politischen Theorie anhand folgender Begriffe eingeführt: Die Politik und das Politische; Staat und Nation; Herr- schafts- und Verfassungsformen; Souveränität und In frastuktur der Macht; Republikanismus und Liberalismus; Der Vertrag und d ie Erzählung. Kon- traktualismus und Narration als Legitimationsformen der politischen Ord- nung; Freiheit und Gerechtigkeit; Tyrannis und Dikt atur; Idealstaat und Uto- pie; Rebellion und Revolution; Staatenkrieg und Bür gerkrieg; Imperium und Staatensystem; Religion und Politik.
Es bleibt der Eindruck bestehen: Die jeweiligen Kapitel beeindrucken durch die hohe Fachkompetenz von Münkler und Straßenberger. Bei einzelnen Detailfragen kann man gelegentlich eine einseitige Betrachtung des Gegenstandes anmahnen. Gleichwohl handelt es sich um eine ausgewogene und fundierte Darstellungen. Die erwartete Kombination von Theorie und gegenwärtigen Problemstellungen geht mitunter leider verloren. Auch die hohen Anforderungen an den Leser können zu Beginn ein Hindernis sein um ein Werk zu lesen, das in jedem Kapitel einen Erkenntnisgewinn für den interessierten Politologen vorweißt.