Vorsicht Faeser


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Vorsicht Faeser
âTaqiyyaâ - das zentrale Stereotyp der Islamhasser
Islamhasser bauen ihr Feindbild auf eine Reihe von Stereotypen auf. Ein zentrales Stereotyp basiert auf âTaqiyyaâ - oder auf dem, was Islamhasser sich darunter vorstellen.
Dorothea Jung hat sich mit diesem Thema befasst in den âBlĂ€ttern fĂŒr deutsche und internationale Politikâ.
Ein zentraler Vorwurf der Islamhasser gegenĂŒber Muslimen lautet âHeucheleiâ. Ein Muslim oder eine Muslimin mag noch so sĂ€kular oder gar islamkritisch auftraten: Muslime sind - nach der Feindbildkonstruktion der Islamhasser - qua Religion unaufrichtige Wesen. Denn Islamhasser sind ĂŒberzeugt, dass jeder Muslim innerlich dem Koran folgt und dass der Koran von den GlĂ€ubigen verlangt, âTaqiyyaâ zu begehen. âTaqiyyaâ aber heiĂt nach dem zentralen Stereotyp der Islamhasser, dass es geboten ist, den UnglĂ€ubigen zu tĂ€uschen, zu belĂŒgen und zu hintergehen.
Dorothea Jung schreibt:
âAuf diese Weise wird nach Ansicht von Shooman ein Kollektiv-Charakter von Muslimen konstruiert, der allein darauf abzielt, diese Gesellschaft mit verschiedensten Mitteln zu zersetzen. Wer aber von dieser Vorstellung abweicht, dem wird unterstellt, dass er seine Haltung nur vortĂ€usche, um noch effektiver an den wahren IslamisierungsplĂ€nen arbeiten zu können. Taqiyya als die religiöse Erlaubnis, in BedrĂ€ngnis seinen Gott zu verleugnen, mag im Lauf der islamischen Geschichte zu FĂ€llen von Unaufrichtigkeit gefĂŒhrt haben. Und es mag auch islamistische Organisationen geben, die ihre eigene Unredlichkeit Nicht-Muslimen gegenĂŒber religiös legitimieren. Daraus eine Art Kernsubstanz muslimischen Wesens zu konstruieren, ist jedoch ein klassisches Totschlagargument, um jede ErklĂ€rung eines Muslims von Anfang an als unehrlich zu denunzieren.âÂ
Damit erĂŒbrigt sich fĂŒr Islamhasser jede Diskussion und die Ausgrenzung der Muslime folgt als logischen Konsequenz.
Quelle:Â
Politically Incorrect: Die Allianz der Islamhasser
(aus: BlĂ€tter fĂŒr deutsche und internationale Politik, www.blaetter.de)
Bequemer Islamhass versus prÀzise Islamismuskritik
Islamhasser richten es sich bequem ein in ihrer Welt. Sie richten ihre VorwĂŒrfe pauschal gegen den Islam und gegen die Muslime an sich. Die Arbeit der Differenzierung nehmen sie nicht auf sich. Auf der Strecke bleibt dabei eine prĂ€zise Islamismuskritik. âKritikâ stammt als Begriff aus der griechischen Sprache und bedeutet âUnterscheidungsvermögenâ oder âKunst der Beurteilungâ.
Dorothea Jung schreibt dazu in den âBlĂ€ttern fĂŒr deutsche und internationale Politikâ:
âAuf der Strecke bleibt auch eine prĂ€zise Islamismuskritik. Die spricht dem Islam nicht die FĂ€higkeit ab, sich zu verĂ€ndern, sondern interessiert sich gerade fĂŒr dieses VerĂ€nderungspotential. Sie richtet ihre VorwĂŒrfe deswegen nicht gegen den Islam und die Muslime an sich, sondern prĂŒft genau nach, welche muslimischen Gruppierungen tatsĂ€chlich eine Islamisierung anstreben. Eine solche Kritik trennt zwischen sozialen, kulturellen und religiösen Ursachen fĂŒr Integrationsprobleme. Kurz: Eine derartige Kritik interessiert sich fĂŒr Differenzierung, Individuen und Zwischentöne. Sie hat es zurzeit nicht leicht, ist aber nötiger denn je.â
Quelle:Â
Politically Incorrect: Die Allianz der Islamhasser
(BlĂ€tter fĂŒr deutsche und internationale Politik, www.blaetter.de)
Fazit:Â
PrĂ€zise, konkrete Islamismuskritik ja.Â
Pauschaler, bequemer Islamhass nein.
Islamisten und Islamhasser verharren beide gleichermassen In der trÀgen, bequemen Pauschalisierung, sie haben beide Angst vor Zwischentönen und sind unfÀhig zur Differenzierung.
Islamhasser und Islamisten sind verwandt wie eineiige Zwillinge, nur merken sie es selber nicht.
Hasspropaganda ist nicht hinnehmbar
Hasspropaganda gibt es auf Seiten der Islamisten / Salafisten und auf Seiten der Islamhasser.Â
Hasspropaganda ist nicht tolerierbar, egal aus welcher Ecke sie kommt.
Der Politikwissenschaftler Heinz Kleger hat dazu prÀgnante Worte gefunden.
Zu finden hier im Blog âHasspropaganda im Internetâ.Â
Toleranter Islam
Um die Weltbilder von Islamisten und Islamhassern aufzulockern, die beide den gleichen Tunnelblick pflegen, ist manchmal ein Blick in die Geschichte nĂŒtzlich.
Dazu folgendes Zitat:
âZu den grössten Theoretikern und Praktikern der Toleranz gegenĂŒber Verschiedenheit muss man in Indien selbstverstĂ€ndlich den Grossmogul Kaiser Akbar zĂ€hlen, der zwischen 1556 und 1605 herrschte. Wieder haben wir es nicht mit einem Demokraten zu tun, sondern mit einem mĂ€chtigen Herrscher, der predigte, dass unterschiedliche Formen sozialen und religiösen Verhaltens hingenommen und respektiert werden mĂŒssten, und der auch Menschenrechte verschiedener Art vertrat, einschliesslich der freien ReligionsausĂŒbung, was in manchen Teilen Europas zu Akbars Zeit nicht so leicht toleriert worden wĂ€re.
Als zum Beispiel nach dem islamischen Hedschra-Kalender 1591/92 das Jahr 1000 erreicht war, sorgte das fĂŒr einige Aufregung in Delhi und Agra (nicht unĂ€hnlich dem, was sich nach dem christlichen Kalender im Jahr 2000 abspielt). Akbar erliess anlĂ€sslich dieser historischen ZĂ€sur verschiedene Gesetze. Diese betrafen unter anderem die religiöse Toleranz:
âKein Mensch soll wegen seiner Religion belangt werden, und jeder soll seine Religion nach Belieben wĂ€hlen dĂŒrfen. Wenn ein Hindu als Kind oder sonstwie gegen seinen Willen zum Moslem gemacht worden ist, soll er das Recht haben, wenn er möchte, zur Religion seiner VĂ€ter zurĂŒckzukehren.â
Auch hier gilt, dass der Bereich der Toleranz zwar religiös neutral, aber in anderen RĂŒcksichten nicht universal war, also z. B. keine Gleichheit der Geschlechter oder keine Gleichstellung von Jung und Alt einschloss.
..........
Leicht liessen sich die Beispiele vermehren. Worauf es ankommt, ist, dass die modernen Verfechter der autoritĂ€ren Sicht âasiatischer Werteâ ihre Darstellung auf sehr willkĂŒrliche Auslegungen und eine Ă€usserst enge Auswahl von Autoren und Ăberlieferungen stĂŒtzen. Die WertschĂ€tzung der Freiheit ist nicht auf nur einen Kulturraum beschrĂ€nkt, und die westlichen Ăberlieferungen sind mitnichten die einzigen, die uns zu einem GesellschaftsverstĂ€ndnis fĂŒhren, in dessen Zentrum die Freiheit steht.â
Quelle:Â
Amartya Sen, Ăkonomie fĂŒr den Menschen, Wege zu Gerechtigkeit und SolidaritĂ€t in der Marktwirtschaft,
DTV Verlag 2003, Seite 285 / 286 / 287
Originalquelle: Akbar: The Great Mogul, Oxford 1971, S. 257, ĂŒbersetzt von Vincent A. Smith.
Amartya Sen, geboren 1933, lehrt Wirtschaftswissenschaften an der UniversitĂ€t Cambridge, Er bekam 1998 den Nobelpreis fĂŒr Wirtschaftswissenschaften fĂŒr seine Arbeiten zur Wohlfahrtsökonomie und zur Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung.
Islamhasser gehen der IS-Propaganda voll auf den Leim
Islamhasser â wie sie sich gerade verstĂ€rkt im Internet und auf der Strasse zeigen â durchschauen offenbar die Strategie der IS-Propaganda nicht. Der sogenannte âIslamische Staatâ will einen globalen Dschihad auslösen.
Dem dient auch der Anschlag in Paris - in Europa sollen Chaos, Islamhass, AnschlĂ€ge auf Moscheen usw. ausgelöst werden. Das Beste, was den Strategen von IS und al-Qaida passieren kann, sind mehr Mohammed-Karikaturen und mehr Ăbergriffe auf Moscheen. Nichts wird Sympathisanten in Europa stĂ€rker ĂŒberzeugen, in den "heiligen Krieg" zu ziehen.
Kritik am Islam sowie an jeder anderen Religion muss in einer freien Gesellschaft erlaubt sein. Religion kann keinen absoluten Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben. Religion ist eine persönliche und private Entscheidung, an Gottheiten und religiöse Dogmen zu glauben. Die Islam-Kritik muss intelligenter werden, damit sie sich nicht von den Islamisten instrumentalisieren lÀsst, ohne es zu merken.
Die Zivilgesellschaft im Westen sollte so reagieren, dass die Propaganda der Islamisten ins Leere lÀuft. Die Islamisten / Dschihadisten wollen eine Spaltung in
A ) GlÀubige Das sind nur sie selber mit ihrer Islamauslegung. Die grosse Mehrheit der moderaten Muslime gehört nicht dazu.
B) UnglÀubige Christen, Atheisten, Schiiten, Yesiden, moderate Muslime.......
Die Spaltung muss aber so laufen:
A) Menschen mit Herz und Verstand
Egal, ob Christen, Muslime, Atheisten, Agnostiker, Buddhisten, Hindus...
B) Menschenverachtende Extremisten
Egal, ob Christen, Muslime, Atheisten, Agnostiker, Buddhisten, Hindus..
In diese Rubrik B gehören also sowohl extremistische Islamisten und Dschihadisten wie rechtsextreme Neo-Nazis. Extremisten sind nicht im jeweiligen Gegenlager, wie sie meinen. Sie sind im gleichen Lager, ohne es zu merken.
Zitat des Tages fĂŒr Islamisten & Islamhasser
"Kulturelle Leistungen entspringen der HeterogenitÀt"
(Ingmar Knop, nachdenkender Aussteiger aus der Rechtsextremismus-Szene)
Quelle: zeit.de
Ein Satz ins Stammbuch von Islamisten und Islamhassern, die sehr viel mehr gemeinsam haben, als ihnen bewusst ist.
Dorothea Jung analysiert in "BlĂ€tter fĂŒr deutsche und internationale Politik" Propaganda und Strategie der radikalen Islamhasser (den Artikel finden Sie ĂŒber den Link im Titel).
ErgÀnzend dazu:
Islamhasser einerseits und Dschihadisten / Salafisten / Islamisten andererseits brauchen sich gegenseitig und arbeiten sich daher in die HĂ€nde. Islamhasser fallen voll auf die Propaganda-Strategie des sogenannten "Islamischen Staates"(IS) herein und liefern genau die pauschalen Diffamierungen, welche die Islamisten brauchen, um sich selber zu legitimieren. Islamhasser haben mit Islamisten / Dschihadisten / Salafisten auch gemeinsam, dass sie alle den Koran eng und ausschliesslich im Sinne der eigenen Ideologie interpretieren - und die Interpretationen gleichen sich verblĂŒffend.
Die Islamhasser sind zuverlĂ€ssige UnterstĂŒtzer und VerbĂŒndete der Islamisten / Salafisten / Dschihadisten - sie merken es nur nicht.
Realer Widerstand gegen Salafismus / Dschihadismus / Islamismus besteht im Beharren auf  Differenzierung. Es gibt unterschiedliche Positionen im Islam (wie auch im Christentum):Â
Salafistische, Radikalislamistische und dschihadistische Positionen sind, insoweit sie unseren Gesetzen widersprechen, politisch oder nötigenfalls auch polizeilich zu bekĂ€mpfen. Ein Islam, der unsere Verfassung  akzeptiert - und das ist der Mainstream-Islam - sollte von diesem "Gegenwind" aber verschont bleiben und im Gegenteil als VerbĂŒndeter gewonnen werden.