Dschihad-Info liefert Argumente und Informationen für moderate und liberale Muslime und für moderate und liberale Nicht-Muslime. Dschihad-Info stellt sowohl Islamhasser also auch Islamisten, Salafisten und Dschihadisten in Frage. Dschihad-Info stellt sich gegen Bruchlinien entlang religiöser Grenzen und unterstützt die Zusammenarbeit aller moderaten Kräfte gegen Extremismus und für die demokratische Verfassung.
Buchtipp: "Die intellektuelle Selbstzerstörung", von Noam Petri und Franziska Sittig.
Noam Petri und Franziska Sittig zeigen in ihrem Buch auf, wie Identitätspolitik sich mit Islamismus verbindet, wie sich diese Allianz in weiten Bereichen des akademischen Milieus durchgesetzt hat und welche Folgen das für Universitäten, aber auch für Demokratie und Gesellschaft hat.
Sie kritisieren eine gefährliche Appeasement-Politik in westlichen Gesellschaften.
Hier gehts zu einer Buchvorstellung plus Zitaten plus YouTube-Gesprächen mit Noam Petri und Franziska Sittig:
Noam Petri / Franziska Sittig: "Die intellektuelle Selbstzerstörung"
„Islamophobie“ ist ein Begriff, der in den letzten Jahren häufiger verwendet wird. Er wird insbesondere eingesetzt von Islamisten und von Aktivisten, die der Identitätspolitik nahestehen. Wie fragwürdig dieser Ausdruck ist, zeigt sich erst, wenn man seine Herkunft und seine Funktion erfasst hat. Seine unreflektierte Verwendung schadet liberalen Demokratien.
Der Begriff „Islamophobie“ ist irreführend, weil in ihm häufig zwei verschiedene Phänomene vermischt werden – die ungerechtfertigte, also rassistisch motivierte Abneigung gegen Muslime und die nötige Kritik am Islamismus.
Wer mehr über die Bedeutung des Begriffs Islamophobie wissen möchte, findet hier dazu einen vertiefenden Beitrag:
Die Dschihadisten terrorisieren mit ihren Angriffen hauptsächlich den Nordosten Nigerias. Doch ihr Einfluss erstreckt sich inzwischen in die ganze Sahelzone.
Der Terrorismusfachmann Yan St-Pierre ist kurzfristig sehr pessimistisch: “Der Terrorismus in Afrika wächst, und seit etwa drei Jahren beobachte ich eine große Beschleunigung.“
Wenn das Glaubwürdigkeitsproblem der verschiedenen Akteure und deren Unfähigkeit, im Kampf gegen den Dschihadismus zu kooperieren, irgendwann überwunden werden könnte, dann könne es vorangehen. Aber das sei eine wahnsinnig komplexe Aufgabe, erklärt St-Pierre. Bis dahin bleibe vieles ein Tropfen auf den heißen Stein.
Verschwörungstheorien spielen sowohl im Islamismus als auch im Rechtsextremismus eine wichtige Rolle. Eine neue Website bringt Infos über Verschwörungstheorien und die Verschwörungsmentalität.
Buchtipp: “Islamistische Drehscheibe Schweiz” von Saïda Keller-Messahli
Saïda Keller-Messahli wirft einen Blick hinter die Kulissen der Moscheen und zeigt die Netzwerke der Islamisten auf. Wer sich mit Islamismus in der Schweiz befassen will oder muss, bekommt mit diesem Buch einen guten Überblick. Hier gehts zur Buchbesprechung und zu Shop: Islamistische Drehscheibe Schweiz
Zivilisten, die versuchen, vor dem IS aus dem Westen Mossuls zu fliehen, ermordeten die Dschihadisten bis vor kurzem noch. Doch inzwischen gehen Tausende in der Stadt das Risiko ein und setzen sich über den Tigris in den Osten der Stadt ab, der von der irakischen Armee kontrolliert wird.
Das müsste doch allen, die vom “Kalifat” des Abu Bakr al-Baghdadi schwärmen, zu denken geben. Je besser und je länger die Menschen das “Kalifat” kennenlernen, desto mehr wollen sie weg. Das passt ganz und gar nicht zur Schönfärberei der IS-Propaganda.
Die türkische Sozialwissenschaftlerin Nilüfer Göle ist eine überzeugende Stimme des europäischen Islams. Aber ist ihre Stimme inmitten der Vereinfacher überhaupt vernehmbar?
“Europäischer Islam. Muslime im Alltag” heißt das neue Buch von Nilüfer Göle, das in einer Welt, in der sich Islamkritiker und radikalisierte Muslime anschreien, als ein Werk der Zwischentöne auffällt.
Michael Thumann berichtet in der “Zeit” von seinem Gespräch mit der Autorin.
Die Islamistengruppe Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias und hat imMärz 2015 der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) den Treueschwur geleistet. Der Krieg forderte mehr als 20.000 Opfer, Millionen Menschen ergriffen die Flucht - nun gewinnt das nigerianische Militär offenbar die Kontrolle über eine der letzten Terroristen-Hochburgen zurück.
Quelle: n-tv.de
Während der Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak oft in die Schlagzeilen der Medien kommt, geht der sehr opferreiche Feldzug der Boko Haram-Bande in Nigeria oft vergessen.
Positive Nachrichten von dieser Front sind daher sehr erfreulich.
Allerdings braucht Nigeria wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und eine funktionierende Verwaltung, um diesen Mörderbanden langfristig den Boden unter den Füssen zu entziehen.
Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt haben Muslime an der Berliner Gedächtniskirche gegen Terrorismus und Missbrauch des Korans demonstriert.
Auf Pappschildern stand: “Ich bin Muslim, kein Terrorist.”
Sie rufen auf Twitter unter dem Hashta #muslimegegenterror dazu auf, miteinander im Gespräch zu bleiben und bei Fragen zur Religionsauslegung auf sie zuzugehen.
In einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung “Der Standard” wird der französische Sozialwissenschaftler Gilles Kepel gefragt, ob er glaube, dass eine generalisierte Feindseligkeit gegenüber Muslimen zu einer enormen Zunahme islamophober Übergriffen führen könnte.
Antwort Kepel:
“Natürlich gibt es solche Übergriffe, ich nenne das dann antimuslimischen Rassismus. Den Begriff ‘Islamophobie’ verwende ich nur unter Anführungszeichen, weil es sich um einen im Umfeld europäischer Muslimbrüder entstandenen Kampfbegriff handelt, der eine falsche Symmetrie mit dem Antisemitismus herstellt. Der Antisemit ist gegen jeden Juden, weil dieser Jude ist. Mit dem Begriff ‘Islamophobie’ wird bezweckt, jede Kritik an den heiligen Schriften des Islam zu unterbinden und eine religiös definierte Opfergemeinschaft zu konstruieren. Das ‘Collectif contre l’islamphobie en France’ (CCIF) strebt eine Beweislastumkehr an: Anstatt sich auf eine Reflexion über die Ursachen des Jihadismus einzulassen, wird Frankreich, das das eigentliche Opfer dieser Anschläge ist, in einen Gulag für Muslime uminterpretiert und der Laizismus in den zugehörigen Stalinismus, wenn Sie so wollen.”
Quelle: derstandard.at
Der französische Sozialwissenschaftler.Gilles Kepel (* 30. Juni 1955 in Paris) ist Professor am Institut d’études politiques de Paris und hat dort den Lehrstuhl für den Vorderen Orient und den Mittelmeerraum (Chaire Moyen-Orient Méditerranée) inne.
Kepel ist Autor soziologischer und politikwissenschaftlicher Werke und gilt als einer der besten Kenner des politischen Islam und des radikalen Islamismus. Er befasst sich jedoch auch mit fundamentalistischen und antilaizistischen Strömungen im Juden- und Christentum).
Die Hypergewalttätigkeit des IS wird nur eine gewisse Zeit lang funktionieren
David Rodin im Gespräch mit Daniel Binswanger und Hannes Grassegger (Das Magazin Nr. 43/2016):
“Es wird dem IS genauso ergehen wie al-Qaida im Irak Mitte der Nullerjahre. Damals begannen sich die sunnitischen Stämme von der Terrororganisation abzuwenden, ganz einfach weil sie so brutal und barbarisch vorging, dass die Stammesführer lieber mit den Amerikanern paktierten, als mit den blutrünstigen Fanatikern zusammenzuspannen. Hypergewalttätigkeit ist eine Strategie, die nur eine bestimmte Zeit lang funktioniert. Wer seine Macht sichern will, muss dafür sorgen, dass diese Macht als legitim betrachtet wird. Gräuelvideos erzielen den gegenteiligen Effekt. Daran wird der IS scheitern.”
David Rodin ist Philosoph, Kriegsethiker und Armeeberater.
“Quietness and calm are still dominant in Mosul. I will not write about fear tonight. I will write about my dreams that might not happen, may be not in my life time, because they remain dreams and …....”
Mosul Eye heißt ein Blog, den ein anonymer Bewohner Mossuls kurz nach dem Einmarsch des IS begonnen hat.
“This blog was set up to communicate what’s happening in Mosul to the rest of the world, minute by minute by an independent historian inside Mosul."
Das steht über jedem Blog-Eintrag: "Dieses Blog wurde von einem unabhängigen Historiker eingerichtet, um dem Rest der Welt zu berichten, was in Mossul passiert – Minute für Minute."
“BEIRUT — Simultaneous attacks on the Islamic State-held cities of Mosul in Iraq and Raqqa, the de facto capital of the militant group’s self-proclaimed caliphate across the border in Syria,Read More........”
Quelle: http://www.raqqa-sl.com/en/?p=1994
“Raqqa Is Being Slaughtered Silently (RSS or RBSS) is a hidden citizen journalism effort exposing human rights abuses by Islamic State of Iraq and the Levant (also known as ISIS or DAESH) forces occupying the northern Syrian city of Raqqa. ISIL uses Raqqa as its de facto capital. RSS works to counter the suggestion that citizens of Raqqa have welcomed the presence of ISIL/DAESH. It has become one of the few reliable sources of information from the city.”
“We, the civil people of Mosul, as the liberation operations are underway to liberate Mosul, ask you this time to listen to us. The world has heard more than enough from non-mosulis who discuss the …...”
Mosul Eye heißt ein Blog, den ein anonymer Bewohner Mossuls kurz nach dem Einmarsch des IS begonnen hat.
"This blog was set up to communicate what's happening in Mosul to the rest of the world, minute by minute by an independent historian inside Mosul."
Das steht über jedem Blog-Eintrag: "Dieses Blog wurde von einem unabhängigen Historiker eingerichtet, um dem Rest der Welt zu berichten, was in Mossul passiert – Minute für Minute."
Timbuktu in Mali war jahrhundertelang eine der bedeutendsten islamischen Metropolen. Als Islamisten der mit dem al-Kaida-Netzwerk verbündeten Gruppe Ansar Dine 2012 die Stadt erobern, vernichten sie alles was ihnen an Kulturschätzen in die Hände fällt. Der Islamist Al-Mahdi, der die Zerstörung anordnete, steht nun in Den Haag vor Gericht.
Der Korangelehrte und Schuldirektor Al-Mahdi übernahm nach der Besetzung Timbuktus durch die Islamisten die Leitung der Hisbah-Brigade, die auf die strenge Einhaltung der Scharia achten sollte. In dieser Funktion befahl er, die Mausoleen mit Hacken und Bulldozern zu zerstören. Nach der strengen Koran-Auslegung der Islamisten ist die Verehrung Heiliger wie in Timbuktu untersagt.
Al-Mahdi sagte vor Gericht, er bekenne sich "mit Bedauern" schuldig. Zudem entschuldigte er sich bei den Maliern, als Sittenwächter nach der Eroberung der Stadt durch Islamisten im Juni und Juli 2012 die Zerstörung der zum Weltkulturerbe der Unesco zählenden Stätten angeordnet zu haben.
Zitat: "Ich bitte um ihre Vergebung und bitte sie, mich als Sohn zu sehen, der vom rechten Weg abgekommen ist.” Al-Mahdi rief "alle Muslime in der Welt" auf, Extremistengruppen wie Ansar Dine und Al-Kaida zu widerstehen.
Er sei "voller Reue und Bedauern" und ihn schmerze der Schaden, den er seinen Landsleuten, seinem Heimatland und "der Menschheit" zugefügt habe, erklärte der Angeklagte. Er versicherte, es werde "das erste und das letzte Vergehen" sein. Der Angehörige des Tuareg-Volkes hatte schon im Vorfeld des Prozesses angekündigt, dass er sich schuldig bekennen werde.
Die Anklage verlangt neun bis elf Jahre Haft. Al-Mahdi hat erklärt, er werde keine Berufung einzulegen, sollte das Strafmaß in diesem Rahmen bleiben. Ausserdem äußerte er die "Hoffnung, dass die Jahre, die ich im Gefängnis verbringen werde, mir erlauben, die Teufel auszutreiben, die mich ergriffen hatten".
Al-Mahdi ist der erste Angeklagte am Strafgerichtshof in Den Haag, der sich schuldig bekannte. Sein Verfahren ist auch das erste, in dem die Zerstörung von Kulturstätten als Kriegsverbrechen verfolgt wird. Die Anklage wirft ihm die Zerstörung von neun Mausoleen und eines Teils der Sidi-Yahia-Moschee in der Wüstenstadt Timbuktu vor.
Quelle: n-tv.de
Die Reue kommt etwas gar spät, aber immerhin - vielleicht fördert dieses Beispiel ja bei anderen Islamisten und Dschihadisten das Nachdenken, bevor es zu spät ist. Und andere Kulturzerstörer wie die IS-Barbaren gehören auf vor Gericht.
Diese Meldung wird der Propagandaabteilung des IS keine Freude bereiten:
Nach seiner Flucht vor der Polizei in Leipzig findet der Terrorverdächtige Dschaber Al-Bakr Unterschlupf bei anderen syrischen Flüchtlingen. Doch diese sehen den Fahndungsaufruf der Polizei und überwältigen ihren Landsmann. Al-Bakr versucht noch, sie zu bestechen - erfolglos. Nun feiern Syrer die Verhaftung.
Der Syrer Mohammed A., der den Mann gemeinsam mit Freunden überwältigt hat, erklärt:
“Ich war total wütend auf ihn. So etwas akzeptiere ich nicht - gerade hier in Deutschland, dem Land, das uns die Türen geöffnet hat”. Er sei Deutschland dankbar, dass es sie aufgenommen habe, sagt Mohammed A.: "Wir konnten nicht zulassen, dass er Deutschen etwas antut."