Nachdem ich Sonntag morgens sehr früh am Wohnhaus der Freiwilligen angekommen bin und erstmal niemand zu finden war, habe ich mich ein bischen in der Umgebung umgeschaut und bin später zurückgekommen. Übers Wochenende sind Alle nach Baños, da im Haus bzw. im ganzen Dorf das Wasser sehr knapp war und Duschen somit nur begrenzt möglich war. Den Einzigen den ich angetroffen habe war Robert. Er ist mehr oder weniger der Leiter des Projekts und seit 9 Jahren hier. Robert ist 80 oder 81 Jahre alt. So ganz genau weiss er das glaube ich selbst nicht. Er hat mir dann erstmal den täglichen Haferbrei kredenzt und mir seine Ansichten über die Welt mitgeteilt. Danach gab er ich eine Führung durch Salasaka und zeigte mir die verschiedenen Gebäude, die zu dem Projekt gehören. Da ist zunächst die Schule, die ziemlich außerhalb des Dorfes liegt. Außerdem gibt es die Bücherei, die vor allem von den Kids als Internetcafe und Nachhilferaum genutzt wird und die Baumschule, die sich noch im Aufbau befindet und irgendwann mal ein bischen Geld in die Kassen spülen soll, um unabhängiger von Spenden zu werden. Am Abend haben sich dann auch die anderen Freiwilligen wieder in unserem Haus dem "Pachamama" eingefunden. Zurzeit sind wir insgesamt 9 Freiwillige aus den USA, Frankreich und Deutschland. Die Arbeiten teilen wir uns mehr oder weniger je nach Vorlieben auf. Anfangs bin ich mit Alex zur Gärtnerei gegangen, um Löcher zu graben und eine Treppe zu betonieren. Nach drei Tagen hatte ich Robert aber so weit, dass ich in der Schule Matheunterricht für die Ältesten Kinder geben konnte. Ab und zu helfe ich noch bei den Bauarbeiten aus, aber die meiste Zeit verbringe ich jetzt in der Schule. Zu Beginn hatte ich ein wenig Bedenken, ob ich den Kindern auch wirklich was beibringen kann, aber inzwischen läuft es eigentlich sehr gut. Wenn ich freie Zeit habe, helfe ich meistens im Kindergarten oder der 1.Klasse aus, weil da praktisch immer jemand gebraucht wird. Die Abende werden meistens mit Karten spielen oder Filmen verbracht, da man doch meistens ziemlich erschöpft ist. Es ist ein angenehmes Gefühl wieder sowas wie ein festes Zuhause zu haben und nicht dauernd zu überlegen welche "Attraktion" man als nächstes besucht. Andererseits freue ich mich auch schon wieder auf die Zeit nach meinem Arbeitseinsatz und die neuen Eindrücke aus Kolumbien und später dann Mittelamerika.