Berlin Healing Codes Quantenheilung
Er war Chefarzt des Kreiskrankenhauses und war sowohl in westlicher als auch in Traditioneller Chinesischer Medizin ausgebildet. Die westliche Medizin hatte die traditionellen Heilkünste in Asien fast verdrängt – kein Wunder, denn ihre Erfolge auf einigen Gebieten waren nicht von der Hand zu weisen: Antibiotika, Narkose, schnell wirksame Medikamente und sensationelle Operationen, wie Herztransplantationen, waren schon beeindruckend. Obwohl Mao sonst alles Traditionelle verfolgt hatte, hatte er die Traditionelle Chinesische Medizin ausdrücklich gefördert. Das fiel aber nur teilweise auf fruchtbaren Boden. Zwar waren die traditionellen Verfahren wie Akupunktur nie ganz verschwunden, doch sie waren nur noch auf dem Land populär.
Durch meinen Onkel kam ich schon ziemlich früh in Kontakt mit Methoden, die ganz anders waren als die modernen, wissenschaftlich erprobten. Diese Methoden konnten zwar gut neben der westlichen Medizin eingesetzt werden, aber ihre Theorien waren nicht miteinander vereinbar – es waren zwei völlig unterschiedliche Konzepte.
Die chinesische Medizin, bei der es nicht um »Reparatur«, sondern um das Wiederherstellen der natürlichen Balance geht, die man »Gesundheit« nennt, hatte mich schon immer fasziniert. Von meinem Onkel lernte ich Akupunktur – doch ich hatte noch andere Lehrer: Meine Tante übte Qi Gong, meine Großmutter zeigte mir die Heilkräuter, die in der – bis heute! – noch ziemlich unberührten Natur in unserer Gegend wuchsen, und meine Mutter lehrte mich »Jiu Zhu«, die »Neun-Perlen-Heilung«, bei der verschieden große Holz-, Metall- und Steinkugeln verwendet werden, um die Energien der »Fünf Elemente« in Harmonie zu bringen. Im Dorftempel lebte ein alter Mann, der als etwas verrückt galt, doch Kranke suchten ihn gern auf – er legte ihnen die Hände auf, und immer wieder wurden Leute gesund, ohne einen Arzt bezahlen zu müssen. Er nahm nur kleine Geschenke und bestand darauf, dass die Heilung nie sein persönliches Verdienst war. Wir Kinder hatten ein wenig Angst vor diesem Alten, der angeblich ein daoistischer Mönch war. Auch ich hatte Respekt, aber meine Neugierde war größer, so dass ich ihn dann und wann besuchte, um ihm bei seinen »Wunderheilungen« zuzusehen.
Als ich die Schule mit einem Ergebnis abschloss, das mir ein Studium ermöglichte, dachte ich eine Weile ernsthaft darüber nach, Medizin zu studieren – doch die westliche Medizin, die an den Universitäten gelehrt wurde, schien mir zu mechanisch. Also entschied ich mich schließlich für Englische Sprache und Literatur – was sich als sehr gute Entscheidung herausstellte. Denn dadurch hatte ich Zugang zu westlichen Büchern.
Eines davon war das Buch »Quantum Healing« (deutsch: »Die heilende Kraft«) des indischen Arztes Deepak Chopra, das mir ein Brieffreund aus den USA schickte. Ja – auch das war in China inzwischen möglich! Das, was Chopra schrieb, faszinierte mich. Von Quantenphysik hatte ich zwar keine Ahnung, außer dem, was ich in der Schule gelernt hatte, doch die Idee, dass sich uralte Heilkünste (Chopra sprach von Ayurveda, aber ich dachte natürlich gleich an die Traditionelle Chinesische Medizin) mit den Mitteln der modernsten Wissenschaft verstehen ließen, fand ich aufregend. Ich beschloss, mich wieder mehr mit Akupunktur zu beschäftigen. Und ich wollte mehr über die neuesten Erkenntnisse, die Verbindung zwischen der alten Heilkunst und der neuen Wissenschaft erfahren.
Ich begann Akupunktur zu praktizieren. Nur nebenher, bei Freunden und Bekannten. Ich hatte ja inzwischen einen gut bezahlten Job als Dolmetscherin und Dozentin an dem renommierten New Oriental Institute in Kanton.
Bei der Akupunktur hatte ich festgestellt, dass oft allein schon die Berührung mit den Fingern (um die richtigen Akupunkturpunkte aufzuspüren) eine starke Wirkung hatte. Ich begann damit, immer, bevor ich die Nadeln setzte, erst einmal die Hände aufzulegen. Die Wirkung der Akupunkturbehandlungen war dadurch eindeutig stärker. Ich versuchte, gezielt Qi (Energie) über meine Hände fließen zu lassen, um die Energien meiner »Klienten« positiv zu beeinflussen. Und das wirkte! Zumindest wenn ich mich stark darauf konzentrierte. Und dann stellte ich fest, dass die Wirkung manchmal noch stärker zu sein schien, wenn ich mich überhaupt nicht konzentrierte, sondern einfach die Gedanken abschaltete. Das fand ich überaus frustrierend. Was sollte denn das bedeuten? Ich hatte gedacht, wenn ich weiter üben würde, könnte ich meine Energie immer besser lenken und könnte dadurch bessere Erfolge erzielen.
Dann las ich in einem Buch: »Bei der Quantenheilung fließen keine Energien. Die Quantenheilung geschieht.« Als ich das las, war es, als wäre in meinem Kopf ein Schalter umgelegt worden. Ich glaubte, nun zu verstehen. Und jetzt wollte ich es ganz genau wissen. Quantenphysik zu studieren kam natürlich nicht infrage. Aber ich würde einen Schulfreund kontaktieren, der Physiker war und an der Universität Peking lehrte.
Zhang Cheng war beinahe so fasziniert wie ich. Er war zwar Spezialist für Quantenphysik – doch die Verbindung zur Heilkunde war für ihn neu. Bis heute bin ich weit davon entfernt, die Quantenphysik in ihren Feinheiten zu verstehen, doch dank der Erklärungen meines Schulfreundes hatte ich bald eine gute Vorstellung davon, wie Quantenheilung wirken könnte.
Und ich war ganz aufgeregt, als ich deutliche Parallelen zu der alten chinesischen Philosophie des Daoismus fand. Tatsächlich glaubte ich zunächst, auf etwas ganz Neues gestoßen zu sein – doch enttäuscht musste ich feststellen, dass diese Parallelen schon anderen aufgefallen waren. David Bohms Buch »Wholeness and the Implicate Order« (deutsch: »Die implizite Ordnung«) behandelt das Thema ausführlich. Aber immerhin sah ich meine Ahnungen bestätigt.
Nun begann ich, mich ganz auf die Quantenheilung zu konzentrieren.
2006 lernte ich meinen deutschen Mann kennen, seither halte ich mich etwa drei Viertel des Jahres im Westen auf. Jetzt kann ich meinen Traum verwirklichen: das Heilen zu meinem Beruf zu machen. Bald werde ich meine Ausbildung zur Heilpraktikerin abgeschlossen haben.
Das Universum weiß immer, was das Beste für uns ist – darauf zu vertrauen habe ich gelernt. Ein gutes Beispiel dafür ist dieses Buch: Der Sphinx-Verlag war an einem Buch über Quantenheilung interessiert – und ich hatte bereits einen Entwurf in der Schublade. Zwar war der Entwurf auf Chinesisch geschrieben, doch ich hatte fleißig Deutsch gelernt, und mein Mann half mir beim Übersetzen.
Doch was soll »Quantenheilung« überhaupt sein? Das werden Sie in diesem Buch in allen Einzelheiten erfahren. Vorerst möchte ich Ihnen eine knappe Erläuterung geben:
Quantenheilung beruht auf der Interaktion zwischen Bewusstsein und der grundlegendsten Ebene der Realität, der Quantenebene. Indem das Reine Bewusstsein sich gezielt mit der Quantenebene (andere Menschen haben es »Dao«, »Universum«, »Weltgeist«, »Matrix«, »Nullpunktenergie« oder auch »Gott« genannt) verbindet, kommt es zu einer grundlegenden Harmonie – die wir unter anderem als »Heilung« erleben.
Das klingt recht mysteriös, nicht wahr? Keine Sorge: Die Praxis ist viel leichter als die Theorie.
Quantenheilung ist ein wichtiger Sprung in der Entwicklung der Heilkunst. Und da es zu jeder Methode unterschiedliche Zugänge gibt, haben sich auch für die »Quantenheilung« verschiedene »Schulen« gebildet. Doch alle sind sich in ihrer Grundlage einig: Es geht darum, durch das Bewusstsein auf der Quantenebene Kontakt mit der freien Urenergie aufzunehmen. Nur die Philosophien unterscheiden sich ein wenig. Niemand behauptet, dass diese Philosophien schrecklich wichtig seien. Doch es sind eben kleine Unterschiede, die die einen diesen und die anderen lieber jenen Weg gehen lassen, ohne dass einer davon der absolut bessere wäre.
Um die Wege voneinander zu unterscheiden, haben einige Vertreter ihren Methoden Namen gegeben und diese meist markenrechtlich geschützt, beispielsweise spricht Frank Kinslow von »Quantum Entrainment«, Richard Bartlett von »Matrix Energetics« oder Günter Heede von »Matrix Inform«. Ich habe meine Herangehensweise QUEST genannt, was Sie als »Quanteneinstimmung«, »Quanteneinstimmungs-Training« oder (englisch) »Quantum Enhancement Strategy« lesen können. »Quest« ist gleichzeitig ein altes Wort für die spirituelle Suche – und das ist meiner Ansicht nach ein Teil jeder wahren Heilkunst. Ich lege besonderen Wert auf die Gesamtheit der Heilkünste und eben die spirituelle Entwicklung. Doch im Grunde sind Namen und Methoden fast unwichtig: Das Wunder des Phänomens Quantenheilung ist unabhängig von jeder Philosophie erfahrbar.
Sind Sie neugierig geworden? Dann tauchen Sie nun mit mir ein in das Wunder der Quantenheilung.